Bürokratie trifft auf urige Kneipe. Im Gebäude der Kultkneipe Zoom Eulenspiegel prüft die Stadtverwaltung nun tagsüber Rechnungen und kümmert sich um Rechtsangelegenheiten. Und nein, das findet nicht am Tresen mit lauter Rock-Musik statt - sondern einen Stock darüber. Denn um das Fortbestehen der Kultkneipe zu sichern, nutzt die Stadt nun die Räume des Obergeschosses selbst (das Gebäude ist eine städtische Immobilie).

Die Räume oben waren für den Kneipenbetrieb nicht brauchbar, mussten bisher aber von Wirt Christian Hänsch mitgepachtet werden. Durch die Umnutzung muss Hänsch weniger Pacht zahlen und kann die Kneipe wirtschaftlicher betreiben.

Stadt hilft Kult-Kneipe aus: Lösung hilft beiden Seiten

Der Stadt helfen die zusätzlichen Büros, denn wie Pressesprecher Thomas Hack erklärt: "Die Räumlichkeiten im Rathaus sind grundsätzlich beengt. Seit Jahren werden deshalb immer wieder zusätzliche Möglichkeiten in umliegenden Gebäuden, zum Beispiel das Neue Schloss, ausgelotet und nach Möglichkeit für die Nutzung als Verwaltungsräume ausgestattet." Vorteil der "Eule" ist, dass das Gebäude stadtnah und sogar im direkten Umfeld des Rathauses ist, und noch dazu der Stadt gehört. Seit dem 1. Juni 2021 nutzen die Stabstellen 2 und 3, Rechnungsprüfung und Zentrale Rechtsangelegenheiten, nun den oberen Teil. Für sie sind dort sechs Arbeitsplätze entstanden. Den Umbau hat die Liegenschaftsverwaltung laut Hack mit eigenen Mitteln erledigt. Die Stadt hat Räume saniert und vor allem die Elektroinstallationen auf die Nutzung als Büroräume vorbereitet. "Die Handwerker mussten auf Besonderheiten wie Holzvertäfelung- und verkleidung an den Wänden achten oder teilweise Stuckdecken im Flur. Neu hinzu kam nur neues Parkett und ein WC Fliesenboden", berichtet Hack. Zudem wurden Türbeschläge aufgearbeitet und wieder eingebaut.