Dieser Un fall hat es sogar in die Tagesschau geschafft: Auf eisglatter Fahrbahn stürzte ein mit 32.000 Litern Heizöl beladener Tanklastzug am Samstagmorgen um 0.50 Uhr auf der Bundesstraße 279 bei Oberweißenbrunn um. Fahrer und Beifahrer wurden verletzt. Für die Bergung von Lkw mitsamt An hänger wurde die B279 bis Samstagmittag komplett gesperrt.


Umweltkatastrophe blieb aus

Das Gespann war von der Schwedenschanze in Richtung Bischofsheim unterwegs. Im Be reich der zweiten Einfahrt nach Oberweißenbrunn verlor der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam mit der Zugmaschine nach rechts auf den Grünstreifen. Das Zugfahrzeug wurde dadurch so stark ab gebremst, dass der Auflieger nach links ausbrach und die Zugmaschine umriss. Danach schleuderte der Sat telzug etwa 50 Meter über die Straße und blieb entgegengesetzt zur Fahrtrichtung liegen. Der An hänger stürzte ebenfalls um und landete im Straßengraben.

Zum Glück. Denn wäre das Gespann auf der anderen Seite der Straße hinunter gerutscht, wäre der Fall tief gewesen. Et was unterhalb der B279 fließt der kleine Bach Brend. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Lkw hinabgestürzt und ausgelaufen wäre. Gerald Söder vom Landratsamt Rhön-Grabfeld war mit einem Kollegen vom Wasserwirtschaftsamt an der Unfallstelle: "Wir haben richtig Glück gehabt. Wäre der Lkw auf die andere Seite ge kippt, wäre er direkt im Bach gelandet."


Auf glatter Fahrbahn unterwegs

Nach ersten Feststellungen der Bad Neustädter Polizei war die Straße zum Unfallzeitpunkt auf grund überfrierender Nässe spiegelglatt. Zunächst schätzte Einsatzleiter Tho mas Gütlein die Situation so ein, dass der Ge fahrengut-Transporter hätte gar nicht unterwegs sein dürfen, denn "bei solcher Witterung gilt die Vorschrift, so fort den nächsten Rastplatz anzufahren."

Der Inhaber des im Landkreis Rhön-Grabfeld ansässigen Mi neralölvertriebs sah das allerdings nicht so: "Wenn die Straße befahrbar ist, sind meine Leute unterwegs." Dass es an dieser Stelle glatt gewesen sei, könne passieren.

Mittlerweile geht die Polizei nicht mehr davon aus, dass der Tanklastzug nicht hätte fahren dürfen. Zum Zeitpunkt des Unfalls habe es noch keine Warnfunkmeldungen zur Glatteis-Gefahr im Radio gegeben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Viel mehr konzentriere sich die Ermittlungsarbeit auf die Frage, ob der Fahrer seine Geschwindigkeit den Wetterverhältnissen angepasst hatte.


200.000 Euro Schaden

Die Bergung gestaltete sich schwierig, weil die Auslauf-Ven tile verdeckt waren. Eine Spezialfirma bohrte den Tank an und beförderte das Heizöl mit Hilfe von externen Pumpen in ein Ersatzfahrzeug der betroffenen Transportfirma. Danach wurde das umgestürzte Gespann mit einem Spezialkran aufgerichtet. Die Polizei schätzte den entstandenen Sachschaden auf mindestens 200.000 Euro. Der Inhaber ging indes von 30.000 Euro aus. Zur Absicherung der Unfallstelle waren die Feuerwehren aus Oberweißenbrunn, Bi schofsheim, Wildflecken und Fran kenheim mit rund 50 Ka meraden im Einsatz.