Einen Eid leistet man nicht einfach mal so nebenbei: Es ist ein ganz besonders wichtiger Moment im Leben. In Bad Kissingens Wandelhalle legten jetzt 162 Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärter (PMA) für den mittleren Polizeivollzugsdienst (mPVD) und 100 Polizeikommissar-Anwärterinnen und -anwärter (PKA) für den gehobenen Polizeivollzugdienst (gPVD) feierlich den Diensteid auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ab.

Der Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums Oerlenbach, Polizeioberrat (POR) Jens Hering, begrüßte zahlreiche Ehrengäste, unter anderem den 3. Bürgermeister der Stadt Bad Kissingen, Thomas Leiner, den stellvertretenden Landrat, Emil Müller, Kurdirektorin Sylvie Thormann und den Ersten Bürgermeister der Gemeinde Oerlenbach, Nico Rogge. Wegen der Pandemie war es nicht wie sonst eine öffentliche, sondern eine geschlossene Feier. "Die Gesundheit aller genießt für mich oberste Priorität", führte POR Hering weiter aus und bat um Verständnis für seine Entscheidung.

Der Präsident der Bundespolizei- Akademie (BPOLAK), Alfons Aigner, war eigens aus Lübeck nach Bad Kissingen angereist. Er rief in seiner Festansprache seine Polizeischüler und Schülerinnen dazu auf, sowohl im als auch außerhalb des Dienstes ein Vorbild zu sein und dabei auf der Basis des Grundgesetzes zu agieren. Sie seien quasi immer im Dienst, und der Anspruch der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland an die Polizei sei sehr hoch. "Bleiben Sie auch in schwierigen Situationen souverän, respektvoll und akzeptieren Sie Unterschiedlichkeit in unserer Gesellschaft", schloss

Aigner und ging dabei auch auf die Beteiligung seiner unterfränkischen Dienststelle am bundesweiten Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ein. Die stellvertretende Regionalkoordinatorin des Netzwerks in Unterfranken, Rechelle Turner, übergab an POR Hering eine Zertifizierungsurkunde und ein Metallschild mit dem Logo des Netzwerks. Fachschuloberlehrer (FOL) Stefan Bahn hatte vor kurzem mit den Anwärtern und Anwärterinnen die Beteiligung an diesem Projekt organisiert. Sie freue sich über die außerordentlich hohe Zustimmung, Teil dieses Netzwerks zu werden und damit ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen, sagte Rechelle Turner.

Emil Müller ermunterte die jungen Bundespolizisten und -Polizistinnen, sich bei aller Konzentration auf den Berufsstart auch die schöne Gegend mit ihrem vielfältigen kulturellen Angebot anzusehen. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte das Bundespolizei-Orchester München unter Leitung ihres Dirigenten, Jos Zegers, der mit Whitney Houstons Klassiker "One moment in time" die Stimmung perfekt auffing. . Die Vereidigungsandacht zu Beginn der Feier zelebrierten die beiden Seelsorger der Bundespolizei, Pater Benedikt Röder und Pfarrer Stefan Fratzscher.