Nach der letztwöchigen Verschnaufpause kehrt der FC Thulba (5./23) nach der 0:1-Heimpleite gegen den FC Bad Brückenau mit einem laut Trainer André Betz "angekratzten Selbstvertrauen" in den Liga-Alltag zurück. Allerdings, wenn der Tabellenfünfte aus Thulba zum Rückrundenbeginn auf das gastgebende Schlusslicht SV Burgwallbach/Leutershausen trifft (15./10), ist die Frage nach dem Favoriten schnell beantwortet. Auch wenn André Betz von einer undankbare Aufgabe spricht, "zumal wir damit rechnen müssen, dass der Gegner auf dem relativ kleinen Leutershausener Platz die Räume für unsere Offensive zustellen wird". An Ausfällen hat Betz diesmal nur Timm Manger (Muskelfaserriss) zu beklagen, für den nach langer Abstinenz Tobias Huppmann einspringt. "Und der ist auf seinen Einsatz richtig heiß", freut sich der Coach.

Mit Revanchegelüsten empfangen Bad Kissingens 06er (3./25) die DJK Waldberg (10./17), die im Hinspiel nicht nur dominierte, sondern auch mit 3:1 gewann. Die DJK-Truppe von Gerd Raab scheint derzeit aber etwas von der Rolle zu sein, ging sie doch in Niederlauer sang- und klanglos mit 0:4 unter. "So wie letzte Woche wird sich der Gegner diesmal wohl nicht demontieren lassen", ist sich Bad Kissingens Trainer Rüdiger Klug sicher. "Heute wollen wir den Spieß umdrehen und das Match gewinnen. Im Hinspiel haben wir uns durch krasse Fehler in der Abwehr um den Lohn gebracht und uns regelrecht auskontern lassen. Jetzt sind wir gereifter und stehen hinten kompakter und werden hoffentlich was gutmachen", hofft Rüdiger Klug, der bis auf Maxi Pfülb in Bestbesetzung antreten kann. Für Mirko Kleinhenz ist es ein besonderes Spiel, hat er doch jahrelang für "seine" Waldberger gekickt.

Alle redeten in den letzten Wochen von der wiedererstarkten Aubstädter Reserve (11./16), die drei mal in Folge gewann und Nordheim einen Punkt abknöpfte. Doch das 1:4 gegen Herbstadt letzten Sonntag beendete den Höhenflug abrupt. Da auch der FC Bad Brückenau (14./11) nicht gerade auftrumpfte beim 1:1 in Eichenhausen, kommt es zu einem Vergleich auf Augenhöhe. Dennoch spricht FC-Trainer Artur Trebacz in höchsten Tönen vom Gegner, den man zum Saisonauftakt mit 2:0 besiegt hatte. "Es ist eine gestandene Mannschaft mit erfahrenen Bayernligaspielern, die immer wieder auf Spieler aus der Ersten zurückgreifen kann." Bis auf Stefan Roth, hinter dem wie schon so oft das Fragezeichen steht, hat Trebacz im vierten Auswärtsspiel in Folge keine personellen Probleme.

Der SV Ramsthal (6./20) und der TSV Nordheim (4./25) sind zwei Mannschaften, die zu den Jägern des aktuellen Spitzenreiters TSV Großbardorf gehören. Beide sind seit drei Spieltagen ungeschlagen, wobei die Nordheimer mit zwei Siegen und einem Unentschieden eine etwas bessere Bilanz aufweisen können als die Ramsthaler, die zuletzt zwei Unentschieden zu Buche stehen haben und gegen Waldberg erfolgreich geblieben waren. So stehen beide Mannschaften in diesem zuschauerträchtigen Verfolgerduell unter Druck. Im Hinspiel hatte André Fischer die Weindörfler mit einem Doppelpack im Alleingang abgeschossen und wird sich wohl einer besondere Bewachung erfreuen. "Außerdem gilt es noch, Johannes Fischer und Spielertrainer Markus Herbert aus dem Spiel zu nehmen", weiß Thorsten Büttner wo er den Hebel anzusetzen hat. Wieder einsetzen kann der Ramsthaler Coach Marcel Schmitt, der mit Timo Kaiser, Tim Danz und Jörg Herterich Nordheims Offensive lahmlegen soll.

Marc Hartmann trifft am Sonntag mit dem FC Reichenbach (8./18) auf eine der launenhaftesten Mannschaften der Liga. Gastgeber RSV Wollbach (9./17) hatte zwar gegen Niederlauer, Waldberg und Burgwallbach Federn lassen müssen, dagegen aber dem FC 06, Thulba und Großbardorf Punkte abgeknöpft. Schwer im Magen dürfte den Rhönern noch die 1:4-Hinspielniederlage liegen, so dass die Teutonen es mit einem Gegner zu tun haben werden, der der diese Scharte auswetzen möchte. Nachdem bei der taktisch angepeilten Nulldiät in Ramsthal die Torraumszenen rar waren, setzt Hartmann diesmal auf Offensive, zumal Claus Kirchner wieder mit von der Partie ist. "Wir wollen vor der Winterpause noch einige Punkte holen, erst in Wollbach, eine Woche später gegen Niederlauer und dann noch gegen Burgwallbach, denn in diesen Spielen werden Big-Points vergeben, mit denen wir vor Weihnachten noch einen gewaltigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen wollen", legt Marc Hartmann die Marschroute für seine Reichenbacher fest.