Die Regenwolken hatten den Wetterbericht wörtlich genommen. Schauerwetter hieß es da und Schauerwetter war es auch, das die Aufbauarbeiten für das Parkfest behinderte. Nahezu viertelstündlich fielen die Tropfen nur so vom Himmel, um gleich darauf wieder eine Regenpause einzulegen. Warten auf ein Wolkenloch? Fehlanzeige. Die Veranstalter bauten trotzdem unermüdlich ihre Stände auf. Ihre Zuversicht zahlte sich aus.
"Die Vorarbeiten waren schon sehr, sehr nass", sagt Elmar Klug, der Veranstaltungsleiter der Staatlichen Kurverwaltung, "aber pünktlich zum Festbeginn war es trocken." Sogar die festliche Beleuchtung mit Kerzenschein und Lampions am Samstagabend erfreute wie in den Jahren zuvor die Besucher. Die ließen sich jedoch nicht gerade in Massen blicken. "Die Wetterlage lockt die Gäste natürlich nicht an", stellt Klug trocken fest. Laut seinen Schätzungen besuchten trotzdem 2000 bis 3000 Gäste das Parkfest.
Geboten wurde eine umfangreiches Programm, das durch das Musikfestival SaaleMusicum zusätzlich bereichert wurde. Vor allem am Sonntagnachmittag herrschte reges Treiben, besonders rund ums Kinderzelt war viel los. "Das ist ja das Schöne an diesem Fest", sagt Klug. "Die Kinder spielen und die Eltern können sich in aller Ruhe hinsetzen." Das Parkfest sei nicht umsonst ein beliebtes Ausflugsziel für Familien.
Einen Familienausflug der besonderen Art machte Familie Nüchter aus Riedenberg. "Wir besuchen unseren Papa", erzählen Marie und Jannik. Der arbeite nämlich als Elektriker im Staatsbad und "passt auf die Quellen auf, falls die Technik mal ausfällt". Heute muss der Papa aber dafür sorgen, dass alle Stände mit Strom versorgt sind. Ob der Regen ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht habe? "Ach", winkt der ab. "Die Technik ist relativ neu. Die hält den Regen aus." Genauso wie seine Kinder. "Wenn es regnet, gehen wir eben in die Wandelhalle und gucken uns die Eisenbahn an", sagt Jannik, der Modelleisenbahnen liebt. Die beiden Geschwister schlürfen genüsslich ihr Slush. Das noch halb gefrorene Erfrischungsgetränk gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Jannik hat sich eine eigenwillige Kreation zusammengestellt aus Maracuja, Blaubeere, Cola und Kirsche.
Die Anlage der Eisenbahnfreunde Sinntalbahn ist in der Tat sehr gut besucht. Auch das Kuchenbuffet in der Wandelhalle läuft hervorragend. Die Musikschule Bad Brückenau hat es organisiert. "Wir machen das schon seit zehn Jahren", erzählt Cornelia Borowski, 2. Vorsitzende des Vereins. 25 Kuchen haben Eltern der Musikschüler für das Parkfest gebacken. Schon um 15.30 Uhr gehen die letzten Stücke über die Theke.
Hinter den Kulissen wird währenddessen fleißig gespült. Per Hand waschen Musikschülerinnen und ein paar Mütter das Geschirr ab. Der Erlös der Aktion "kommt zu hundert Prozent der Musikschule zugute", sagt Borowski. Das ist den Helferinnen die ganze Arbeit wert. Und sie sind ja nicht allein. Das Akkordeonorchester gibt den Gästen eine akustische Kostprobe aus dem Musikschulleben.
Am Sonntag gegen 14.30 Uhr kommt es dann endlich: das ersehnte Loch in der Wolkendecke. Mit einem Mal prallt die Sonne auf die Köpfe der Besucher und augenblicklich wird es drückend heiß. Zwar nicht länger als ein paar Minuten. Aber immerhin.