Ebenhausen soll ein Bürgerhaus bekommen, das im Zuge des Feuerwehrhaus-Umbaus entstehen soll. Deshalb haben sich jetzt die Gemeinde Oerlenbach, die Dorfgemeinschaft von Ebenhausen mit allen Vertretern der 16 ortsansässigen Vereine und diverse Interessengemeinschaften, interessierte jugendliche und erwachsene Bürgerinnen und Bürgern zu einem Workshop in der Turnhalle getroffen.

Schon seit vielen Jahren gibt es den Wunsch, das Feuerwehrhaus zu erweitern und zu modernisieren. Die Räume sind zu klein, die Fahrzeughalle unbeheizt und es gibt keine separaten Umkleiden. Der Umfang der Erweiterung des Ebenhäuser Feuerwehrhauses wurde in Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr Ebenhausen, mit Kreisbrandrat und Kreisbrandmeister, mit der Gemeinde sowie mit dem Architekturbüro Perleth festgelegt. Für diesen Umbau aber kann die Gemeinde mit keinerlei Zuschüssen rechnen, auch wenn sie Verständnis für das Anliegen der Feuerwehrleute hat und sich in der Pflicht sieht. Und so lag es nahe, das Ganze mit einer bezuschussungsfähigen Maßnahme zu verbinden.

Im Laufe der Planung entstand die Idee zu einem Dorfgemeinschafts- oder Bürgerhaus, das in möglichst vielen Bereichen doppelt genutzt werden kann. Also sowohl von der Feuerwehr als auch bei Bedarf von der Allgemeinheit. So könnten alle Bürgerinnen und Bürger und auch die Vereine von Ebenhausen davon profitieren.

Da die Gemeinde eine Nutzung und den Betrieb des Gebäudes durch die ortsansässigen Vereine anstrebt, wurde eine frühzeitige Bürgerbeteiligung zur Nutzung als sinnvoll erachtet. So können Wünsche und Bedenken von Beginn an in der Planung berücksichtigt werden.

Überraschend viele Bürgerinnen und Bürger waren dem Aufruf zur Mitarbeit im Workshop gefolgt, auch wenn die überwiegende Mehrheit der Anwesenden aus den Reihen der direkt betroffenen Ebenhäuser Wehr kam. Der Workshop wurde vom beteiligten Architekt Joachim Perleth geleitet, der das Projekt zunächst detailliert vorstellte.

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Synergieeffekt, das heißt auf der doppelten Nutzung der Räume, insbesondere der Nebenräume und Sanitäranlagen, sowohl durch die Feuerwehr als auch durch die Bürgerinnen und Bürger. Bisher ist geplant, dass der Altbestand des Feuerwehrhauses aufgrund seiner schlechten energetischen Verhältnisse insgesamt fast unangetastet bleibt und nur in Werkstatt, Lager- und Technikräume umgewandelt wird. Die Umkleiden, der Sanitärtrakt und auch die Gruppenräume werden nördlich an das alte Gebäude bei einer gleichzeitigen seitlichen Verlängerung angebaut.

Außerdem sollen auf dem jetzigen Grünstreifen im Norden des Feuerwehrhauses neue schräg angeordnete Parkplätze mit Einbahnstraßenregelung entstehen, von denen ein gewisser Grundbestand immer für die Nutzung durch die Feuerwehrleute frei gehalten werden muss.

Im Anbau werden die Toilettenanlagen, die Duschen und Umkleiden mit Spinden für mehr als 60 Feuerwehrleute sowie ein kleinerer Raum mit etwa 30 Quadratmetern und ein größerer "Gruppenraum" mit ungefähr 65 Quadratmetern entstehen. Zur Doppelnutzung sind dort die Toiletten und die beiden Gruppenräume vorgesehen, denn auch ein Büro für den Feuerwehrkommandanten wäre in dem kleineren Raum sinnvoll.

Bei der anschließenden Mitarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellte sich allerdings in einer kontroversen Diskussion schnell heraus, dass dem Wunsch etlicher Bürgerinnen und Bürger und mancher Vereine nach einem großen Veranstaltungsort für ungefähr 100 Personen, der auch für private Feiern genutzt werden könnte, nicht entsprochen werden kann. Eine private Nutzung ist in der bereits erfolgten Zusage des ALE (Amt für Ländliche Entwicklung) für eine Förderung bis zu 300.000 Euro nicht vorgesehen oder sogar ausgeschlossen.

Nachdem die Missverständnisse über die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses ausgeräumt waren, kamen gute Vorschläge wie zum Beispiel eine Verbreiterung des Anbaus in östlicher und westlicher Richtung, um den vorhandenen Baugrund maximal auszunutzen und den Neubau möglichst groß zu machen. Auch eine bewegliche Gestaltung der Zwischenwände durch ein Modulsystem wurde vorgeschlagen. Ein Bürger wies auf die Notwendigkeit einer Notstromeinspeisung für den Katastrophenfall hin. Bürgermeister Nico Rogge versprach, dass alle Vorschläge auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden. Aber alles werde sich nicht umsetzen lassen.

Alle Ebenhäuser Vereine und Interessengemeinschaften - auch diejenigen, die nicht bei dem Workshop anwesend waren - sind nun aufgerufen, ihre Nutzungsmöglichkeiten für die neuen Räume schriftlich bei der Gemeinde einzureichen. Somit kann der tatsächliche Bedarf und die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses besser ermittelt werden. Schließlich soll die Umsetzung der Baumaßnahme schnellstmöglich in Angriff genommen werden, damit die Feuerwehr Ebenhausen endlich zur einem moderneren Feuerwehrhaus kommt.