SG Garitz/Nüdlingen - HSV Bergtheim 21:30 (12:9) - SG-Trainer Hans Wenzke war der Verzweiflung nahe, schon wieder musste er die zwei Gesichter seiner Mannschaft erleben, oder besser, ertragen. "Die ersten 40 Minuten sind super, die letzten 20 dann einfach unterirdisch." Hoch konzentriert gingen seine Schützlinge in die Partie gegen den Tabellendritten, um endlich das erste Erfolgserlebnis im Jahr 2013 zu realisieren. Die Abwehr ging aggressiv zu Werke, der Gegner wurde zu Fehlpässen gezwungen. In diesem Punkt standen die Bergtheimerinnen allerdings zunächst nichts nach, nach knapp acht Minuten hieß es gerade mal 1:1. Doch die SGlerinnen blieben ihrer Linie treu, es wurde gekonnt verschoben, fantastisch gekämpft und dann auch im Angriff getroffen. "Wir haben bis zur Pause immer geführt, das war schön anzuschauen", war Wenzke mit dem Auftritt hoch zufrieden.
Obwohl die Gäste nach einer Kabinenpredigt in der Pause noch engagierter zu Werke gingen und mehr die Eins-gegen-Eins-Situationen suchten, war das Spiel bis zum 15:15 ausgeglichen, über 18:19 und 19:20 ließen die SGlerinnen nicht abreißen. Für das was dann, nun bereits zum wiederholten Male, passierte, fand der Trainer keine plausible Erklärung. "Das ist, wie wenn ein Schalter gedrückt wird." Die Abwehr steht nicht mehr, besonders in der Rückwärtsbewegung nach verlorenen Bällen fehlt der Biss. Die Köpfe hängen, die ganze Körpersprache stimmt nicht mehr. "Dabei haben wir nichts anders gemacht, wir haben auch in der ersten Halbzeit Gegenstöße verblödelt, aber da haben wir uns den Ball zurück erobert und Konter abgefangen. Ist das Konzentrationsschwäche, eine Frage der Einstellung, fehlt das letzte Quäntchen Wille", rätselt der Trainer. Deutlich wird der Bruch im Spiel auch an den Strafzeiten. "In der ersten Hälfte haben wir unsere erste Zwei-Minuten-Strafe in der 14. Minute bekommen, in der zweiten haben wir gleich sechs kassiert."
Natürlich könnte es sich Hans Wenzke einfach machen, auf nicht ausgeheilte Blessuren verweisen, gerade Leistungsträgerinnen wie Natascha Wilm, Lisa Wenzke und Sabrina Kleinhenz sind noch längst nicht hundertprozentig fit. Doch der Coach betont, dass er auch schon vor der Pause komplett durchgewechselt habe, jeder seine Verschnaufpausen bekommen habe. Konditionell sieht er sein Team auf der Höhe, bemängelt aber, dass ab dem Bruch im Spiel nach Fehlern nicht mehr zurückgelaufen wurde. Bergtheim hatte von da an leichtes Spiel, machte sechs Tore am Stück und bei 20:28 war der Rückstand deprimierend. "Wenn ich zwölf Tore schieße und nur neun bekomme, bin ich doch zur Halbzeit voll auf Kurs und darf das Spiel nicht mehr verlieren, aber 9:21 nach der Pause geht gar nicht", ärgert sich der Trainer. Im Training ist es nun Wenzkes Aufgabe, das niedergeschlagene Team wieder aufzurichten. Alle Kräfte müssen gebündelt werden, dann kann man mit frischem Mut am nächsten Samstag nach Bayreuth fahren, um endlich auch mal auswärts zu punkten. "Wir haben doch schon mehrfach gezeigt, dass wir mit allen Teams in der Liga mithalten können", streicht Hans Wenzke die Stärken seiner Truppe heraus.
Tore für die SG: Natascha Will (8/4), Lisa Wenzke (4), Manuela Schäfer, Franziska Thomas, Anna Kleinhenz (alle 2), Sabrina Kleinhenz, Anna Zimmer (beide 1).