Gegen das so genannte Vorranggebiet WK 20 am Sodenberg entschieden sich 15 von 22 Räten. Beim Vorranggebiet WK 22 südostwärts Gau aschachs stand Bürgermeister Ernst Stross (SPD) allein auf weiter Flur. Eine Erweiterung dieses Gebietes nach Westen fiel glatt mit 22 Gegenstimmen durch. Für das Vorbehaltsgebiet WK 78 stimmten zehn Räte, zwölf waren dagegen. Dass Landschaftsschutzgebiete generell als Ausschlusskriterium gelten sollen, hielten neun Räte für gut, 14 stimmten mit nein. Vielmehr plädierten diese Räte dafür, die Bestimmungen des Regionalplans an die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung anzugleichen und somit Windkraftanlagen in Landschaftsschutzgebieten nicht grundsätzlich auszuschließen.


Heftiger Schlagabtausch



Der Abstimmung vorausgegangen war ein heftiger Schlagabtausch. In Anwesenheit zahlreicher Bürger aus dem von Windrädern am meisten betroffenen Stadtteil Gauaschach appellierte Bürgermeister Ernst Stross (SPD) an die Vernunft der Räte im Hinblick auf die bevorstehende Energiewende. "Jeder von uns hat eine ganz persönliche Verantwortung. Das Floriansprinzip gilt nicht."

Gauaschachs Ortsbeauftragte Heike Schuldheis (H.A.B) sagte, bei einer Info-Veranstaltung hätten sich 90 Prozent der Anwesenden gegen weitere Windkraft-Standorte ausgesprochen. Ihr Kollege Herbert Engelhardt ergänzte, deshalb würden die beiden Gauaschacher Räte alle weiteren Standorte ablehnen.

Gregor Schmid (SPD) wollte Windräder ausschließlich auf kommunalen Flächen, damit es nicht zu einer Bevorteilung Einzelner komme. Ursula Müller-Ahammer (SPD) entschied nach der Info-Veranstaltung gegen WK 22, wollte die Option WK 78 allerdings offen halten.


"Streichen, damit wieder Ruhe einkehrt"



Annemarie Fell (BfU-B90/Grüne) sagte, sie wolle WK 22 auch deshalb ablehnen, damit wieder Ruhe einkehre. Stefan Seufert (CSU) kritisierte den Bürgermeister. Er hätte auch die Bürger von Ober- und Untereschenbach frühzeitig hören müssen. Weil die Bewohner gegen Windkraft seien, werde auch die CSU ablehnen. "Die CSU soll ehrlich sagen, sie lehnt alle Standorte ab", warf Reinhard Schaupp (SPD) dem politischen Gegner Populismus vor. Das wiederum rief Patrick Bindrum auf den Plan."Bei Schaupp habe ich den Eindruck, er agiert nach dem Motto 'Dusch' mich, aber mach' mich nicht nass'."

2. Bürgermeister Reimar Glückler (CBB) bedauerte die Anfeindungen in Gauaschach nach Beantragung der Aufnahme zusätzlicher, privater Flächen, insbesondere die durch Ortsbeauftrage Heike Schuldheis hereingebrachte Schärfe. Sie habe Anteil am Unfrieden in ihrem Ort. Dem CBB bleibe nichts anderes übrig, als alle Standorte abzulehnen - auch die eigenen. Walter Bay (BfU-B90/Grüne) sagte, er werde nicht an dieser "Werbeveranstaltung" teilnehmen. Er kündigte an, die Standorte Sodenberg und WK 22 abzulehnen. Obereschenbachs Ortssprecher Heinz Falkenhain sähe im Aufstellen von Windrädern auf dem seinem Stadtteil nahe gelegenen Sodenberg eine nachhaltige Verschandelung der im Augenblick noch heilen Natur. "Das ist der gewissermaßen heilige Berg von uns, da passen Windräder nicht in das Bild."


Wer übernimmt die Projektleitung?



Im Zusammenhang mit dem geplanten Bürgerwindkraftwerk bei Feuerthal hatten sich die Räte zuvor hinter verschlossenen Türen mit der Frage beschäftigt, wer das Projekt in die Hand nehmen könnte. Nach Informationen des Bürgermeisters ist in der Angelegenheit aber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Der Punkt sei letztlich wieder von der Tagesordnung genommen worden.Stross' letzter Appell vor der Abstimmung: "Wir entscheiden jetzt mit, wie künftig Energie in Bayern erzeugt wird. Jeder ist hierbei in der Verantwortung."