Bernd Heid aus Fuchsstadt hält das rote Trikot hoch. "Gemeinsam gegen Leukämie. Hilfe für Gerald und Andere" steht in weißen Buchstaben darauf gedruckt. Das Fußballshirt ist mittlerweile sechs Jahre alt und war beim ersten Benefizspiel, das Bernd Heid für seinen Freund Gerald Betz organisiert hat, im Einsatz.

2005 diagnostizierten die Ärzte bei Betz eine schwerwiegende Form von Blutkrebs. Die einzige Heilungsmöglichkeit für Betz bestand darin, einen geeigneten Stammzellenspender zu finden. "Ich habe davon im Urlaub erfahren", erzählt Bernd Heid. Er sei geschockt gewesen. Wieder Zuhause, habe er mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) Kontakt aufgenommen, um eine großangelegte Typisierungsaktion im Raum Fuchsstadt zu starten. Weil eine Typisierung pro Person 50 Euro kostet, sah sich der engagierte Helfer gezwungen, schnellstmöglich Geld herbei zu schaffen, um die Aktion finanzieren zu können.

"Die Zeit lief uns weg. Deshalb haben wir uns eine Frist von sechs Wochen gesetzt, in denen wir Spenden gesammelt haben", erinnert sich Heid. "Ich habe einfach alles abgeklappert, was ich gekannt habe." Von Theateraufführungen über Orgelkonzerten zu Kuchenbasaren. "Den Leuten ist die ganze Sache sehr nahe gegangen. Es gab eine große Spendenbereitschaft", meint Heid rückblickend.

Mit seinen Mitstreitern Peter Zellhahn und Josef Stockmann gelang es, in den eineinhalb Monaten die überwältigende Summe von 87 000 Euro aufzubringen. Genug für eine große Typisierungsaktion, an der 1400 Leute teilnahmen. Das übrige Geld überließ Bernd Heid der DKMS. Im Nachhinein denkt sich Heid oft, dass die Sache eigentlich nicht zu schaffen war. "So etwas kommt nur zustande, wenn viele mithelfen", lobt Bernd Heid den Einsatz von Helfern und Spendern. Dennoch seien die sechs Wochen für ihn die Hölle gewesen. Tage, an denen sein Telefon unablässig klingelte und er jede freie Minute opferte. Dennoch verlor er nie die Motivation: "Mir war klar, das hätte genauso ich sein können. Wenn es mich getroffen hätte, wäre ich auch froh gewesen."

Bernd Heid ist selbst großer Fußballfan, besaß zu der Zeit eine Jahreskarte für das Stadion von Bayer 04 Leverkusen und fuhr regelmäßig zu deren Bundesligaspielen. Irgendwie, erzählt er, habe er dann die Mobilnummer von Michael Kentschke, dem Manager der Leverkusener Traditionsmannschaft, rausbekommen und ihn einfach angerufen. "Ich habe ihn wohl in Madrid aus dem Bett geklingelt", grinst Heid heute. Kentschke sagte jedenfalls sofort für ein Benefizspiel zu, und 2006 kamen die Bayer-Oldies zum ersten Mal nach Fuchsstadt, um dort für den guten Zweck zu kicken.

Nach 2006 stellte Bernd Heid alle zwei Jahre ein Benefizspiel mit den Leverkusenern auf die Beine. Einen Freund und wichtigen Unterstützer fand er in dem Stürmerstar und ehemaligen Nationalspieler Ulf Kirsten (46). "Wenn etwas ist, stehen wir selbstverständlich zur Verfügung", meint Ulf Kirsten, der sich mit einer eigenen Stiftung für Nachwuchssportler engagiert. "Es ist egal, wo man das macht. Für den guten Zweck helfen wir gerne", betont der Hobby-Motorradfahrer, der gerne auch in Franken mit seiner Maschine auf Tour geht.

Wie Ulf Kirsten ausführt, laufe am Wochenende zum ersten Mal nicht die Traditionself aus Leverkusen auf. Die sei terminlich verhindert. "Weil das mit der Traditionself nicht geklappt hat, haben Heiko Scholz und ich unsere Kontakte genutzt und eine hoffentlich gute Truppe zusammengestellt", schildert der dreifache Bundesliga-Torschützenkönig. Er freue sich auf ein unterhaltsames und lustiges Spiel und vor allem auf das gemütliche Zusammensitzen am Abend. Übrigens auch mit Gerald Betz, der am Samstag für die Landkreis-Auswahl antreten wird. Für Betz hat sich ein Spender in Hannover gefunden. Bernd Heid strahlt: "Das war wie ein Sechser im Lotto."


Programm 15 Uhr Spiel U7 SC Diebach - SV Obererthal; 15.40 Uhr: Spiel U9 FC Fuchsstadt - SV Seifriedsburg/Gemünden; 16.30 Uhr: Spiel U11 SV Obererthal - FC Thulba; 18 Uhr: Spiel der "Oldstar"-Mannschaft gegen eine Landkreis- Auswahl Bad Kissingen; Ab 20 Uhr Live-Musik mit der Band "The Riffs".