19 Gegentore in zwei Spielen (5:9 in Regen und 7:10 in Selb), da erübrigt sich die Frage, woran es derzeit krankt bei den Kissinger Wölfen. Doch Doug Kacharvich wäre nicht Doug Kacharvich, wenn er nicht das Positive sehen würde. "Wir haben auswärts in Regen und in Selb zwölf Tore gemacht und das bei Spitzenteams der Liga", hebt der Wölfe-Coach hervor. Trotzdem muss in der Defensive besser gearbeitet werden, denn an Goalie Kevin Keßler lag es nicht.

"Unser Torwart hat eine super Leistung geboten", betont Vize-Präsident Holger Buczynski. Der kollektive Tiefschlaf in den ersten drei Minuten in Selb war tödlich. "Da liegst du gleich schon wieder mit 0:3 hinten, das ist ja mittlerweile eine Krankheit", bemängelte Buczynski. Doch die kämpferische Einstellung im Team passte, allerdings brachten sich die Kurstädter um ihren Lohn. "Wir waren nicht chancenlos, haben aber durch dumme Fehler regelmäßig zum falschen Zeitpunkt weitere Gegentore kassiert,", berichtete Buczynski über eine Wochenende zum vergessen. Über die insgesamt 15 Stunden Busfahrt wollte er da gar nicht lange reden. Für Doug Kacharvich war gravierender, dass ihm wichtige Leute fehlten. Neben Manuel Wehner war in Selb auch Eugen Nold nicht an Bord, weil er sich in Regen einen kräftigen Pferdekuss eingefangen hatte. "Das war fast ein Rückfall in alte Zeiten, was die dünne Personaldecke angeht", vermisste der Coach zusätzlich Dirty Harry (Grundmann) in seiner Defensive.

Doch Trainer und Vize-Präsident hakten das Wochenende schnell ab, steht doch am 23. Dezember das große Derby gegen die Haßfurter auf dem Programm. "Ich bin froh, dass wir neun Punkte haben, damit sind wir voll im Soll, auch wenn noch Luft nach oben ist", meint Buczynski, dessen Einschätzung Kacharvich teilt. "Wir sind als Nobody gestartet und mittlerweile immer für eine Überraschung gut." Natürlich sind die Haßfurter als Tabellendritter in der Favoritenrolle. "Ich habe sie beim 5:4 gegen den Zweiten Mitterteich beobachtet.

Das ist eine körperlich starke Truppe mit einem guten Goalie." Sich im direkten Duell mit Marian Schmidt zu beweisen, sieht der Coach als zusätzliche Motivation für seinen Torwart Kevin Keßler. Die Wölfe hoffen auf eine große Kulisse, zumal die Haßfurter reichlich Fans mitbringen werden. "Wir brauchen die Unterstützung von den Rängen - über die vollen 60 Minuten", wünscht sich Buczynski von einer möglichst zahlreichen Anhängerschar der Wölfe. Der Verein, finanziell wahrlich nicht auf Rosen gebettet, braucht die Einnahmen. Das gilt im Rückspiel am 26. Dezember für die Haßfurter ebenso. Bei aller Rivalität auf dem Eis sieht Buczynski da auch mehr Gemeinsamkeiten, als Gründe sich zu bekämpfen. "Spannend und emotional soll es sein, und wenn wir gewinnen, ist das der schönste Sieg der Saison", weiß Buczynski, der das jedoch nicht zu hoch kochen möchte.

"Der Trainer muss uns nicht groß motivieren. Wir marschieren volle Kanne", verspricht Buczynski. "Und dass wir fit sind, haben wir mit unseren erfolgreichen Aufholjagden bewiesen." Für Doug Kacharvich, der in seiner langen Karriere viele Derbys erlebt hat, ist am Sonntag Haßfurt-Premiere mit seinem Wolfsrudel. "Wenn wir alle Mann an Bord haben, und davon gehe ich aus, geht was."