Angenommen wurde, dass zwei Arbeiter in der Kanalröhre - vermutlich durch Gase - ohnmächtig geworden seien und nun aus der Röhre und dann aus der rund acht Meter tiefen Baugrube gerettet werden mussten.
Die Eigensicherung der Feuerwehrleute war dabei oberstes Gebot, und so wurde zuerst mittels Spezialgerät die Luft am Grubenboden analysiert.
Stadtbrandmeister Michael Wolf, der die Übung beobachtete und geplant hatte, hatte sogar etwas Stickstoff einleiten lassen, um zu sehen, ob die Messgeräte anschlagen.
Nachdem dies der Fall war, stieg ein Trupp mit Preßluftatmern in die Baustelle hinab, allerdings ohne das vorhandene Gerüst dafür zu nutzen. Denn es war die Aufgabe einer weiteren Gruppe, dort eine Leiter einzubringen und so zu sichern, dass alles gefahrlos begangen werden konnte.
Wegen des matschigen Untergrundes hatte man darauf verzichtet, jemanden die verletzte Person spielen zu lassen und stattdessen zwei schwere, körpergroße Puppen im Kanal abgelegt, die zuerst aus der Röhre geborgen werden mussten.
Inzwischen war auch eine der beiden Kissinger Drehleitern soweit in Stellung gebracht worden, dass am Korb eine Umlenkrolle für die Schleifkorbtrage befestigt werden konnte. Dann ging alles relativ rasch. Nacheinander wurden die beiden "Verunfallten" per Schleifkorbtrage und Drehleiter ans Tageslicht gebracht.
Am Donnerstag findet, an gleicher Stelle, nochmals eine solche Übung statt: Für den zweiten Zug der Freiwillingen Feuerwehr Bad Kissingen. Denn inzwischen stehen Rettungs- und technische Einsätze bei allen Feuerwehren zahlenmäßig vor der eigentlichen Brandbekämpfung.