Kleiner Spielplatz, großer Aufwand: Mehr als drei Jahre lang wird bereits am neuen Wasserspielplatz im Siebener-Park geplant, am Sonntag wird er endlich eingeweiht. "Wir hatten die Idee und sind auf die Stadt zugegangen", berichtet Axel Zeier über die Entstehung. Zeier ist Vorsitzender des Bad Brückenauer Traditionsvereins "Tätsch'r-Verein Gemütlichkeit".

Vor fünf Jahren ließ der Verein ein altes Spektakel wieder aufleben: Als das alte
Siebener-Badehaus noch stand, fanden einst im Park daneben die Feuerwehr-Feste statt. Im Jahr 2008 knüpften die Tätsch'r an die Tradition an und veranstalteten "Sinn in Flammen": Kerzen treiben auf kleinen Booten im Mühlgraben, Feuer brennen und Lampions hängen in den Bäumen. "Das war damals als einmaliges Fest geplant", erinnert sich Zeier. Aber: "Da kamen auf Anhieb ja so viele Besucher, dass wir gar nicht anders konnten, als das zu wiederholen", sagt Zeier.
Also gab es 2009 zum 120-jährigen Bestehen des Vereins, in den nur gebürtige Bad Brückenauer Männer aufgenommen werden, die zweite Auflage, und 2010 die dritte. Nach den drei Festen war die Vereinskasse gut gefüllt und der Vorstand überlegte, was er damit machen könnte. Bislang bauten die Tätsch'r vor allem Brunnen: "Das letzte Projekt der Tätsch'r war der Rathaus-Brunnen, das war ein ganz schöner Batzen damals, deshalb mussten wir auch erst einmal Geld sammeln."

Bei "Sinn in Flammen" waren Axel Zeier mehrfach die spielenden Kinder am Mühlgraben aufgefallen, also lag die Idee nahe, dort ein Spielgerät aufzustellen. 2010 wandte sich Zeier mit seiner Idee an die Stadt, die heutige Bad Brückenauer Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) unterstützte das Projekt bereits seit vor der Amtseinführung. Doch die Tücke steckte im Detail: Zeier regte den Bau einer so genannten Archimedischen Schnecke an, um Wasser aus dem Mühlgraben zu entnehmen. Die Fischer reklamierten jedoch, dass die Kinder damit auch die Fisch-Setzlinge entnehmen. Also sollte ein Pump-Brunnen gebaut werden.

Während der Planung erhob jedoch das Gesundheitsamt plötzlich Einwände. Durch die alten Kläranlagen entlang der Sinn werden immer wieder Koli-Bakterien im Mühlgraben nachgewiesen. Schließlich sprangen die Stadtwerke ein, setzen einen Schacht und speisten den Spielplatz mit Trinkwasser.

"Die Stadt hat den Spielplatz zwar gebaut, aber ohne die Unterstützung der beiden Vereine hätten wir uns das nicht leisten können", sagt Meyerdierks in der Rückschau: Neben den Tätsch'rn gab noch die mittlerweile aufgelöste Elterninitiative "Regenbögelein" eine Spende aus den früheren Basaren im Staatsbad. 20.000 Euro hat der Spielplatz gekostet, 5000 Euro gaben alleine die Tätsch'r. Und das muss nicht alles gewesen sein: "Der Spielplatz ist noch ausbaufähig: Wenn wir wieder Geld haben können wir noch etwas dazustellen", sagt Axel Zeier und hofft auf möglichst viele Besucher sowohl zur Einweihung am Sonntag, als auch zu "Sinn in Flammen" am 27. Juli.

Termin

Die Einweihung des neuen Wasserspielplatzes im Siebener-Park findet am kommenden Sonntag, 5. Mai, um 11 Uhr statt. Für musikalische Umrahmung sorgen Schüler der Bad Brückenauer Musikschule, zudem kommen Kinder aus dem Hort des Kindergartens "Regenbogenland". Für Essen und Getränke sorgen die Mitglieder des "Tätsch'r-Vereins Gemütlichkeit".rr