In den vergangenen Wochen und Tagen haben viele schwerstkranke, alte und einsame Menschen Postkarten, Briefe, Fotos und Telefonate von ihren Begleitern und von den Koordinatorinnen des Hospizvereins bekommen und damit die Botschaft: wir sind weiterhin da, wir denken an euch und wir helfen auch jetzt. Auch Danke-Schreiben für die Mitarbeiter in den Pflege- und Krankeneinrichtungen wurden versandt als ein kleines Zeichen der Wertschätzung für die wertvolle Arbeit, die dort geleistet wird.

Das Wesen der Hospizphilosophie - intensive Zuwendung, Nähe, Berührung - wurde und wird durch die Coronakrise auf den Kopf gestellt. Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen ist auf Distanz, ohne Gefühle und Zuwendung nicht möglich. Nicht nur für diese Menschen ist die Situation äußerst belastend und außergewöhnlich, sondern auch für die ehrenamtlichen Begleiter, die oft einen sehr langen und intensiven Kontakt zu ihren Betreuenden haben. Und so sehen sich auch die Koordinatorinnen des Büros immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie sie diese Situation für alle Beteiligten erträglicher und leichter machen können. Die telefonische Beratung, die von den Mitarbeiterinnen angeboten wird, ist für die Menschen sehr wichtig, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Eine vertraute Stimme zu hören, Ängste und Sorgen aussprechen zu können, ein wenig Normalität aufzusaugen, etwas zu organisieren und zu klären, Tipps zu geben, bestärkt und entlastet die Hilfesuchenden enorm. Die Koordinatorinnen stehen im Kontakt mit ambulanten Pflegediensten, den stationären Einrichtungen und dem Gesundheitsamt, um auf aktuelle Veränderungen reagieren zu können und nächste Schritte abzuwägen. Dabei ist der Hospizverein immer an die geltenden hauseigenen Besuchsregellungen gebunden und kann nur das Angebot machen, nach sorgfältiger Planung und unter Einhaltung der entsprechenden Schutzmaßnahmen auch Sterbende in den Einrichtungen zu besuchen und zu begleiten. Allerdings ist es jedem ehrenamtlichen Helfer freigestellt, den Besuchsdienst zu übernehmen oder abzulehnen.