In Oerlenbach wurde kurz vor Schuljahresende die neunte Klasse aus der Mittelschule entlassen. Ein Ereignis wie jedes Jahr, möchte man meinen. Doch Klassleiterin Gundula Reuter stellte gleich zu Beginn fest, dass diese Klasse etwas ganz Besonderes gewesen war.

Als begeisterte Mathematiklehrerin habe sie versucht, das in Zahlen auszudrücken: Etwa 550 Unterrichtstage, rund 130 Leistungsnachweise, 14 Wochen Onlineunterricht, etwa 500 Entschuldigungen fürs Zuspätkommen aufgrund eines defekten Weckers, fünf Tage lang 600 Kilometer entfernt gemeinsam auf Abschlussfahrt - all das spiegele nicht annähernd, das Miteinander der letzten Jahre. Mit Worten wie "Verantwortungsgefühl", "Engagement", "Verlässlichkeit" und "Freundlichkeit" könne man die Klasse schon eher beschreiben.

Am deutlichsten jedoch machten das Ambiente und der Verlauf dieses Abends deutlich, was diesen Jahrgang auszeichnete: Mit einem Sektempfang im Pausenhof, einer liebevoll dekorierte Aula, kleinen Präsente für die Lehrkräfte, einer herzlichen Begrüßung durch Abschlussschülerin Marie Kirchner und einer kurzweiligen Dankesrede des Absolventen Finjan Holschuh zeichnete sich diese Feier aus. Klassleiterin Gundula Reuter hatte eine aufwändige Diashow zusammengestellt, bei der viele schmunzelten oder staunten. Und gute Leistungen und Noten gab es obendrauf.

Gleich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler wurde für einen besonders guten Abschluss ausgezeichnet. Katharina Ludwig, Annika Greubel, Marie Kirchner und Fabian Wilm erhielten von der Gemeinde, der Sparkasse, der Raiffeisenbank und dem Förderverein eine Anerkennung.

Schulleiter Ulrich Müller, Bürgermeister Nico Rogge und die Elternbeiratsvorsitzende Claudia Sandrock gratulierten den Neuntklässern ebenfalls. Es gelte, die nun neu erworbene Freiheit zielgerichtet zu nutzen. "Wachst wie ein Baum dem Licht, dem Glück entgegen."