"Wir stellen bei uns die Weichen, damit wir so schnell wie möglich mit den Vorbereitungen für Neu- und Umplanungen bei Südlink beginnen können", das kündigte Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung des Stromnetzbetreibers Tennet an. Damit reagierte er auf die Anfang Juli von der Koalition vereinbarten Eckpunkte zum Stromnetzausbau. Diese beinhalten unter anderem einen Vorrang für Erdverkabelung bei der Gleichstromverbindung Südlink.


Chance auf mehr Akzeptanz

Tennet sehe die Möglichkeit, Gleichstrom-Erdkabel bei Südlink zu verwenden als Chance für mehr Akzeptanz der notwendigen Stromverbindung, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Allerdings müsse die Politik schnell Klarheit über die konkrete Ausgestaltung der Eckpunkte zur Erdverkabelung schaffen, forderte Keussen: "Wichtig ist, dass Politik und Genehmigungsbehörde die richtigen Rahmenbedingungen für Neuplanungen schaffen, die bei einem Erdkabel-Vorrang notwendig wären. Nur so kann der durch die neuen Planungen entstehende Zeitverzug bei Südlink eingedämmt werden."
Der Netzbetreiber werde ebenfalls alles in seiner Macht stehende tun, um die zu erwartenden Zeitverzögerungen so gering wie möglich zu halten: "Wir leisten mit unseren Experten dazu selbstverständlich unseren Beitrag", so Keussen. Er forderte, dass die Politik nun schnell die neuen Erdkabelkriterien im Gesetz konkretisieren müsse.

Eingrenzung des Korridors nötig

Damit die Planungen zügig voran gehen können, müsse im Falle einer Neuplanung außerdem der Untersuchungsraum für einen Erdkabelkorridor im Rahmen des Planungsverfahrens von der Genehmigungsbehörde deutlich eingegrenzt werden, die Kriterien für die Korridorfindung müssten schnell feststehen und klar definiert sein und die Genehmigungsverfahren müssten zügig ablaufen. Tennet betreibt rund 21 000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungsleitungen in den Niederlanden und in Deutschland. red