Seit Jahren sorgt ein Bauwerk in der Höhenstraße für Unmut: der Traibrunnen. Wasser ergießt sich seit langem nicht mehr in alle drei Becken. Wo einst Kinder spielten und Wanderer ihre müden Glieder kühlten, findet sich heute eine betonerne Ruine. Geht es nach Bürgermeister Daniel Wehner (CSU), soll sich das schon bald ändern.

Stangenroth: Sieben Jahre Stillstand

"Die Situation besteht schon seit gut sieben Jahren", sagt der Rathauschef der Kommune am Fuß der Schwarzen Berge. Daran erinnern sich auch die Anwohner. "Es gab Ortstermine - aber passiert ist wenig", sagt Günther Metz aus Stangenroth.

Ein Termin ist Daniel Wehner im Gedächtnis geblieben: "Das war damals nur einigte Tage nachdem ich in der vergangenen Wahlperiode 2. Bürgermeister geworden bin." Dann kam die Durststrecke: "Es hat sich gezogen. Das Vorhaben ist damals etwas eingeschlafen." Schließlich starb noch der beauftragte Planer. Seit der jüngsten Kommunalwahl ist aus dem ehemaligen 2. Bürgermeister der Rathauschef geworden. Und am Traibrunnen soll es nun vorangehen: Mittlerweile führt die Frau des Landschaftsarchitekten das Projekt nach Rücksprachen mit der Kommune fort. "Wir hatten aber auch andere Planer angefragt", heißt es aus dem Burkardrother Rathaus.

Übernächste Woche ist laut Daniel Wehner ein Termin angesetzt, bei dem die Pläne vorgestellt werden. "Wenn das gefällt - setzen wir es um", sagt er. Details kann das Architekturbüro "Land + plan" aus Wartmannsroth derzeit nicht preisgeben.

Denn: Zur Debatte stehen mehrere Konzepte. "Es lässt sich noch nicht genau sagen, welche Variante es wird", heißt es aus dem Büro. Abhängig ist das von der Entscheidung der Kommune. Die - gegebenenfalls - noch Änderungswünsche hat.

Brunnen in desolatem Zustand

Dass Handlungsbedarf herrscht ist deutlich zu sehen: Die Rinne, die einst das Wasser aus dem ersten Becken ins nächste führte, ist gebrochen. Sowohl die Wand als auch der Boden weist ein großes Loch auf. Handwerker müssen zwischen im Laufe der Jahre wieder und wieder versucht haben, das Bauteil zu reparieren.

Ihre Bemühungen machte das Wasser und die Witterung zu Nichte. Im zweiten Brunnenteil liegen Reste der Brüstung. Im dritten Becken liegen ebenfalls Bauteile und Trümmer des Brunnens. Die Fugen der Mauerdecksteine sind lose - die Steine wackeln, manche lassen sich abheben. Wasser plätschert mittlerweile nur noch ins erste Becken. Dort sammelt es sich als brackige Brühe, in der Algen wachsen.

Auch wenn noch nicht klar ist, wie der Umbau aussehen wird, sind Einschränkungen während der Bauarbeiten wohl nicht zu erwarten - das gilt insbesondere für die Feuerwehr. Denn unter dem Brunnen befindet sich eine Löschwasserzisterne. "Wir glauben nicht, dass es zu Problemen kommt", sagt Christian Metz, der Kommandant der Stangenrother Floriansjünger. "Die Zisterne bleibt ja erhalten und die Bauarbeiten sind über der Erde."

Markt Burkardroth: Bürgermeister zeigt sich optimistisch

"Jetzt sehen wir Licht am Ende des Tunnels", sagt der Burkardrother Rathauschef. Für Günther Metz und die Anwohner im Bereich des Brunnes höchste Zeit - ist die Höhenstraße doch Teil einer Wanderroute, die von Stangenroth über den Heissenberg nach Gefäll und Premich bis nach Burkardroth führt. "Viele Wanderer, die am Brunnen vorbeikommen, bleiben stehen schütteln den Kopf oder zucken mit den Schultern", weiß Metz zu berichten.