Es geht eng zu. Sehr eng sogar, im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Kleinbrach. Auch wenn diese nur über 16 Aktive verfügt, so müssen doch die Tore der Gerätehalle geöffnet werden, damit bei einem Einsatz alle Helfer an ihre Schränke mit Helm und Schutzanzug kommen. Und da wird es jetzt zu eng.
Dabei hat die Wehr mit einem "Tragkraftspritzenfahrzeug" (TSF) eines der kleinsten Feuerwehrfahrzeuge, die es überhaupt gibt, oder besser gesagt, gab, denn das Tragkraftspritzenfahrzeug auf der Basis eines VW LT wird nicht mehr gebaut. Die Verantwortlichen der kleinen, rührigen Wehr ließen die Verantwortlichen der Stadtverwaltung also wissen: "Wir brauchen ein größeres Gerätehaus."

Eigenleistung angeboten

"Hätte uns die Stadt das Baumaterial zur Verfügung gestellt, wir hätten in Eigenregie das Haus vergrößert", sagt Kommandant
Matthias Mahlmeister. Allerdings: Jahrelang hatte die Wehr des kleinsten Kissinger Stadtteils - "20 Prozent unserer Stadtteilbevölkerung sind in der Feuerwehr" (Mahlmeister) - kaum Ernstfalleinsätze. Seit 2011 hat sich das grundlegend geändert. Damals hatte die Wehr einen Brand zu löschen, man rückte zu einer technischen Hilfeleistung und einem Fehlalarm aus. Nur drei Einsätze. Im Jahr 2012 verdreifachte sich die Zahl der Alarmierungen. Aber nicht ein "Feuerteufel", oder große Unwetter riefen die Kleinbracher Wehr zu insgesamt zehn Einsätzen, sondern schlicht und einfach eine Umstrukturierung in der Alarmierung.

Alarmierung aller Wehren

Wird die weit größere Wehr in Hausen alarmiert, erfolgt auch gleichzeitig der Alarm für die Feuerwehr in Kleinbrach. So wurden Wehrmänner aus Kleinbrach bei allen größeren Schadensfällen auch in der Kernstadt Bad Kissingen mit eingesetzt, denn egal ob Hausen, Garitz, Reiterswiesen, oder bei der Kern stadtwehr selbst, oftmals fehlt ausreichend Personal. Schule, Beruf und vor allem die Arbeitgeber verhindern, dass sich beim Alarm genügend Freiwillige einfinden. Und so werden inzwischen auch die Kleinbracher Feuerwehrleute an Gerätschaften anderer Wehren ausgebildet.

Ein Ersatz ist nötig

Es schließt sich der Kreis: Das in Kleinbrach stationierte TSF ist in die Jahre gekommen und könnte mit seinen inzwischen 31 Jahren locker bei jeder Historik-Rallye mitmachen. Das oftmals begehrte "H" im Nummernschild wäre ihm sicher, nur feuerwehrtechnisch ist der Oldie halt nicht mehr so ganz aktuell. "Ein TSF-W, also ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit einem kleinen Wassertank wäre unser Wunschtraum gewesen, aber die sind alle eindeutig zu groß", so der Kommandant.
Er hofft nun auf einen Mannschaftstransportwagen (MTW). "Da müssen wir dann halt versuchen, unsere Pumpe und Schlauchmaterial drin unterzubringen", blickt er in die Zukunft. Dieser Fahrzeugtyp ist größenmäßig der einzige, der in das kleine Feuerwehrhäuschen in Kleinbrach passt und in der Anschaffung auch bezuschusst wird. Dass ein neues Fahrzeug für die Kleinbracher Wehr angeschafft wird, versprach auch Stadtbrandinspektor (SBI) Harald Albert bei der Jahreshauptversammlung. "Auf jeden Fall soll die Eigenständigkeit aller Stadtteilwehren erhalten bleiben", sagte Harald Albert, der für diese Feststellung reichlich Beifall bekam.

Ohne die Wehr geht nichts

Auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), der der Versammlung beiwohnte, wollte nicht unerwähnt lassen, dass die Freiwillige Feuerwehr Kleinbrach gebraucht werde. "Ihr seid gerüstet und Ihr seid gewillt zu helfen. Und für die vielen Stunden Übung und Einsatz möchte ich Euch Dank sagen". Blankenburg betonte aber auch, dass die Feuerwehren in Bad Kissingen eine ganz wichtige Aufgabe im kulturellen Leben, gerade in den Stadtteilen, wahrnehmen würden. So gäbe es ohne Feuerwehr oftmals keinen Maibaum und selbst die große Kreisstadt könne ohne Mithilfe der umliegenden Wehren kein Rakozcyfest veranstalten.