Sinken die Temperaturen, steigen die Arbeitslosenzahlen. Das war auch im Januar so. Aus saisonalen Gründen, weil es zum Quartalsende Entlassungen gab und weil im Tourismus eine "stade Zeit" ist, sind jetzt in der Region 1525 Menschen mehr stellenlos als noch im Dezember. 9483 Frauen und Männer sind betroffen, 1389 weniger als vor einem Jahr.
Thomas Stelzer, Chef der Agentur für Arbeit Schweinfurt, zeigte sich nicht überrascht. Aufgrund der milden Witterung im Dezember habe sich der saisonale Anstieg in diesem Winter verzögert. Er habe erst im Januar etwas stärker zu Buche geschlagen. Dazu komme, dass im Hotel- und Gaststättenbereich viele Arbeitnehmer erst nach dem Weihnachts- und Silvestergeschäft freigesetzt wurden. Dieser Faktor habe auch im Handel eine Rolle gespielt. Aus den Produktionsbetrieben kamen doppelt so viele Arbeitslosmeldungen wie im Dezember. Viele Befristungen seien zudem ausgelaufen, sagte Stelzer. Es habe aber von einigen Unternehmen Signale gegeben, dass sie die Mitarbeiter eventuell im Frühjahr wieder einstellen wollten.
Im Landkreis Bad Kissingen sind 2535 Frauen und Männer als beschäftigungslos registriert; 376 mehr als im Dezember, aber 339 weniger als vor einem Jahr. Die Quote erhöhte sich um 0,7 Punkte auf 4,6 Prozent (Vorjahr: 5,2 Prozent). Sie ist wieder die schlechteste in der Region.
Für Main-Rhön haben sich 4,0 Prozent ergeben (Vormonat: 3,3/ Vorjahr: 4,6 Prozent). Spitzenreiter sind gleichauf Rhön-Grabfeld und Haßberge mit jeweils 3,7 Prozent (2,9/ 4,2 beziehungsweise 2,9/ 4,3). Für den Raum Schweinfurt errechneten sich 4,0 Prozent (3,5/ 4,6). Während sich die Industriestadt mit 6,5 Prozent (5,9/ 7,3) bescheiden muss, glänzt das Umland mit 2,9 Prozent (2,4/ 3,4).

Viele "Unterbeschäftigte"


Im Januar hatten sich deutlich mehr Menschen - 2234 (plus 78,7 Prozent im Vergleich zum Dezember) - stellenlos melden müssen. Betroffen waren vor allem Beschäftigte aus der Baubranche, anderen Außenberufen, aus Handel, Dienstleistungen und Tourismus. Anderer- seits konnten 724 (745) wieder ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Bei der "Unterbeschäftigung" ist die Tendenz gleich bleibend. Als unterbeschäftigt gelten etwa die 450 Ein-Euro-Jobber oder Kräfte, die aus Gesundheitsgründen keiner regulären Beschäftigung nachgehen oder eine Maßnahme (1500) durchlaufen. Ihre Zahl schwankt zwischen 4500 und 4900. Rund 1400 von ihnen befinden sich in einer "vorruhestandsähnlichen Regelung". Sie erscheinen nicht in der Arbeitslosenstatistik, sind aber oft doch auf Stellensuche.

Fast 2000 freie Stellen


Fast um ein Drittel zurückgegangen ist die Zahl der neu gemeldeten Stellen auf nur noch 539 (Dezember: 791, minus 31,9 Prozent). 1980 Jobs sind derzeit in der Region frei. Das sind etwa 26,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die zeitnahe Besetzung ist weiterhin schwierig. Nach wie vor fehlen in vielen Bereichen die passenden Kräfte. Seit Monaten besteht ein Überangebot bei den Büromitarbeitern. Während es viel zu wenige Teilzeitjobs ohne besondere Anforderungen gibt, ist es nicht einfach, Vollzeitkräfte mit entsprechenden Buchhaltungskenntnissen zu finden.
3995 Menschen (Dezember 3891) sind aktuell im Landkreis als arbeitssuchend gemeldet. Von den derzeit 2535 Arbeitslosen (2159) sind 1329 Männer - 52,4 Prozent (1064), 258 (199) sind 25 Jahre oder jünger, 1006 (898) sind 50 oder älter. 700 (679) sind seit einem Jahr oder länger ohne einen Job. 232 (209) sind schwerbehindert, 162 (132) sind Ausländer. 843 (682) mussten sich erstmals oder erneut stellenlos melden. 564 (344) kamen aus einer Erwerbstätigkeit. 475 Personen (511) verließen gleichzeitig die Arbeitslosigkeit wieder. 204 (158) haben einen neuen Job gefunden. 49 (71) begannen eine Ausbildung oder andere Maßnahmen. 87 (89) von ihnen sind 55 Jahre oder älter. 84 (118) sind 25 Jahre oder jünger. 153 (202) Stellen wurden der Agentur für Arbeit zur Besetzung mitgeteilt. Insgesamt sind 476 (458) Angebote derzeit frei. 4,7 Prozent (4,3) beträgt die Arbeitslosigkeit bei den Frauen. Bei den Männern sind es 4,4 Prozent (3,5). Bei den Jungen bis 25 sind es 3,8 Prozent (2,9), bei den Älteren (ab 55 Jahre) sind es 7,4 Prozent (6,8). ed