Jetzt hat der technische Fortschritt Albertshausen erreicht. Die Deutsche Telekom hat den T-DSL-Ausbau im Stadtteil abgeschlossen. Das teilten Klaus Markert, Leiter des Bereichs Montage und Betrieb, und Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) mit. Für den OB ist klar, wie wichtig die Versorgung mit schnellem Internet ist: Das sei "kein Luxus, sondern Notwendigkeit."
Denn ohne gehe es heute nicht mehr. Das gelte nicht nur für Gewerbebetriebe, sondern - "eine Frage der Chancengleichheit" - auch für Schüler. Die Stadt versuche, alle ihre Ortsteile nach und nach anzuschließen. Kay Blankenburg: "Wir sind auf diesem Weg ein gutes Stück weiter gekommen. Der nächste Schritt folgt."
In Albertshausen sind nunmehr DSL-Verbindungen mit bis zu 16 000 Kilobits pro Sekunde (kbits/s) im Download möglich. Damit wurde der Standard der Kernstadt erreicht. Hier sind allerdings in bestimmten Bereichen sogar schon bis 50 000 kbits/s machbar. Jedoch nur in einem Umkreis von gut einem Kilometer um das Telekom-Gebäude in der Martin-Luther-Straße.
Denn Kupferleitungen dämpfen die Signale. Daher nimmt mit zunehmender Entfernung zum Netzknoten die Bandbreite ab. Um die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern, werden für viel Geld zu den Kabelverzweigern Glasfaserkabel verlegt. Außerdem werden die Kabelverzweiger mit aktiver DSL-Technik ausgebaut. Von hier zu den Hausanschlüssen werden Kupferkabel genutzt.
Die Wahl ist auf Albertshausen gefallen, weil dieser Ort sehr schlecht versorgt war und weil die Glasfaser schon vor Ort lag. Wie Markert sagte, ist Albertshausen an den Netzknoten Oberthulba angeschlossen (Vorwahl: 09736). Gekostet haben die Arbeiten rund 100 000 Euro. Davon übernimmt die Stadt 25 000 Euro, an Fördermitteln fließen 60 000 Euro. Die Telekom AG trägt den Rest. Sie hat auch die Arbeiten erledigt.
OB Blankenburg sagte, eigentlich müsste die öffentliche Hand alle Kosten tragen, da es sich nach seiner Ansicht um eine staatliche Aufgabe handele.
Vermutlich im dritten Quartal 2012 soll es ein neues Förderprogramm geben, das bis 2017 laufen soll. Da der Landkreis Bad Kissingen als strukturschwacher Raum gilt, werden hier Maßnahmen mit 80 Prozent gefördert. Allerdings sind die Kosten bei 500 000 Euro pro Kommune gedeckelt. Das ist gut für das kleine Aura, aber relativ schlecht für den großen Markt Burkardroth mit seinen zwölf Gemeindeteilen. Dieses Programm, sagte Kay Blankenburg, wolle die Stadt abwarten. Aber: "Wir planen weiter. " Der Ausbau der anderen Stadtteile erfolge nach und nach. Denn, so Blankenburg und Markert, "die Datenmengen explodieren momentan."
Da können die Albertshausener auf Wunsch mithalten. In diesem Ausbaugebiet sind an allen Anschlüssen Übertragungsbitraten von 6304 bis 16 000 kbit/s Downstream möglich.
DSL steht für Digital Subscriber-Line. Zum Einsatz kommen in Albertshausen Glasfaser zu den Verzweigern (hier werden optische in elektrische Signale umgesetzt) und Kupferkabel von dort zu den Hausanschlüssen. Im Haus trennt ein Splitter die Signale in Sprache und Daten. Das Modem im DSL-Router übersetzt sie so, dass der Computer die Daten lesen kann.
Die Telekom hat in Albertshausen 810 Meter Kabel in Rohrsysteme eingezogen. Zwei Schaltgehäuse samt Stromversorgung wurden vergrößert beziehungsweise neu aufgebaut. Bereit gestellt werden DSL-Bandbreiten nach den asynchronen Übertragungsverfahren. Mindestens 97 Prozent der Anschlüsse sind nach Angaben der Telekom erreicht worden. Neue werden im Rahmen der technischen Möglichkeiten ebenfalls versorgt, verspricht die Telekom.
Jeder Kunde kann seinen Anschluss umstellen lassen. Das ist für ihn nicht mit Mehrkosten verbunden. Die Arbeiten dauern in etwa eine Stunde. Interessenten wenden sich an die Hotline 0800/ 330 30 00 der Telekom oder an ihren Netzbetreiber. Die Telekom bietet anderen Anbietern diskriminierungsfrei einen Zugang zum neuen Breitbandnetz an. Bei Unternehmen kann es vorkommen, dass eine zusätzliche Leitung geschaltet werden muss. Hier helfen die Berater der Telekom weiter. ed