Blühwiesen und Obstbäume sind Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Um diese wertvollen Habitate zu erhalten, sind Pflegemaßnahmen erforderlich. So müssen etwa die Wiesen einmal pro Jahr gemäht werden, um einer Verbuschung entgegenzuwirken. Und ohne Schnittmaßnahmen vergreisen Bäume und sterben ab.

Die Stadt Bad Kissingen ist im Besitz einiger Obstwiesen. Oft wurden diese im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen angelegt.Es werde einiges unternommen um deren Bestand zu sichern, heißt es in einer nun veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt. Obstwiesen dienten der Naherholung und Umwelterfahrung. Auch Bürger sollen angeregt werden den ökologischen Wert von Streuobstflächen wiederzuentdecken und das Obst zu verwerten.

Unterschiede zum Schnitt im Hausgarten

Anfang April gab es einen kostenlosen Streuobstschnittkurs. Der Kurs richtete sich sowohl an die städtischen Gärtner als auch externe Teilnehmer. Referent war Krischan Cords. Der Gartenbauingenieur ist geschäftsführender Vorstand der Main-Streuobst-Bienen. Diese ist ein Zusammenschluss von Streuobstbauern, Imkern, Privatleuten, Firmen, Vereinen, Gemeinden und Landkreisen.

Cords brachte den Teilnehmer den Streuobstschnitt nach Oeschberg näher.

Bei diesem, erklärte er, gäbe es wesentliche Unterschiede zum Schnitt von Obstbäumen im Hausgarten. Nach Oeschberg möchte man auf Streuobstwiesen weitausladende Obstbäume mit drei bis vier steilen Leitästen sowie einer Stammverlängerung. An den Leitästen bilden sich zwei bis drei Fruchtäste mit dem Fruchtholz. So sei gewährleistet, dass nicht nur die Krone, sondern auch die unteren Astpartien genügend Licht bekämen. Nur mit genügend Sonne entstehe süßes, wohlschmeckendes Obst.

Baumschnitt für Gesundheit und Vitalität

Ein weiterer Vorteil des naturgemäßen Schnittes sei, dass zwischen den Leitästen ein Anleitern gut möglich sei, um im oberen Bereich Schnittmaßnahmen auszuführen oder Obst ernten zu können.

Ein Baumschnitt ist erforderlich um die Baumgesundheit, Vitalität und eine gute Fruchtqualität zu erhalten. Auch vor der Pflanzung eines neuen Obstbaumes gibt es einen sogenannten Pflanzschnitt.

Erziehungsschnitt für junge Obstbäume

Im Anschluss erklärte der Referent den Erziehungsschnitt von jungen Obstbäumen. Im Servicebetrieb zeigte er an neu gelieferten Obstbäumen den Pflanzschnitt und wies auf die Wichtigkeit einer richtigen Erziehung in jungen Jahren hin. Danach fuhren die Teilnehmer auf eine nahe gelegene Fläche mit jungen Obstbäumen. Dort sei gut zu erkennen gewesen, dass es sehr wichtig sei, in den ersten fünf bis zehn Jahren die künftige stabile Kronenstruktur aufzubauen.

Eine spätere Korrektur des Kronenaufbaus dauert Jahre und ist mit viel Aufwand verbunden. Ziel des Pflegeschnittes an Altbäumen sei es, die Stabilität sicher zu stellen und ein Gleichgewicht zwischen Holzwachstum und Fruchtansatz herzustellen.

Es passiere immer wieder, dass junge Obstbäume nicht anwachsen oder ältere Bäume absterben. Damit die Streuobstflächen ihre Wohlfahrtswirkung behalten, pflanzt die Stadt auch junge Obsthochstämme nach. Dieses Jahr seien elf Apfelbäume gepflanzt worden.