Michael Bilharz hat eine Vision: Mit seinem Lastenrad möchte er 200 Städte in ganz Deutschland unter dem Motto "Kick die Tonne" besuchen, um für die Klimawette zu werben. In über 15 Städtenhat er bereits Station gemacht - darunter auch in Hammelburg und Bad Kissingen. Mit seiner Aktion möchte er eine Millionen der Deutschen dazu animieren, bis zur Weltklimakonferenz im November je eine Tonne CO2 einzusparen - das sind 1,5 Prozent der Bevölkerung. Geht es nach Bilharz, soll jeder Ort seine eigene Wette starten. Bad Kissingen und Hammelburg nahmen die Herausforderung an.

In Bad Kissingen nahm Stadtrat Richard Fix (Grüne) die Wette an. Vor Ort war auch Manuela Rottmann (MdB, Grüne). Oberbürgermeister Dirk Vogel war nicht zugegen. Um das Wettziel zu erreichen, braucht es das Engagement der Bad Kissinger. Bilharz sagte: "In Bad Kissingen wären es 337 Menschen, die mitmachen müssten." Was der Wetteinsatz der Kurstadt an der Saale ist, ist bislang noch unklar.

Grüne begleiten nach Hammelburg

Station machte der 49-Jährige zudem in Hammelburg. In die fränkische Weinstadt radelten Mitglieder des Kreisverbands der Grünen mit ihm. Für Bilharz sicher angenehm: Waren doch zwei seiner Weggefährten krankheitsbedingt bei Fulda ausgefallen. Am Marktplatz fanden sich neben den Mitgliedern des Kreisverbands und Bilharz verschiedene Interessengruppen ein, darunter auch ehrenamtliche Solarbotschafter vom Bund Naturschutz. Sie informierten über ihre Aktion, möglichst viele Dächer mit Solaranlagen auszustatten

Auf dem Marktplatz nahm 2. Bürgermeisterin Elisabeth Assmann (Grüne) den Tross in Empfang. Wie auch Bad Kissingen, beteiligt sich Hammelburg bei der Klimawette. Um das Ziel zu erreichen, sollen 165 Hammelburger aktiv werden. "Die Aktion heute ist symbolisch. Wir boxen eine Tonne CO2 weg, aber jetzt müssen Taten folgen", sagte die 2. Bürgermeisterin.

Signal nach Glasgow senden

"Beim Einsatz für den Klimaschutz kann sich viel Frust ansammeln. Deshalb darf der Spaß nicht zu kurz kommen", wirbt Bilharz für eine spielerische Herangehensweise. "Ideen gibt es viele, packen wir es gemeinsam an", forderte Assmann. Sie appellierte an Bürger und Vereine, die Aktion zu unterstützen

Die Klimawetten-Aktion soll ein Signal nach Glasgow schicken. "Am 1. November beginnt in Glasgow die Weltklimakonferenz und da geht es um sehr viel. Es geht darum, ob wir das 1,5 Grad-Ziel überhaupt noch auf der Agenda halten können." Derzeit gehen Experten von einer Erwärmung um 2,5 bis drei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 aus. Bei einer 3-Grad-Erwärmung wird laut Klimaforschern die Arktis saisonal eisfrei sein, es wird rund zehn Dürremonate jährlich geben. Die Staaten müssten laut Bilharz in Glasgow also ihre Vorhaben so nachbessern, dass sie das 1,5-Grad-Ziel halten.

Möglichkeiten um CO2 einzusparen gibt es laut Bilharz viele. Darunter beispielsweise das Nutzen von Car-Sharing oder das Vermeiden von Kurzstrecken mit dem Auto. Wer sich bei der Klimawette beteiligen möchte, muss sich auf der Homepage dieklimawette.de registrieren. Dort gibt es auch Tipps wie Interessierte dem Ziel, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, näher kommen. Auf der Website ist zudem zu sehen, wie sich die eigene Stadt im Vergleich zu Anderen schlägt.