Bei lebensbedrohlich verletzten Menschen zählt in der notfallmedizinischen Versorgung jede Sekunde. Daher ist es oft von zentraler Bedeutung, zügig einen Gefäßzugang zu legen, um Medikamente und Infusionslösungen zu verabreichen.

In bestimmten Situationen kann die Punktion von Venen aber erschwert sein. Beispielsweise sind bei Kindern und Säuglingen Venen so fein, dass sie nicht immer sicht- oder tastbar sind. Auch bei einer Unterkühlung oder bei Patienten im Schockzustand ist die Venensuche am Einsatzort oft schwierig. In derartigen Notfällen kann eine sogenannte intraossäre Punktion helfen, zeitnah eine Medikamenten- und Infusionstherapie durchzuführen. Bei dieser speziellen Form der Infusion wird zum Beispiel am oberen Schienbein in lokaler Betäubung eine Nadel platziert, über die dann Infusionen und Medikamente durch den Knochen direkt in das Knochenmark gegeben werden können.

Was früher eher eine kritische Ausnahmesituation war, ist heute dank des Fortschritts in Theorie und Praxis in der Notfallmedizin im notfallmedizinischen Alltag zu einem etabliertem Verfahren geworden, obwohl der herkömmlichen Venenpunktion natürlich Vorrang gewährt wird, teilt das Krankenhaus mit.

Damit bei Notfallpatienten die intraossäre Punktion sicher und effektiv durchgeführt werden kann, wurde im Helios St.-Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen dieses Verfahren im Rahmen eines Reanimationstrainings an Knochenmodellen trainiert. Der Workshop diente in erster Linie der Notfallsimulation einer Reanimation und richtete sich an die Notärzte, Assistenzärzte in Weiterbildung und Anästhesiepflegekräfte der Klinik.