Der "glanzvolle Seniorentag" an Dreikönig, der heuer zum 59. Male von der KAB (Katholische Arbeitnehmer Bewegung) im Pfarrsaal veranstaltet wurde, erwies sich als voller Erfolg. Wie KAB-Vorsitzender Oskar Hein sagte, habe man den Namen "Altentag" durch die zeitgemäßere Bezeichnung "Seniorentag" ersetzt. Wer im festlich dekorierten Saal die elegant gekleideten, frisch frisierten und froh gestimmten Senioren aus Nüdlingen und Haard betrachtete, wird der Namensänderung sogleich zustimmen.


Lebensfreude in den Gesichtern

Die Lebensfreude, die durch die musikalischen Darbietungen, die kostenlos angebotenen leiblichen Genüsse sowie durch besinnliche Gedanken zum Alter und vor allem durch einen humorvollen Einakter vermittelt wurde, war an den Gesichtern der Anwesenden abzulesen. Was KAB-Vorsitzender Oskar Hein und seine zahlreichen ehrenamtlichen Helfer liebevoll organisiert hatten, das wurde als herausragende festliche Veranstaltung empfunden. Viele begeisterte Senioren empfanden es wie ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk. Musikalische Akzente setzten gleich zu Beginn ein Liedvortrag des Frauenchors der Eintracht Haard (Leitung Ewa Duda). Oskar Hein meldete in seiner Festrede Zweifel an, ob die Redensart "Hauptsache ist die Gesundheit" wirklich stimme. "Die Hauptsache ist, dass wir einen festen Halt in unserem Leben haben und diesen nicht aus dem Blick verlieren. Einen Glauben zu haben bedeute, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren."


Glaubens- und Lebenserfahrung

Hinter den Worten "Wenn ich meinen Glauben nicht hätte" stecke eine große Menge positiver Glaubens- und Lebenserfahrung. Der Glaube gebe Kraft in den schwierigsten Situationen. Das Älterwerden sei ein Geschenk des liebenden Gottes, fügte Pfarrer Dominik Kesina hinzu. Er sprach von der "Gnade der geschenkten Zeit". Die Zukunftsaussicht helfe, das Alter mit seinen Beschwerden zu bestehen. Ältere Menschen mit ihren Lebenserfahrungen seien besonders empfänglich für die Botschaft Christi. Sie seien Bestandteil der Pfarrei und spielten eine große Rolle. Scherzhaft meinte der Geistliche: "Ohne euch wäre unsere Kirche noch leerer."


Ökumenische Zusammenarbeit

Pfarrer Philipp Klein sprach die Hoffnung auf weitere ökumenische Zusammenarbeit aus. Er verglich den Herbst als besondere Jahreszeit mit dem Älterwerden des Menschen. Man erkenne dabei, dass man irgendwann sich dem Ende nähere. Herbstzeit sei aber auch Erntezeit, und man könne auf schöne und glückliche Zeiten zurückschauen. "Manche denken an die Hochzeit, an die Geburt der Kinder und Enkel", sagte Pfarrer Klein, der auch an die Früchte, die im Leben gereift seien, erinnerte. Die Erinnerung sei wie ein Schatzkästlein, und man solle die Dankbarkeit nicht vergessen. Bürgermeister Harald Hofmann ermunterte die Senioren, sich auch für das Leben in der Gemeinde zu interessieren. "Gehen Sie positiv in das neue Jahr", schloss der Bürgermeister. Stellvertretender Landrat Emil Müller betonte, dass man in einer sehr bewegten Zeit mit massiven Veränderungen lebe. In der EU gebe es riesige Fliehkräfte.


Heftige Lachsalven

Schmunzeln und heftige Lachsalven löste der von der KAB-Theatergruppe aufgeführte Einakter "Der Familientyrann" aus. Der bekannte KAB-Laiendarsteller Gerd Nicolai verkörperte dabei meisterhaft einen früheren Soldaten, der seine Ehefrau (Margot Freidhof) und die Kinder (Jessica Hein und Stefan Lang) regelrecht tyrannisierte. Als angeblicher ehemaliger Wehrmachtsoffizier wollte er ihnen den "Schliff" beibringen.

Dann taucht ein mysteriöser Herr (Ernst Geist) auf, der das Familienleben kräftig durcheinanderwirbelt und dabei die angeblichen "Heldentaten" des früheren einfachen Soldaten (Gerd Nicolai) zurechtrückt. Die sechs Mitwirkenden, alle erfahrene Laiendarsteller der Theatergruppe, waren Gerd Nicolai, Margot Freidhof, Ernst Geist, Stefan Lang, Gitti Kleinhenz und Jessica Hein.


Sternsinger sammeln

Nach ihrer Sammelaktion besuchten die Sternsinger die Senioren und sangen ihre traditionellen Lieder. Bei einer Sammlung im Pfarrsaal wurde das Nüdlinger Ergebnis um 750 Euro aufgestockt.