Der SV Rot-Weiß Obererthal wird nach dem Abstieg aus der Bezirksliga in der nächsten Saison nicht in der Kreisliga antreten. Da der Bayerische Fußball-Verband (BFV) eine beantragte Sondereingliederung in die Kreisklasse ablehnte, meldete der Verein keine Zweite Mannschaft mehr und wird mit der Ersten in der B-Klasse spielen.
Drei Jahre lang vertraten die Kicker des SV Rot-Weiß Obererthal (RWO) ihre Farben in der Bezirksliga. Drei Jahre, die vorerst als die erfolg reichsten in der bis in das Jahr 1930 zurückreichenden Geschichte des Vereins eingehen werden. Wie RWO mitteilte, haben Vorstand, Mitglieder und Spieler auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschieden, die Ersten Mannschaft für die Kreisligasaison 2013/14 abzumelden und mit lediglich einer Mannschaft in der untersten Liga, der B-Klasse, zu starten.
Für diesen sowohl drastischen als auch ungewöhnlichen Schritt gibt es vielerlei Gründe.
Gerade die letzte Saison, nach der der SV Obererthal sich mit lediglich acht Punkten aus der Bezirksliga verabschiedete, war ausschlaggebend. "Wir sehen uns mit unseren Voraussetzungen auch nicht gewappnet für die Kreisliga", betont Vorstand Björn Brust. Vor der Saison musste der mit einem achten Platz in der Bezirksliga Ost zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Verein des Landkreises Bad Kissingen einen gehörigen Aderlass im Kader hinnehmen. Trainer sowie Co-Trainer heuerten bei anderen Vereinen an, weitere Stammspieler wechselten ebenso den Club. Anhaltendes Verletzungspech gepaart mit einer dünnen Spielerdecke waren zu viel für die junge Mannschaft.
Um den harten Weg in die unterste Klasse zu umgehen, stellte der Verein einen Antrag beim Bayerischen Fußballverband (BFV) auf Sondereingliederung in die Kreisklasse. "Wir waren uns mit der Mannschaft einig, dass die Kreisklasse machbar gewesen wäre", begründete Brust den ungewöhnlichen Antrag. Der BFV lehnte diesen ab, brachte als Begründung einen Fall von 1996 vor und verwies auf eine mögliche Wettbewerbsverzerrung. Auch ein Einspruch seitens des RWO, in dem der Verein anbot, in der nächsten Saison auf das Aufstiegsrecht zu verzichten, brachte lediglich eine Bearbeitungsgebühr von 150 Euro ein. "Auf die Argumentation des Vereins wurde von Seiten des BFV auch hier nicht eingegangen", bedauert Brust. Unter anderem habe der Verein darauf hingewiesen, dass solchen Anträgen im Damenbereich schon des Öfteren stattgegeben wurde. Außerdem argumentierten die Obererthaler, dass es nach der Gründung von Spielgemeinschaften häufiger Sondergenehmigungen bei der Eingruppierung gebe. "Wenn aber ein kleiner Verein alleine um sein Überleben bangt, eine weitere so schlecht laufende Saison als größtes Übel ansieht, werden ihm Steine in den Weg gelegt", hieß es in dem Einspruch weiter. "Ich bin mehr als enttäuscht von er Unflexibilität des BFV", macht Brust nach der Ablehnung des Einspruchs klar und befürchtet jetzt einen weiteren Aderlass des Kaders.
"Sorgen macht uns auch die goldene Generation unseres 400-Einwohner-Dorfes. Die Spieler, die den Verein seit 2006 nach oben geschossen haben, wohnen zum größten Teil nicht mehr in Obererthal", erklärt Brust. Tatsächlich haben Leistungsträger wie Andreas Graup, Lukas Heid, Tobias und Benedikt Brust, Benedikt sowie Florian Hofbauer wegen ihres Studiums oder ihrer Arbeit ihren Wohnsitz mittlerweile in Stuttgart, Ingolstadt, München, Darmstadt und Würzburg. "Diese Spieler bilden das Herz der Mannschaft. Jeder einzelne fährt am Wochenende hunderte Kilometer für seinen Heimatverein", betont Björn Brust. Auf nachrückende Spieler aus der Jugend müssen die Rot-Weißen noch mindestens drei Jahre warten.
So ist es das Ziel des Vereins, weiter unabhängig sein Glück in der B-Klasse zu suchen. "Wir gehen heiß in die Saison. Für unsere Spieler zählt sowieso nur das rot-weiße Trikot und nicht die Spielklasse", betont Abteilungsleiter Manfred Rüth. "Das klare Saisonziel Aufstieg treibt uns an."

Suche nach neuem Trainer

Zuvor müssen die Verantwortlichen in Obererthal aber noch einen neuen Trainer finden. Bastian Steuerwald, der für die Kreisligasaison eingeplant gewesen wäre, geht den Weg in die B-Klasse nicht mit. "Die Vorbereitung übernimmt der charakterlich wie auch in seiner Trainingsarbeit von allen Seiten hochgelobte Michael Leiber weiter interimsmäßig", teilt der Verein in einer Pressemitteilung mit.