Der erste Stammtisch unter dem neuen Namen "Förderverein Staatsbad Philharmonie Kissingen e.V." im Kurgarten-Café war den neuen Orchestermitgliedern Daniel Kim (Geige) und Setareh Shafii Tabatabai (Harmonium, Piano) gewidmet. Dementsprechend groß war das Interesse der Mitglieder.

Beim Förderverein sei es gute Sitte, so Vorsitzender Kurt Rieder, die Heimat der Musiker kurz vorzustellen, die Ihre Kunst in unsere Dienste stellen. Daniel Kim ist in Südkoreas Hauptstadt Seoul aufgewachsen, einer 25 Millionen Metropolregion nahe der Grenze zu Nordkorea. Anhand von Lichtbildern bekamen die Gäste einen Eindruck von der Größe der Stadt Seoul und ihrer imposanten Skyline am 1200 Meter breiten Han-Fluss, den ein gutes Dutzend riesiger Brücken überspannt.

Daniel Kim erwarb den Bachelor für Musik in Seoul, studierte ab 2012 in Köln, Düsseldorf und Detmold und absolvierte jeweils mit Master in Orchesterspiel und Kammermusik. Bereits in Seoul war er zwei Jahre lang Konzertmeister beim National Police Orchestra gewesen. Sein Professor holte ihn für die erste Geige in das Seoul Classic Orchestra.

Seit Ende 2018 spielt Kim nun eine exzellente Geige in der Staatsbad Philharmonie Kissngen. Mit dem Cárdás von Vittorio Monti, begleitet von Satareh Shafii am Piano, begeisterte er dann die Musikfreunde. Seine Soli in der Wandelhalle führen inzwischen die Hitliste der Gästewünsche an.

Die Pianistin Satareh Shafii hatte schon mit fünf Jahren Klavier-, mit sieben auch Geigenunterricht. Nach ihrem Abitur als 17-jährige in ihrer Heimatstadt Teheran, der Hauptstadt Irans, studierte sie Klavier an der Musikhochschule in Graz. Als Rieder die Einwohnerzahl Teherans nach Wikipetia mit zehn Millionen beziffert, korrigiert ihn Setareh. Inzwischen seien es 25 Millionen tagsüber, nachts einige Millionen weniger wegen der vielen Pendler.

Setareh Shafiis Masterprüfung im Fach Klavier kann, bedingt durch einen Unfall, erst im Frühsommer 2019 abgeschlossen werden. Trotzdem kann man sie getrost schon als Star bezeichnen. Sie gewann bereits 2016 den 1.Preis des "italienischen Klavierolymps" Roma International Piano Competition. 2018 kam ein erster Preis in ihrer Altersgruppe beim " Val Tidone International Piano Competition" in Österreich dazu.

Daneben hat die Pianistin zahlreiche Meisterkurse absolviert, so bei Prof. Igor Coglonato, den Musikfreunden bekannt von seinem Konzert "Zauberhafte Romantik" beim vergangenen Winterzauber. Damit nicht genug: Sie komponiert auch und beherrscht das Partiturenspiel. So hat sie schon mehrere Filmmelodien komponiert. In Bd Kissingen spielt sie Harmonium als neue Orchesterstimme und ist bereits zur Bearbeitung des umfangreichen Notenmaterials unentbehrlich geworden.

Ihre musikalische Kostprobe beim Stammtisch war die Sonate Nr.3 von Sergei Prokofiev. Die Begeisterung über das emotional virtuose Spiel war riesig und allenthalben wurde bedauert, es nicht am großen Flügel gehört zu haben.

Durch Sponsoring des Fördervereins gab es kürzlich Gastauftritte von Gesangssolistinnen.

Orchesterleitung und Staatsbad GmbH begrüßen das Angebot des Fördervereins, solche Gesangssoli und eventuell auch Instrumentalsoli von externen Künstler bei Nachmittags- oder Abendkonzerten regelmäßig anzubieten und zu finanzieren.

Wie angekündigt, findet am Pfingstsamstag, 8. Juni, das große Open-Air Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins im Innenhof des Luitpoldbades statt. Die "Jazz-Legenden" um Bernd K. Otto und das Orchester begeisterten bereits vor einem Jahr 400 Besucher im Kurtheater. Zusätzlich zur damaligen Besetzung konnte Otto den Tenorsaxophonisten Wilson de Oliveira, ehemals HR-Big-Band, und Gregor Beck, einen der angesehensten Schlagzeuger Europas, verpflichten.

Nach der Konzertpause werden dann vier Solisten der Staatsbad Philharmonie in den musikalischen Dialog mit den All Stars treten. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Max-Littmann-Saal statt. Am Nachmittag läuft die Präsentation von Oldtimern der Sachs Franken Rally rund um die Konzertbestuhlung. Tickets sind ab 1. März erhältlich. Kurt Rieder