Laut Protokoll der Sitzung des Kulturausschusses, in dem sie kein Mitglied ist, will CSU-Bezirksrat und Fraktionsvorsitzender Peter Motsch 20.000 Euro an Personalkosten in 2013 reduzieren. Man denkt an weitere Schließtage und - wegen der geplanten Baumaßnahme in der Schlossküche - an eine Verkürzung der Saison. Zudem will Motsch, dass man über Bürgermeister Wolfgang Back die Gemeinde stärker ins Obligo nimmt. Das bestätigte dieser auf Anfrage und auch, dass die in der Presse nachzulesenden Aussagen, dass alles beim Alten bleibt, offensichtlich nicht den Tatsachen entsprechen.

Back ist "wahnsinnig entsetzt und enttäuscht von der Haltung des Bezirkes". Vor allem ärgert ihn, dass falsches Spiel gespielt wird. Man wolle die Öffentlichkeit im Glauben lassen, dass keine Veränderungen oder Kürzungen im Personalbereich anstehen.
Aber im dunklen Kämmerlein und auf Anraten von Motsch komme der Kulturausschuss zu einer ganz anderen Abstimmung. "Das ist in keiner Weise ein sauberer und fairer Umgang mit der Wahrheit", findet Back und nennt das Verhalten von Motsch auch gegenüber der Vizepräsidentin Renner "mehr als niederträchtig".

Back unterstreicht, er stehe zu seiner Aussage gegenüber dem Bezirkstagspräsidenten, dass der Markt Bad Bocklet mit seiner Tourismus GmbH die Vermarktung des Schlosses kräftig unterstützen wird. Einige Ideen und Projekte seien mit Dotzel angesprochen, die Vorarbeiten für die Umsetzung laufen, um bereits 2013 mehr Besucher in das Schloss zu bekommen. "Sollte der Bezirk allerdings die Öffnungszeiten verkürzen und die angedrohten Personalkürzungen vornehmen, werde ich mich persönlich und auch die Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH, deren Geschäftsführer ich bin, aus jeglicher Unterstützung für das Schloss zurückziehen." Eine Auflistung, welche Leistungen Markt und Staatsbad GmbH bereits erbringen, bekam Dotzel vor Monaten überreicht.

Morgen, Dienstag, behandelt die Kulturausschusssitzung des Bezirkstags den Kulturhaushalt. Und damit wird wohl auch die Kürzung beim Personal in Aschach beschlossen werden. Karin Renner läuft nach den Worten von Back gegen diese Entscheidung ebenso Sturm wie er, glaube aber selbst nicht, dass sie die Meinung der Ausschussmitglieder ändern kann.


Bürgermeister wirbt um Verständnis

Back will umgehend an die Bezirksräte schreiben und darauf hinweisen, dass solche Kürzungen den Tod für Schloss Aschach bedeuten. Ein weiterer Schließtag bedeute auch für Schlosswirt Rainer Ernst einen wesentlichen Einschnitt in seine Geschäftsgrundlage. Die Anfahrt der Postkutsche an einem weiteren Schließtag der Museen wäre gefährdet. Und mit dem Förderverein, dem Bad Bocklet angehört, sei überhaupt nicht gesprochen worden, so Back.

Der Bürgermeister wirbt um Verständnis dafür, dass die Besucherzahlen sich nach der großen Baumaßnahme in den vergangenen Jahren noch nicht erholt haben können. Gerade deswegen aber sei es völlig unverständlich, dass der Bezirk nicht jede Möglichkeit gibt, das durch verstärkte Werbung für das Schloss zu ändern und die Zahl zu steigern. "Bei Kürzung von Öffnungszeiten und Personal kann ich heute schon prognostizieren, dass die Besucherzahlen weiter sinken, sodass die geplanten Investitionen - Toiletten und Küche - sinnlos wären", fürchtet Back.

Back weist darauf zudem hin, dass der Landkreis Bad Kissingen 2013 von der Kreisumlage (37,5 Millionen Euro) 16,5 Millionen Euro oder 44 Prozent an den Bezirk als Umlage weiterleitet. Der Anteil Bad Bocklets an der Bezirksumlage liegt 2013 bei 658.575 Euro, "eine stolze Summe", findet Back. Will heißen: Gegenleistung erwünscht.