Den Anstoß um 15.30 Uhr wird der Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) ausführen. Das Ärzte-Team von Trainer Hugo Faul (Nürnberg) hatte sich in einem dramatischen Finale in Budapest mit einem 7:6 nach Elfmeterschießen gegen Tschechien erstmals den WM-Titel geholt. Im Vorfeld der Partie sprachen wir mit dem Kapitän der Ärzte-Mannschaft Clemens Vogel.

Keimzelle des Teams war ursprünglich Mainz, wie hat sich das seitdem entwickelt, wie kommen die Kontakte zustande?
Clemens Vogel: Von der ursprünglichen Mannschaft aus der Studienzeit in Mainz Mitte der 80er Jahre sind nur noch Michael Lachner, Hautarzt aus Mainz, und ich dabei. Spieler haben aus Altersgründen aufgehört, neue Spieler kamen sukzessive aus dem gesamten Bundesgebiet - und deutsche Spieler aus der Schweiz - dazu.
Diese mussten via eines Mitspielers empfohlen werden, da nicht hauptsächlich Spielstärke, sondern ebenso Charakterstärke ausschlaggebend für eine Aufnahme im Verein sind. Zur Zeit sind etwas mehr als 50 Ärzte im Kader - niedergelassene und Kollegen aus Krankenhäusern.

Gemeinsames Training lässt sich sicher nur schwierig bewerkstelligen, wie läuft das ab?
Jeder trainiert für sich in seinem Heimatverein. Im Jahr treffen wir uns fünf bis sechs Mal zu Benefizspielen, einem Turnier, das im jährlichen Wechsel in Ungarn, Österreich und Deutschland ausgetragen wird, sowie zur alljährlich stattfindenden Weltmeisterschaft - im nächsten Jahr übrigens in Brasilien.

Welche Vorbereitung wurde vor der mit dem Titelgewinn gekrönten WM absolviert?
Vor der Weltmeisterschaft haben wir ein dreitägiges Trainingslager in Pölling in der Oberpfalz absolviert und dort ein Benefizspiel bestritten.

Gibt es einen festen Stamm oder bestimmt der Zeitplan der Ärzte die Aufstellung?
Es gibt einen festen Stamm von zehn bis 15 Spielern, welche fast immer auflaufen. In Abhängigkeit ihrer Dienstpläne, kann der eine oder andere fehlen. So wie jetzt unser Spieler Werner Krutsch, Unfallchirurg aus Regensburg, nicht dabei sein kann, der als bester Spieler des letzten WM-Turniers in Budapest ausgezeichnet wurde.

Auf welche Spieler sollte man besonders achten, wo liegen deren Stärken? Sind sie auch noch in einem Verein aktiv? Kommt jemand aus unserer Region?
Einige unserer jüngeren Spieler, ab 25 Jahren darf ein Arzt am WM-Turnier teilnehmen, sind noch in Clubs aktiv, die meisten jedoch halten sich nur noch bei den Alten Herren in ihrem Heimatverein fit. Verraten wird nix für's Wochenende, aber auf unseren Stürmer aus der Schweiz, Alex Wilhelm, sollte man schon ein besonderes Auge haben. Er war letztes Jahr bei der WM im schwedischen Malmö Torschützenkönig. Aus der Umgebung von Bad Kissingen kommt kein Spieler, aber Franken haben wir einige dabei, vor allem aus Nürnberg und Erlangen.

Was sollte man sonst noch über das Team wissen?
Albert Camus war ein passabler Torhüter in Marokko und sagte: "Alles was ich über Moral und Verpflichtungen im Leben weiß, verdanke ich dem Fußball." Dem Nobelpreisträger schließen wir uns an.