Bad Brückenau. "Die Bad Brückenauer wollen uns wohl im Aufstiegskampf helfen", feixten einige Riedenberger Spieler, die nicht genannt werden wollten, denen der Erfolg der Gastgeber gegen die Weindörfler so richtig in den Kram passte. Fakt war, dass sich die Schützlinge von Artur Trebacz förmlich zerrissen und einen verdienten Sieg einfuhren.

"Die drei Punkte sind natürlich schön und machen mich stolz", so der FC-Coach, der aber auch leicht enttäuscht war. "Heute hat man gesehen, was für uns in der Saison möglich gewesen wäre, wenn wir nicht so oft überflüssig Punkte verspielt hätten." Gegen die Mannen von Thorsten Büttner, der erneut in der Anfangsphase auf sein Sturmtrio Sascha Ott, Dominik Vierheilig und Alexander Unsleber, letzterer kam im zweiten Durchgang, verzichten musste, suchten die Platzherren sofort die Zweikämpfe. Ein sehr intensiv geführtes Match war die Folge. Dabei hatten die "Ramsler" die erste dicke Möglichkeit nach sieben Minuten, als die ansonsten sattelfeste FC-Innenverteidigung mit Philipp Jakobsche und Markus Schumm überrumpelt wurde. Tim Danz stand urplötzlich vor Goalie Daniel Gebhart und überlupfte diesen. Die zahlreichen SV-Fans jubelten schon, doch einer der besten FCler, Sebastian Ziegler, kratzte die Kugel mit letztem Einsatz noch von der Torlinie. Drei Minuten später brannte es auf der Gegenseite. Nach einer harten Zweikampfaktion im SV-Sechzehner, die stark nach Strafstoß roch, erkannte der Unparteiische, der später schwer gefordert war, auf Vorteil, den der FC-Torjäger Stefan Wich auch hatte.

Stieranka an die LatteDoch jagte der das Leder über den Torwinkel. In der Folgezeit kamen erste Nickligkeiten auf, die binnen fünf Minuten zu drei Gelben Karten führten. Erst nach einer halben Stunde ergaben sich wieder Torchancen, zunächst setzte Danz einen Schuss ans Außennetz. Auf der Gegensete köpfte Lubomir Stieranka nach Flanke von Daniel Gleißner an die Latte, um den zurückprallenden Ball zwei Mal auf den Körper von Keeper Frank Popp zu setzen. Der Torwart musste eine Minute später Kopf und Kragen riskieren.

Nach einer von mehreren schlampigen Defensivaktionen der Gäste legte Daniel Gleißner Wich auf, der aber am herausstürzenden Popp scheiterte. "Wenn wir so weiter rummurksen, legen wir uns das Ei noch selbst ins Nest", schimpfte SV-Co-Trainer Harald Morper, dessen Worte kurz vor dem Kabinengang Realität wurden. Nach einem ungestümen Foul von Jörg Herterich an Wich am Strafraumeck zirkelte Nico Schell die Kugel über die "standhafte" SV-Mauer ins Toreck. "Da habe ich der Mannschaft und mir selbst ein letztes Geschenk gemacht", freute sich der Torschütze, der vor dem Spiel von Abteilungsleiter Heribert Jakobsche für seine langjährigen Verdienste mit lobenden Worten Richtung DJK Kronungen verabschiedet wurde.

Die Ramsthaler wollten sich "sofort um den Ausgleich bemühen", so Spielertrainer Thorsten Büttner, doch der Plan ging erst einmal gar nicht auf. Denn ein Steilpass von Schell, der trotz Foul bei seinem Antritt von der Mittellinie nicht gestoppt werden konnte, erreichte Sebastian Ziegler, der mit seinem platzierten Flachschuss Popp keine Chance ließ. Zwei Minuten später drohte das 3:0, doch Wich konnte von Christoph Kraus, der später wegen einer Daumenverletzung den Rasen unplanmäßig verlassen musste, gerade noch gebremst werden. Ab der 60. Minute kam dann Hektik mit unschönen Szenen auf. Es gab unter anderem Tätlichkeiten, die vom Unparteiischen nicht geahndet werden konnten, da sie sich weitab vom Ball und hinter seinem Rücken abspielten. Die Gäste versuchten es mit der Brechstange, wobei Ziegler nach Kopfball Danz das Leder von der Torlinie nickte (87.). Der Anschlusstreffer fiel zwar noch, nach Flanke von Matthias Hallhuber köpfte Thomas Simon freistehend ein, mehr gelang nicht. "Wir können jetzt nur noch auf Ausrutscher unserer Konkurrenten hoffen", so der SV-Übungsleiter.

Torfolge: 1:0 Nico Schell (45.), 2:0 Sebastian Ziegler (48.), 2:1 Thomas Simon (89.).
Gelb-rote Karte Marcel Schmitt (Ramsthal/90.).

Zuschauer: 150

Bad Brückenau: Gebhart - Ziegler, Schumm, Ph. Jakobsche, F. Jakobsche - Gleißner, Stieranka, Gartung, Schell, Mierzwiak - Wich. Eingewechselt: T. Herbert, Steigerwald, Krämer.

Ramsthal: Popp - M. Schmitt, Herterich, T. Kaiser, Kraus (57. J. Morper) - Feichtinger, Büttner, B. Morper, Hallhuber , Danz - Simon. Eingewechselt: D. Six, Unsleber.


SC Diebach - DJK Ginolfs/ Sondernau 4:2 (1:1 ) - Torfolge: Patrick Schmähling (12.), 1:1 Thomas Rott (27.), 2:1/3:1 Patrick Schmähling (47., Foulelfmeter/76.), 4:1 Marcus Hein (84.), 4:2 Mike Holzhausen (85.) - Gelb-rote Karte: Johannes Pappe (Ginolfs/Sondernau/62.).

Zunächst gab es ein Aufatmen bei den Frankonen, denn der Pflichtsieg gegen den Absteiger wurde realisiert. Bei Bekanntwerden des Niederläurer Sieges wurden die drei Punkte sogar als "überlebenswichtig" (SC-Trainer Hammer) eingestuft. Beim frühen Führungstreffer, Patrick Schmähling schüttelte seinen Gegenspieler Michael Nennstiel im Laufduell ab und hob das Leder ins Toreck, machte die DJK-Deckung keinen guten Eindruck. Die Platzherren setzten dann aber nicht nach, die DJK kam auf und zum Ausgleich. SC-Goalie Daniel Neder musste einen Schuss von Markus Breunig prallen lassen, Thomas Rott reagierte am schnellsten. Die Heimelf konnte vor der Pause von Glück reden, dass Rott nach einem Patzer von Neder dem den Ball wieder in die Arme schob. Nach Foul von Nennstiel an Schmähling ließ der Gefoulte dem guten Keeper Michael Sitzmann keine Abwehrchance. Die personelle Überlegenheit nach der Ampelkarte nutzten Schmähling und Marcus Hein zur Vorentscheidung. An das drohende Relegationsspiel gegen den FC Hammelburg verschwende ich noch keinen Gedanken", so SC-Fan Klaus Franz, "trotz des schweren Programms hoffe ich auf den Klassenerhalt ohne Verlängerung."


FC Westheim - SV Riedenberg 0:3 (0:1) - Torfolge: 0:1 Markus Rüttiger (9.), 0:2 Sebastian Hüfner (Eigentor/75.), 0:3 Dominik Fröhlich (90.).

Die Riedenberger trafen auf einen immer noch hochmotivierten Gegner, der ihnen lange Zeit das Leben schwer machte. Der Spitzenreiter ging in Führung, als Markus Rüttiger einen langen Schlag volley abnahm und in die Maschen setzte. Die Gastgeber brachten zwar keine großartigen Chancen zustande, aber in Sachen Engagement hatten sie sich nichts vorzuwerfen. Ein unglückliches Eigentor zerstörte letztlich ihre Hoffnung auf ein Remis. Bei einem Rettungsversuch warf sich Sebastian Hüfner in einen Querpass und spitzelte die Kugel ins kurze Eck.


TSV Ebenhausen - BSC Lauter 4:1 (2:0) - Torfolge: 1:0 Christian Engert (7.), 2:0 André Schmitt (35.), 3:0 Nunzio DeDonato (66.), 3:1 Daniel Metz (66.), 4:1 Matthias Dees (Foulelfmeter/76.) - Bes. Vorkommnis: Elio Trasente (Ebenhausen) scheitert mit Foulelfmeter an Thomas Metz (54.).

Nach den Siegen des SV Niederlauer und des SC Diebach wird die Lage für den TSV Ebenhausen trotz des Erfolges immer prekärer. "So lange es aber noch ein Fünkchen Hoffnung gibt, geben wir nicht auf", war Roland Zimmermanns Kurzkommentar nach dem am Ende doch schwer erkämpften Sieg. In die Karten spielte den Einheimischen die frühe Führung. Einen tollen Part spielte im Ebenhausener Deckungssystem der 18-jährige Christoph Haut, der Lauters Sturm fast im Alleingang stoppte. Eine Vorentscheidung könnte schon am Donnerstag fallen, wenn der TSV Ebenhausen beim SV Niederlauer gastiert.