Dennoch steckte viel Arbeit in der knapp zwei Stunden langen Aufführung. "Wir haben seit einem halben Jahr jeden Mittwoch hart geprobt", verrät Schülerin Lilli Sammüller, die in die Rolle des Zimmermädchens schlüpfte. "Nie hätten wir sonst so freundschaftlichen Kontakt zu unseren jüngeren Mitschülern bekommen", weist sie auf die Schauspielbeteiligung mit Gymnasiasten der fünften bis achten Jahrgangsstufe im Team hin. Für passende Details zur Bühnenausstattung habe sie den Fundus der Großeltern geplündert.

Spielt doch das Theaterstück im England des frühen vergangenen Jahrhunderts, wo bekannte Romanfiguren wie Sherlock Holmes (Jannik Baldauf) und Dr. Watson (Titus Keul), Miss Marple (Eva Schiffner), Hercule Poirot (Arina Maljuga) sowie zwei englische Polizisten (Sarah Kinle und Sabrina Hahn) ihre Ermittlungen gegen das Verbrechen aufnehmen. Im Blickpunkt steht der Diebstahl eines wertvollen Gemäldes. Tatortkulisse ist das Hotel "Dead Body Inn", wo es im Verlauf der spannenden Kriminalgeschichte hin und wieder einige Morde gibt. Es ist eine schaurig schöne Geschichte, die viele Klischees über das alte England und die oben genannten Romanhelden widerspiegelt.


Die Gangsterbraut hat ihren Spaß



"Ich habe Spaß, als Gangsterbraut Harriet auf der Bühne zu stehen", verrät Johanna Danz. "Die Literatur alter Krimiklassiker hat mich genau so motiviert wie die tolle Teamarbeit in unserer Theatergruppe", bestätigt sie. Zusammen mit Jonathan Kinle verkörpert sie voll schauspielerischer Leidenschaft jene kriminelle Energie auf der Bühne, die sogar dem Diebespaar Jim (Jonas Reitberger) und Jackie (Jaqueline Mahlmeister) die Beute abjagt.

Mächtig viel Schweiß kostete es den Helfern, rund ein dutzendmal die von der Kunstgruppe um Lehrer Florian Baumgartner gefertigten Bühnenbilder zwischen den Szenen im Dunkeln zu bewegen. Kaum zum Einsatz kam erfreulicherweise die Souffleuse Hülya Türker. "Ich hatte zunächst Angst vor Patzern", ist Hotelportier Fabian Meindl froh, dass er seine Rolle elegant auf die Bühne brachte. Er war genau so wie die Reporterin Ronja Augsburg im letzten Moment für das Theaterstück eingesprungen. "Für mich zählt der Spaßfaktor", sagt Ronja und ist froh, überhaupt noch eine der Rollen erwischt zu haben. "Bei unseren Proben gab es immer gute Stimmung", bestätigt Marie Pfriem, die in die Rolle der Lady Rustonbury schlüpfte und zusammen mit Schmetterlingsforscher Karoline Büchs unter Tatverdacht stand. Ja, etliche Männerrollen waren durch weibliche Darstellerinnen besetzt worden.