Der Profi ahnte es gleich: "Das wird ganz, ganz eng", sagte Ralf Zacherl schon nach der Vorspeise. Stimmt: Am Ende gewannen die Bad Kissinger "Großwildjäger" den erstmals durchgeführten Kochwettbewerb für Amateure bei der Offroad-Messe Abenteuer und Allrad mit nur zehn Punkten Vorsprung vor den "Labor-Brutzlern" (ebenfalls aus Bad Kissingen) und der Bamberger Kochfamilie "Sky-Cooks".
Bei den "Großwildjägern" gab Astrid Schmitt den Ton an, sie hatte schon einmal eine TV-"Küchenschlacht" für sich entschieden. Zum Team gehörten Tanja Schmitt und Sabrina Wiedamann. Das Trio hatte am Samstag die Vorentscheidung souverän gewonnen und darf sich jetzt über 2000 Euro freuen.
Die Jury - neben Zacherl Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) und Marcel Berckner als amtierender Bad Kissinger Meister der Koch- Azubis - hatte es nicht leicht, die Qualität der Menüs war gut. Auch wenn Zacherl über Polenta-Klößchen lästerte, die könne man mit einer Schleuder verschießen. Ein ziemlich zäher Zebra-Braten kam bei ihm ebenfalls nicht gut weg: "Schaut Euch die Zebras im Zoo an, aber legt sie nicht in die Pfanne."
Die Teams hatten alle eine schwierige Aufgabe zu lösen: Erst mussten sie einen Warenkorb mit ihnen zuvor nicht bekannten Produkten finden, dann war auf einer offenen Flamme, die man mit Feuerstein erzeugen musste, ein Festessen zuzubereiten. Auf Oktopus(-suppe) folgte ein Zebrabraten mit Gemüsen. Außerdem war ein Nachtisch aus Früchten zu servieren.
Bad Kissingens Sterne-Koch Hermann Laudensack zeigte sich überrascht vom Niveau und Engagement der Teilnehmer. Und OB Blankenburg hat nicht nur gut gegessen, sondern auch für die Stadtratsarbeit etwas gelernt: "Wenn alle zusammenwirken, kann aus kleinen Zutaten etwas Großes entstehen."
Der Kochwettbewerb war ein Highlight der 14. Abenteuer und Allrad. Die Veranstalter sind zufrieden. Pro-log-Gesellschafter Peter Rößner zog dieses Fazit: "Toll - so wie wir es haben wollten." Allerdings kamen "nur" 51 600 Besucher, 60 000 hatte man erhofft nach 53 800 im Vorjahr. 2011 hatten die Schrottplatz-Brüder Ludolf viele angelockt. Dabei war der Besucherstrom an den ersten drei Tagen beachtlich gewesen. Zumal das Wetter besser war als prognostiziert. Auf dem Ostring kam es am Freitag zwar zu Staus, aber sonst gab es keine negativen Vorkommnisse. Die Polizei musste nicht einschreiten, die Beamten konnten am Sonntag sogar auf der Zufahrt Kontrollen üben. ed