Aber wirklich alle standen und klatschten, als die Weltretterkids mit ihren Klimaliedern und einem Rap dem Ende der Jubiläumsfeier des Bundes Naturschutz in München nochmal einen Glanzpunkt aufsetzten. Textschreiber und Komponist Carlo Hilsdorf aus Geroda als Gitarrist und Sänger und Kinder aus dem Landkreis Bad Kissingen rissen die über 1000 Festgäste mit ihren Liedern und ihrer Performance von ihren Sitzen.

45 Kinder aus den Ortschaften Riedenberg, Oberbach, Waldfenster, Stralsbach, Öhrberg, Lauter und Katzenbach waren mit ihren Lehrerinnen Theresia Schramm, Claudia Klaas und Gabi Stöbert kurz nach sechs Uhr morgens aufgebrochen, um etwa zwölf Stunden später nach einer langen Busfahrt auf die riesige Bühne des Prinzregententheaters zu stürmen. Die Wartezeit in den Garderoben war lang und die bekannte Moderatorin Ursula Heller vom Bayerischen Rundfunk musste zusammen mit den Lehrerinnen mithelfen, die Anspannung vor dem Auftritt halbwegs in Grenzen zu halten.

Und dann war er da, der große Auftritt. Konzentriert und topfit stürmten die Jungen und Mädchen aus den 3. und 4. Klassen mit ihren grünen Weltretter-T-Shirts auf die Bühne. Schon bei der Generalprobe hatten die Kinder beim Betreten der riesigen Bühne und angesichts des imposanten Zuschauersaals den Mund kaum wieder zugebracht. Und dazu noch all die Bühnentechniker, die Musiker der Bayerischen Kammeroper, die Scheinwerfer. Sie merkten schnell, sie sind bei einer wirklich großen Sache dabei.

Und dann, nach den Reden von Prof. Hubert Weiger, nach Staatsminister Marcel Huber und dem Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung war es endlich so weit: Die Urwaldbäume fielen um, die Wüste wurde noch heißer und die Eisbären wussten gar nicht mehr, wohin bei den schmelzenden Eisschollen.

Und die Gäste, sie ließen sich schon vom Refrain des ersten Liedes mitreißen: "Das ist der Kli-Kla-Klimawandel, wir alle sind gefragt, es kommt auf das an, was wir tun und nicht drauf, was man sagt"!

Konzept bestätigt

Dieser Auftritt ist ein Bestätigung für das Konzept des Weltretter-Projekts der Kreisgruppe, bei dem über 1500 Kinder aus Kindergärten und Grundschulen im Landkreis mitgemacht hatten: Mit Musik und Tanz entfalten Texte eine ganz andere Wirkung, sie berühren die Menschen noch auf eine ganz andere Weise. Viele der Aussagen aus der Festrede von Prof. Huber Weiger wurden mit den Liedern und den Bewegungen der Kinder noch einmal ganz lebendig. Egal, ob es um die industrialisierte Landwirtschaft ging, ob um die Energiewende, das Hochwasser oder den Umgang mit unseren Mitgeschöpfen, viele der Themen waren auch in der Liedern lebendig.

Strophen wie "Und wohnst du beim Atomkraftwerk, Fühlst du dich wie ein kleiner Zwerg. Die Technik, die dort herrscht macht Angst und Bang! Sagt mal, wo kommt der Müll den hin? Der strahlt noch wenn ich nicht mehr bin, Für alle, die noch kommen furchtbar lang", waren nicht nur topaktuell, sie unterstichen eindringlich, dass es um die großen Themen unserer Zeit geht. Und insbesondere der Refrain des letzten Liedes ermahnte die Anwesenden, doch auch weiter zu denken: "Denkt doch daran, denkt doch daran, die Zukunft fängt mit uns Kindern an. Ihr könnt uns das ruh´g glauben, denn wir machen keinen Witz, Wir sind die Weltretterkids."

Kein Wunder also, dass sich alle Feiergäste berühren ließen und stehend mitsangen. Ein schöner Zufall wollte es, dass Kinder aus dem Landkreis Bad Kissingen in einem von Max Littmann erbauten wunderschönen Theater sangen, ausgerechnet in dem Jahr, im dem Bad Kissingen den Architekten des Regentenbaus feiert.

Und natürlich verlangten die wochenlangen Proben, die Anstrengung der Fahrt und der gelungene Auftritt eine Belohnung für die Weltretter. So hieß es dann in Hellabrunn Eis essen, die Eisbären fotografieren und sich die Erlebnisse von der Seele reden und laufen - und natürlich im Zooladen noch ein paar Souvenirs einkaufen, damit die Eltern auch glaubten, was ihre Kinder alles erlebt hatten. red