Die Bezirkstagsvizepräsidentin Karin Renner formuliert vorsichtig: "Derzeit ist alles im Fluss, was die Kulturausgaben des Bezirks betrifft." Sie weiß, der Bezirk will auf Schloss Aschach sparen und kennt die Sorgen, die Bürgermeister Wolfgang Back deswegen umtreiben. Der befürchtet eine teilweise Schließung der Museen, und "das wäre eine Katastrophe für Bad Bocklet." Nicht nur, weil das Schloss gerne als Ort für Trauungen dient.
Er formuliert das nicht ohne Grund so drastisch. "Das Schloss ist - neben unseren Kuranlagen und dem Kurorchester - das, was wir unseren Gästen zu bieten haben." Er nennt es "das Kapital de Biedermeierbades", die wenigen Pfunde, mit denen es wuchern könne. Die Staatsbad GmbH, so Back, versuche alles, das Schloss zu vermarkten. Jeder einzelne Gast bekomme den Prospekt mit Besuchsempfehlung. Auf Messen verteile er die Prospekte mit Kurdirektor Thomas Beck unter potenziell Interessierten, schwärme vom Schloss und lade zum Besuch.

Insgesamt 10.657 Besucher hatte Schloss Aschach nach den Worten von Markus Mauritz, dem Pressesprecher des Bezirkstags. Offenbar zu wenige, um nicht über Personalkürzungen nachzudenken. Back aber erinnert daran, dass das Schloss lange Zeit wegen Renovierung geschlossen war, was zu Einbrüchen bei den Besucherzahlen führte. "Da muss man doch jetzt erst mal durch", appelliert er an den Bezirk und gibt zu bedenken: "Die Museen sind nur halbtags geöffnet und das nur von April bis Oktober." Da können vielleicht auch gar nicht mehr Besucher zusammenkommen.

Das sieht Peter Motsch anders. Der CSU-Fraktionssprecher im Bezirkstag sagt, dass er in anderen Museen mehr Engagement für Gäste erlebe als auf Schloss Aschach: "Da gibt es Freundeskreise oder Fördervereine", sagt er, "diesbezüglich gibt es in Aschach gar nichts. Weder von der Museumsleitung noch vom Bürgermeister."

Nichts mehr ohne Ehrenamt

Andernorts werden Motsch zufolge aus solchen Ehrenamtskreisen heraus sogar Führungen organisiert. "Das geht heute praktisch nicht mehr ohne Ehrenamt." Konsequenterweise sieht er auch Sparpotenzial auf Schloss Aschach, wohl auch bei den Personalkosten.

Für diese Haltung hat der Bürgermeister und Chef der Staatsbad GmbH kein Verständnis: "Nach Gesprächen mit dem Landesamt für freie Museen weiß ich, dass in Museen wie den Aschachern fachliche Führungen unumgänglich sind", sagt Back. Weder daran noch an den Öffnungszeiten dürfe gerüttelt werden. Überhaupt: Im laufenden Betrieb praktisch 20 Prozent der Kosten sparen zu wollen, sei ein Unding.

Motsch aber weist darauf hin, dass der Bezirk auf Schloss Aschach ja nicht nur sparen wolle, sondern auch investiere. Und zwar nicht wenig. Markus Mauritz bestätigt das. Der Bauausschuss des Bezirkstags habe empfohlen, das Geld für die Renovierung der WC-Anlagen, die Verbesserung der Schlosswirt-Küche und einen Museumsshop auf in den Haushalt 2013 einzustellen. "Alles andere wird eine politische Diskussion", sagt der Pressesprecher und äußert sich daher nicht zu einzelnen Spar ideen. Man müsse den nächsten Donnerstag abwarten, da steht Aschach auf der nichtöffentlichen Tagesordnung des Bezirkstags. Und im Übrigen gibt er sich gewiss: "Der Bezirk steht auch 2013 zu Schloss Aschach."

Was die Vermarktung des Schlosses betrifft, wünscht sich nicht zuletzt Bezirkstagsvize Karin Renner, "dass Bad Kissingen mehr einsteigt." Sie habe bereits Gespräche mit Kulturreferent Peter Weidisch geführt. Auch in der Kooperation mit dem Freilandmuseum Fladungen sieht sie neue Chancen.

Back unterstreicht nochmals, wie sehr die Staatsbad GmbH den Bezirk bereits unterstütze bei der Pflege der Parkanlagen oder wenn Bauhofleute benötigt werden. Die kostenlose Busanbindung für Gäste zahle die Gemeinde. Für die Postkutsche bringe sie zwei und damit doppelt so viele Anteile auf wie der Bezirk. Auch das sei Förderung für Schloss Aschach. Er rechnet es nicht gegen, wünscht sich aber, dass die Bezirksräte auch dieses Engagement bei ihren Entscheidungen bedenken.