Nach über 40 Jahren Treue zur Genossenschaftsbank wurde der Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank Bad Kissingen-Bad Brückenau eG, Hans Beudert aus Münnerstadt, in den Ruhestand verabschiedet.
23 Jahre war er als Vorstand tätig: "Der Abschied von den Kolleginnen und Kollegen fällt mir schwer", der Abschied vom "Bankleben fällt mir dank Mario Draghi leicht", denn der Präsident der Europäischen Zentralbank erschwere zunehmend die Arbeit der
Regionalbanken vor Ort, sieht der scheidende Vorstand die "Regulierungswut" kritisch.
Beuderts Dank ging an den Aufsichtsrat der VR-Bank, "weil die Zusammenarbeit trotz ihrer Aufsichtspflichten gut war, ich spürte ihre Rückendeckung
und ihr Vertrauen." Er sei froh, dass mit Michael Kaiser, der seit Juli vergangenen Jahres zum Vorstandsmitglied bestellt wurde, ein kompetenter und zukunftsorientierter Nachfolger gefunden wurde: "Er war unser Wunschkandidat, er wird zusammen mit Rainer Geis unsere VR-Bank gut die Zukunft führen."
Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Schott betonte in seiner Laudatio, dass Beudert mit "profundem Wissen, Kompetenz und Engagement" die Bank geleitet habe. "Viel Überzeugungskraft war notwendig, um das Unternehmen erfolgreich auf Kurs zu halten." Unter der Führung des scheidenden Vorstandes sei die VR-Bank kontinuierlich gewachsen. "Ich schätze ihre feine und angenehme, besonnene und ruhige Art."
Auch seitens des Genossenschaftsverbandes Bayern, vertreten durch Roland Streng, Regionaldirektor Franken, fand man lobende Worte:"Mit Kondition, Ausdauer und Reaktionsvermögen, mit großer Verantwortung und gutem Gespür" habe Beudert die Geschicke der größten Genossenschaftsbank des Landkreises Bad Kissingen gelenkt: "Ihnen war die regionale Verwurzelung und die Mitgliederförderung zu allen Zeiten wichtig." So habe die VR-Bank heute ein hervorragendes Standing.
Thomas Fleischmann, Regionaldirektor der DZ-Bank AG, verwies auf die regulatorischen Hürden, die ein Bankvorstand in den vergangenen Jahren immer wieder nehmen musste: "Mit ruhiger Hand haben Sie die Geschicke ihrer Bank gelenkt", hob er vor allem die Sozialkompetenz des begeisterten Hobbymusikers hervor: "Ihnen gelang es in außerordentlicher Weise, die passende Lebensmelodie zu spielen", die Integrität Beuderts zeige sich durch sein Bestreben, die Mitglieder und die Region nachhaltig zu fördern. Menschen wie er machten es möglich, dass die Genossenschaftsbanken trotz der Finanzkrise nichts an Vertrauen eingebüßt hätten. Vorstandskollege Rainer Geis dankte mit aufrichtigen und sehr persönlichen Worten seinem Vorstandskollegen, mit dem "ich sechs Jahre zusammen die Bank leiten durfte". Aller Abschied falle schwer und er hätte gerne noch einige Jahre mit seinem erfahrenen Kollegen weitergearbeitet.
Auch sein Nachfolger Michael Kaiser unterstrich die positive Einstellung Beuderts zum Leben: "Ihre Erfolge sind nicht zufällig entstanden, sie sind hart erarbeitet." Er würdigte Beuderts genossenschaftlichen Gedanken: "Bescheidenheit, Bodenständigkeit und Besonnenheit" hätten seine Arbeitsweise geprägt.
Die Belegschaft der VR-Bank dankte ihrem "Chef" mit einigen launigen, wohlgemeinten Liedern und einem humorvollen Rückblick auf sein Arbeitsleben, das 1970 mit der Ausbildung in der Raiffeisenbank Münnerstadt begann. Nach dem Besuch der Fachoberschule und der Bundeswehrzeit kehrte Beudert in die Raiffeisenbank Bad Kissingen zurück, zunächst als Privatkundenberater. Nach einigen Lehrgängen und dem Abschluss als Diplomierter Bankbetriebswirt ADG erhielt Beudert Einzelprokura und wurde im April 1993 zum Vorstandsmitglied ernannt. Seit 2009 ist er Vorstandssprecher, darüber hinaus seit dieser Zeit auch Kreisverbandsvorsitzender für den Bereich Bad Kissingen und Vertreter im Genossenschaftsverband Bayern. Viele ehemalige und noch amtierende Vorstandskollegen aus den umliegenden Genossenschaftsbanken waren der Einladung zur Verabschiedung gefolgt.