Da kommt einiges auf Riedenberg zu. "Wir haben mehr als 12 000 Zuschauer zur Brückensprengung zu erwarten", sagte Bürgermeister Robert Römmelt, als er während der jüngsten Gemeinderatssitzung nochmals über die Prognose für die Sprengung der Sinntalbrücke am Samstag informierte. "Das bedeutet, dass wir ein gutes Konzept zur Bewältigung der Menschenmassen haben müssen".

Da Riedenberg selbst für alle Fahrzeuge - außer denen von Anwohnern - komplett gesperrt sein wird, liegen alle Parkmöglichkeiten außerhalb. Geplant ist, die Umgehungsstraße von Oberbach bis Riedenberg hierfür zu nutzen. Das bedeutet längere Fußmärsche, auf die sich die Zuschauer einstellen müssten. "Am besten wäre es, dies zu einem Wandertag zu machen, da das Erreichen der verschiedenen Aussichtspunkte auch schon mal eine Stunde und mehr dauern kann", wünscht sich Bürgermeister Römmelt. Gedanken muss man sich auch über eventuelle Müllberge machen. Hier appelliert die Gemeinde an die Vernunft aller Besucher, nichts zurückzulassen.

Die Sprengung beschäftigt derzeit aber nicht nur Politik und Verwaltung, auch viele Riedenberger Bürger sind in Sachen Vorbereitungen aktiv. Im ganzen Ort sind die Häuser mit den besten Aussichtsmöglichkeiten ausgetestet worden. Dort gibt es dann große Treffs zum gemeinsamen Beobachten des Großereignisses. "Bei uns übernachten zahlreiche junge Leute von Freitag auf Samstag, da sie am Samstagmorgen gleich vor Ort sein wollen und man von unseren Balkonen eine gute Sicht hat", erzählt Familie Schneider schmunzelnd. Zur Sicherheit wird dort die Laufstrecke durch das Wohnzimmer mit Maler-vlies vor Verschmutzung oder gar Beschädigung geschützt.

Sogar ein geplanter Junggesellenabschied wurde dem Ereignis angepasst. "Eigentlich wollten mir mit dem Bräutigam zur Kieler Woche und dort unseren Spaß haben, aber nachdem wir dann bemerkten, dass das Sprengdatum genau auf diesen Tag fällt, haben wir natürlich umdisponiert und werden in Riedenberg so einiges auf die Beine stellen", erzählt der Bruder des Bräutigams Christoph Dorn. "Aber wir können natürlich die Einzelheiten noch nicht verraten, da es ja eine Überraschung für den Bräutigam sein soll."

Insgesamt gehen die Riedenberger Bürger relativ entspannt in diesen ereignisreichen Samstag. Nicht zuletzt, weil das Wetter in der vergangenen Woche ein Einsehen hatte. Denn so konnten alle Aussichtspunkte und die Wiesen, die als Zugang zu den Aussichtspunkten dienen, noch gemäht werden, damit sie hoffentlich nicht zu Schaden kommen. Für alle angereisten Gäste werden am neuen Mehrzweckgebäude von der Freiwilligen Feuerwehr Essen und Getränke angeboten. Wer noch länger im Ort verweilen möchte, kann zusammen mit vielen Riedenbergern ab 18 Uhr am Johannisfeuer teilnehmen, das der Gesangverein ebenfalls am Mehrzweckgebäude veranstaltet. Sollte das Wetter wider Erwarten nicht mitspielen, kann in die neue, große Feuerwehrhalle ausgewichen werden.