Fabian Gock hatte schon selbst Probleme beim Wechseln der Straßenseite, weil Autofahrer ihn nicht beachteten. Der junge Wirmsthaler wohnt mit seinen Eltern direkt an der Hauptstraße. "Man müsste die Geschwindigkeitsbegrenzung im Ort klarer darstellen", sagt er. "Dann wäre auch die Lärmbelästigung nicht so gravierend."
Bis zu 4500 Fahrzeuge wälzen sich täglich durch Wirmsthal.
Viele Pkw-Fahrer sind mit zu hoher Geschwindigkeit - es gilt Tempo 30 - unterwegs und nehmen keine Rücksicht auf die geänderte Vorfahrt. Denn im Ort gilt seit einiger Zeit "rechts vor links". Die Hauptstraße ist nicht mehr wie früher vorfahrtsberechtigt.

Ortssprecherin Roswitha Schwarz glaubt, dass an der Situation nicht viel zu machen ist. "Die Polizei kontrolliert bei uns immer wieder, sogar in Zivil. Sie kann aber keine Laserpistole einsetzen, weil es an einem längeren geraden Stück in der Ortsdurchfahrt fehlt", erklärt sie. Mit dem Radarmessgerät ginge es schon gar nicht.
Schwarz wünscht sich, dass "die Autofahrer etwas vernünftiger reagieren", und fügt hinzu: "Bisher ging es mit zwei Blechschäden noch glimpflich ab." Ihrer Meinung nach wäre es sinnvoll, schon an der Autobahn ein Hinweisschild über die Sperrung, insbesondere in Bad Kissingen, anzubringen.

Der Verkehr rollt verstärkt durch Wirmsthal, seitdem die Kreisstraße KG 4 von Ramsthal nach Ebenhausen wegen des Ausbaus komplett gesperrt ist. Die Sperrung der Abzweigung der B 287 an der Bad Kissinger Südbrücke hat die Lage seit Anfang des Monats noch zusätzlich verschärft: Morgens und abends zwängen sich die Autos durch Wirmsthal. Die Ortsdurchfahrt ist eng, bei Gegenverkehr gibt es nicht viel Platz zum Ausweichen. Wenn sich dann noch ein Lastwagen in den Ort verirrt, ist die Straße blockiert. Denn die Lkw-Fahrer versuchen, wie schon zu beobachten war, wieder aus Wirmsthal hinaus zu rangieren.

Die Autofahrer werden am Euerdorfer Kreisverkehr über die Sperrung in Bad Kissingen informiert. Die Umleitung beschreibt einen langen Umweg. Mancher Pkw-Lenker ignoriert die Sperrung der B 287 und landet in einer Sackgasse. Es hilft auch kein Geheimtipp oder Schleichpfad, zum Beispiel durch das Euerdorfer Wohngebiet "Am Steinbruch". Dort stehen die angesäuerten Anwohner schimpfend am Straßenrand.

Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden und Gemeinden reagieren werden. Die derzeitige Situation ist für die Anwohner nicht länger hinnehmbar und der Verdruss der Wirmsthaler wächst. Sie fragen sich täglich: "Wann wird endlich etwas gegen die Blechlawine unternommen?"