Thomas Duda (Jugendamt Bad Kissingen) sagte, viele würden sich die Frage stellen, "wohin mit meinem Kind?"
Denkbar sei, dass eine Klagewelle auf die Kommunen als Träger zurollen wird. Duda geht davon aus, dass der Betreuungsbedarf für unter Dreijährige bei voraussichtlich 42,1 Prozent liegen wird. Bund und Länder hätten eine Quote von 35 Prozent im Schnitt vereinbart. Bundesweit sind es aktuell 25,2 Prozent. Spitzenreiter ist mit 61 Prozent der Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt), Schlusslicht ist der Raum Aurich (9,6 Prozent). Bad Kissingen kann sich mit 37 Prozent durchaus sehen lassen. Rund 39 Prozent würden sich bei 750 Geburten pro Jahr im Kreis ergeben. Allerdings, so Duda, seien viele Einrichtungen schon voll. In anderen gibt es zwar noch freie Plätze, aber das nutzt wohl in den wenigsten Fällen etwas.

Nach Dudas Angaben sind angesichts der Nachfrage nach Betreuungsplätzen im ländlichen und auch im städtischen Bereich weitere Krippengruppen und -plätze in der Planung. Die Umsetzung erfolge durch Umwandlung freier Kapazitäten und Umbaumaßnahmen beziehungsweise Erweiterungen. Sehr förderlich sei dabei ein Investitionsprogramm, das die Träger nutzen können. Einige Einrichtungen seien auch in Eigenregie angepasst worden.

Duda geht davon aus, dass sich der Trend der vergangenen fünf Jahre - 20 Prozent Plus bei Kindern bis drei - fortsetzt. Aktuell seien 369 ausgestattete Krippenplätze vorhanden. 248 weitere seien in der Planung und stünden voraussichtlich zum Großteil 2013 zur Verfügung. Im Kreis gibt es keine separaten Kinderkrippen. In 46 Kindergärten würden Kinder ab einem Jahr oder noch jünger aufgenommen. In 23 Einrichtungen gibt es keine Krippenplätze.

Im Landkreis betreuen 73 Einrichtungen derzeit 3466 Mädchen und Jungen (ohne die Schüler aus separaten Horten). Davon sind 660 unter drei Jahre alt (Vorjahr: 572). Ihr Anteil beträgt daher jetzt schon um die 20 Prozent. Am Stichtag 1. August 2013 wird es voraussichtlich 3734 Plätze in Kindergärten und 369 in Krippen geben. Davon werden vermutlich alle Krippenplätze und 3338 in anderen Einrichtungen belegt sein. Damit errechnet sich eine freie Kapazität von 396 Plätzen (200 bei "Belegungsfaktor" zwei).

Auch Tagespflegepersonen können ergänzende Betreuung leisten. Im Landkreis gibt es 33 qualifizierte Anbieter mit Pflegeerlaubnis mit 96 Plätzen. Betreut werden 79 Mädchen und Jungen bis drei Jahre. Nach Angaben von Kindergarten-Fachmann Thomas Duda muss es laut Gesetz für jedes dritte Kind unter drei einen Platz in einer Einrichtung oder bei einer Tagesmutter geben. Diese Anforderung werde mit den vorhandenen Angeboten erreicht. Duda geht davon aus, dass in einem guten Jahr der Versorgungsgrad bei 39 Prozent liegt. ed