Die letzten drei Jahre waren die bisher erfolgreichsten für Luca Scheublein. Obwohl erst 21 Jahre alt, wurde er schon dreimal souverän Clubmeister des Golfclubs Maria Bildhausen. Kürzlich durfte der Student aus Dittelbrunn erstmals bei den Deutschen Meisterschaften abschlagen. Sein aktuelles Handicap von -2,5 ermöglichte ihm den Start unter den besten 75 Spielern des Landes.

Obwohl er auf dem Platz des GC Valley bei München schon einige Male gespielt hatte, war er mit seinem Abschneiden "nicht zufrieden". Nach der dritten Runde kam das Aus, denn mit Ergebnissen von 78, 81 und 75 Schlägen reichte es nicht für den Cut. "Mein Spiel war gut, das Ergebnis hat aber nicht gepasst", sagt Scheublein. Einige unglückliche Ball-Lagen, dazu Pech bereits am ersten Tag ließen nichts Gutes verheißen.

Wie in anderen Sportarten auch, gibt es Plätze oder Hallen, die einem Sportler "einfach nicht liegen. Wie der in Valley". Er habe sich vor allem auf den Grüns nicht wohlgefühlt. Weshalb, das kann sich Scheublein auch nicht erklären. Im Golf wechseln gute und schlechtere Ergebnisse manchmal von heute auf morgen. Erklärungen sind schwierig, denn oft liegt es nur an Nuancen oder am Quäntchen Glück. Nächstes Mal will er wieder dabei sein und auf alle Fälle den Cut schaffen.

Zufrieden war er dennoch teilweise, schließlich hatte er erstmals mit den Spitzenspielern abschlagen dürfen. Gelernt hat er, "ruhiger zu agieren und in allen Bereichen, vom Abschlag bis zum Putten, gute Leistungen zu bringen". Mit guten Leistungen will er sich demnächst bei den Offenen Bayerischen Meisterschaften, bei denen auch einige Profis in einer Wertung mit den Amateuren spielen, am 9. und 10. Oktober 2021 beim Münchner GC "möglichst weit vorne platzieren".

Den einen Grund, weshalb er mit dem Golfen angefangen hat, "weiß ich selbst nicht". Bei einem Schnupperkurs auf dem Platz des GC Schweinfurt in Löffelsterz hatte Scheublein im Alter von sechs Jahren den dortigen Trainer Michael Thurner getroffen. Und ihm versprochen, wiederzukommen. Er hielt sein Versprechen und fand immer mehr Gefallen an der für Kinder eher untypischen Sportart.

Als er zehn Jahre alt war "ging es dann auch stetig bergauf und machte immer mehr Spaß", sagt der Dittelbrunner. In der Schule wurde er für sein Hobby oft belächelt und mit Klischees über den Golfsport konfrontiert. "Das war mir aber egal. Schade, dass ich keinen von den Reizen des Golfsports überzeugen konnte", sagt er schmunzelnd.

Welche das sind? "Golf ist eine der komplexesten Sportarten, ist wahnsinnig schwierig, bringt immer neue Herausforderungen und man ist immer für seine Leistungen selbst verantwortlich", erklärt Scheublein. Es sei aber gut zu wissen, dass sich intensive Arbeit durch gute Spielrunden auch lohne. Hinzu komme, dass man immer in der freien Natur sei und viel und abwechslungsreiche Bewegung habe.

Aufstieg soll gelingen

Vor drei Jahren wechselte er zum GC Maria Bildhausen, weil "ich mich hier sportlich weiter entwickeln kann, gute Kameraden habe mit vielen menschlichen Beziehungen und hier einer der schwierigsten Plätze in Unterfranken in einem sehr guten Zustand ist". Dazu kämen die vielen Trainingsmöglichkeiten unter Head-Pro Craig Hanson. Im nächsten Jahr will er mit der Mannschaft Meister werden und den in diesem Jahr knapp verpassten Aufstieg in die Regionalliga schaffen. Persönlich traut er sich sogar die Bundesliga zu. Der Spitzenspieler des GC will sich ständig verbessern.

Im Auge hat er auch die Amateurweltrangliste. "An eine Profi-Karriere denke ich nicht. Ich will nichts erzwingen. Das ist ein harter Job, in dem nur ganz wenige richtig Geld verdienen", bleibt er auf dem Boden. Erst will er sein Studium Maschinenbau abschließen. "Dann sehen wir weiter."