Das hatten sich die Verantwortlichen des TSV Rothhausen/Thundorf wohl ganz anders vorgestellt. Ein Amateurverein wechselt nämlich nur ungern seinen Trainer in der Winterpause. Es waren auch keine sportlichen Gründe ausschlaggebend. Neu-Trainer Stefan Denner kehrte nach nur einem halben Jahr dem TSV den Rücken und schloss sich wieder seinem Heimatverein FC WMP Lauertal an.

Am Ende der Saison stand der Meistertitel für den TSV in der A-Klasse Rhön 2 zu Buche und machte vielleicht auch deshalb das Trainer-Wintertheater vergessen. Nach vier Jahren geht Rothhausen/Thundorf wieder in der Kreisklasse an den Start. "Ich bin megastolz auf die Jungs", sagt TSV-Trainer Marco Schmitt zur Meisterschaft. Er wurde im Winter vom Co-Trainer zum Cheftrainer befördert.

Davor war die Aufteilung klar. Stefan Denner kümmerte sich mehr um die Offensive und Schmitt um den Abwehrverbund. "Ab dem Winter musste ich dann eben alles machen", schmunzelt der 35-jährige. Scheinbar aber gar nicht so schlecht. Er bekam aber mit Markus Röß auch einen Assistenten an die Seite gestellt.

Vielleicht hat der Trainerwechsel im Winter doch noch einmal Kräfte freigesetzt. "Ja das kann sein", sagt Schmitt dazu, ohne jedoch ein Grund dafür in Denner zu suchen.

Für ihn entscheiden war das Winter-Trainingslager in Tschechien. "Das hat uns alle noch enger zusammengeschweißt", sagt Schmitt. Der Saisonstart war dagegen doch etwas holprig. Bis zum 6. Spieltag war Rothhausen/Thundorf nämlich sieglos. So richtig in die Gänge kam die Schmitt-Elf wie erwähnt dann nach der Winterpause. Bis zum torlosen Remis gegen die SG Eltingshausen war der TSV acht Mal in Folge siegreich und erkämpfte sich die Tabellenspitze.

Auch bei Jan Schubert platzte dann so richtig der Knoten. Er sicherte sich in der Endabrechnung mit insgesamt 22 Treffern die Torjägerkanone. Nach dem Rückwechsel von Stefan Denner konnte Schubert wieder die zentrale Stürmerposition besetzen. "Die Position liegt unserem Jan dann doch besser", so sein Trainer Schmitt. Aber auch Denner selbst hatte mit zehn Treffern seinen Anteil am Titel. Entsprechend übermittelte er auch seine Glückwünsche so Marco Schmitt.

Ein Garant war aber die Leistung der Abwehr. "Wir hatten die beste Defensive der Liga und sind deshalb Meister geworden", analysiert Schmitt. Mit nur 26 Gegentreffern stellt der TSV den Liga-Spitzenwert.

Für Marco Schmitt ist es die erste Cheftrainer-Position. "So kann es gerne weitergehen", freut er sich über seine Bilanz. Er beschreibt sich als eher impulsiven Trainer. Sein Mitstreiter Markus Röß ist da eher der ruhigere Typ. "Die Mischung stimmt einfach und die Jungs wissen genau woran sie bei uns sind", so Schmitt. Gefeiert wurde der Titel übrigens in Willingen im Sauerland. Nähere Informationen dazu sind nicht bekannt. Schmitt und sein Co-Trainer haben auch schon für die nächste Saison zugesagt.

In der Kreisklasse soll die Erfolgsstory weitergehen. "Ich habe vor dieser Liga keine Angst", so Schmitt. Bisher gibt es auch nur einen Abgang zu verzeichnen. Lars Wahl schließt sich der SG Bad Bocklet/Aschach an. Auch das Angebot eine Fahrgemeinschaft mit dem Trainer einzugehen konnte nicht überzeugen.