Der Verein "Dreifaltigkeitskapelle" wolle die Kapelle vor allem aus Dankbarkeit errichten, und dafür gebe es viele Gründe. Seit Jahrzehnten seien die Menschen von Krieg verschont geblieben und anderen Katastrophen. Auch könne sich Fuchsstadt über eine intakte Dorfgemeinschaft und eine gute Infrastruktur freuen. "Hier ist die Welt noch in Ordnung", so Öftring.
Die Kapelle solle ebenso ein Zeichen der Mahnung sein, ein Appell zu Hilfsbereitschaft, Respekt und Achtung vor den Mitmenschen. Zudem unterstreiche sie die Beziehung zu Gott, Christus und der Schöpfung. Eine solche Stätte aus Dankbarkeit zu errichten, habe in Fuchsstadt auch Tradition. Diese solle nun fortgesetzt werden, "allerdings in der jetzigen Zeit in Form und Gestaltung".
Den Beschluss im Gemeinderat nicht öffentlich zu fassen, sei ein Fehler gewesen, räumte Öftring ein. Doch sei das nun öffentlich nachgeholt worden. "Es sollte nichts hinter verschlossenen Türen entschieden werden, wir wollten eigentlich zunächst nur die Meinung des Gemeinderats hören. Es will sich auch niemand ein Denkmal setzen oder Geld in die eigene Tasche stecken", bekräftigte der Initiator.
Gegen den Willen der Bevölkerung werde der Verein das Projekt nicht durchsetzen, idealerweise sollte es ein Gemeinschaftswerk aller Fuchsstädter sein. Daher bitte er um Unterstützung durch Spenden oder Arbeitseinsätze.

"Reduzierter Baukörper"


Mario Hugo stellte die Pläne vor. Demnach soll am Heinig ein "reduzierter Baukörper" entstehen, der sich in den Hang einfügt und in seiner schlichten Ausführung aus Beton und Holz an der spärlichen und kargen Vegetation orientiert. Den Grundriss der Kapelle bildet ein Dreieck mit 31,25 Quadratmetern Fläche. In der Mitte ist eine Skulptur vorgesehen, drei Bänke an der Rückseite laden zum Verweilen ein, an der Decke soll ein frei hängendes Kreuz angebracht werden. "Zusammen mit dem am Heinig bereits vorhandenen Kreuz, den zwei Linden und der Bank würde ein sehr schönes Ensemble entstehen", erläuterte Hugo.
Auf eine Nachfrage zu den drei geplanten Stufen erklärte der Planer, dass die Entwürfe noch geändert werden könnten und eine behindertengerechte Lösung sei. Manfred Öftring ergänzte, dass das Gelände auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sei, wenn der vorhandene Weg hergerichtet werde.

"Gegen Neid und Egoismus"


Pfarrer Erich Sauer verwies auf die offene Bauart der Kapelle und die hiermit verbundenen Gefahren von "Wegelagerei" und Vandalismus. Mario Hugo erklärte, Kapelle und Einrichtung seien so konzipiert, dass nicht viel zerstört werden könne. Und Manfred Öftring setzt auf die Vernunft der Menschen.
Nach den Gesamtkosten befragt, sprach der Planer von rund 65 000 Euro, wenn alle Arbeiten von Firmen ausgeführt würden. Durch Eigenleistungen könne das Projekt natürlich deutlich günstiger werden.
Im Anschluss stellte Bildhauer Ralph Hartan seinen Entwurf für die Skulptur vor. Auf einem Edelstahlpodest soll eine Steinkugel mit einem Durchmesser von 50 Zentimeter aus hartem Jurastein ruhen. In die Kugel will Ralph Hartan als Symbol der Dreifaltigkeit eine Hand, eine Taube und ein Antlitz des Herrn einarbeiten. Im Sockel ist zudem ein ewiges Licht vorgesehen und auf der Rückseite der Skulptur ein Sinnspruch. Die Gesamthöhe beträgt rund 1,85 Meter. Auf der Bank in der Kapelle sitzend sollen die Menschen auf die Skulptur und auf die Landschaft schauen können. "Die moderne Gestaltung der Kapelle entspricht dem 21. Jahrhundert und soll möglichst auch junge Leute ansprechen, die nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen, und auch ihnen einen Platz zur Einkehr und Besinnung bieten", so Hartan.
Bürgermeister Peter Hart (CSU-UWG) meinte, es wäre schade, wenn das Vorhaben nicht umgesetzt würde. "Mit der Kapelle können wir Danke sagen dafür, dass es uns gut geht und ein Zeichen gegen Neid und Egoismus setzen", sagte der Ortschef. Weil die Kapelle in einem Naturschutzgebiet geplant sei, habe es einen Ortstermin mit Vertretern des Landratsamtes gegeben. Dabei hätten Bedenken der Behörde ausgeräumt werden können. Er sei optimistisch, dass die benötigten Mittel mit Hilfe von Unternehmen und privaten Sponsoren aufgebracht werden können. "Wir sollten das Projekt nicht sterben lassen", betonte Hart.
Auch Altbürgermeister Josef Hugo begrüßte den geplanten Kapellenbau. Er sei erschrocken über die Heftigkeit der Debatte und appellierte an die Bürger, keinen Unfrieden zu stiften. "Fuchsstadt hat 30 Jahre eine hervorragende Dorfgemeinschaft gehabt", so Hugo.