Mit Begeisterung drückt Jette beide Hände in die klebrige Masse aus Hackfleisch, Semmelbröseln und Zwiebeln. Fünf Jahre ist sie erst alt, aber in der Küche kann sie schon mit Sonja Spahn und Margarete Full-Wollmann vom Katholischen Frauenbund mithalten. Nun ja, fast mithalten, denn es gehört schon einiges dazu, gemeinsam mit 23 Kindern den Kochlöffel zu schwingen. "Ich hatte etwas Bammel davor, mit so vielen Kindern zu kochen", gibt Spahn zu. "Aber es macht wirklich Spaß!" - auch Dank der Helfer, die im Hintergrund unermüdlich Geschirr spülen.

Nur drei Teilnehmer


Mit dem heutigen Schulstart sind sechs lange Wochen Ferienzeit zu Ende. Damit ist auch das umfangreiche Ferienprogramm vorbei, das Stadt und Vereine heuer wieder für die Ferienkinder auf die Beine stellten. Doch das Fazit fällt durchwachsen aus, denn nicht alle Angebote waren so gut besucht wie der Kochnachmittag im Pfarrheim. "Wir wissen nicht, ob wir im nächsten Jahr noch einmal ein Ferienprogramm anbieten", sagt zum Beispiel Roland Kömpel vom Bürger- und Schützenverein. Denn nachdem schon in den vergangen Jahren nur vereinzelt Teilnehmer kamen, waren es in diesem Jahr wieder nur drei Jungen, die sich als Schützen versuchten."Heute muss man den Kindern mehr bieten, als 'nur' auf eine Scheibe zu schießen", beklagt Kömpel. "Das können die Kinder auch allein vor dem Computer." Zudem habe die Erfahrung gezeigt, dass durch das Ferienprogramm kein Vereinsnachwuchs zu erwarten sei.

Kinder entscheiden selbstständig


Einige der 25 Ferienangebote stellten sich als echte Renner heraus, wie beispielsweise der Holzhüttenbau der Kolpingsfamilie oder das Camp der Reservisten mit jeweils knapp 20 Kindern. Andere Termine dagegen waren nur mäßig besucht, der Wettbewerb im Bücherstapeln musste sogar ganz ausfallen.
"Natürlich gibt es weniger Kinder", stellt Roland Heinlein vom Kulturbüro fest. Aber er sieht noch einen anderen Grund: "Die Kinder sind stärker in der Schule eingebunden und gestalten sich ihre Ferien selbstständiger." Seit 1988 biete die Stadt Veranstaltungen in der Ferienzeit an und anfangs seien bis zu 30 Kinder zu einer Veranstaltung gekommen. In diesem Jahr zogen alle Angebote des Kulturbüros zusammen nicht wesentlich mehr als 30 Teilnehmer an, beim Ferienprogramm der Vereine fiel die Teilnahme zum Teil ähnlich bescheiden aus.
Und was sagen die Kinder selbst? "Viele sind ja im Urlaub oder besuchen ihre Verwandten", lautet der Tenor. Außerdem habe man seine eigenen Pläne oder wisse gar nichts vom Ferienprogramm. Hannas Erklärung dazu: "Manche Leute lesen eben keine Zeitung."