FC Bad Brückenau - MHV Schweinfurt 25:26 (14:13).

Eine ganz bittere Niederlage mussten die Sinnstädter im Main-Rhön-Derby hinnehmen. Und die herbe Enttäuschung stand den Bad Brückenauern nach der Partie ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder, denn die ohne ihre routinierten Spielgestalter Simon Weiner und Michael Müller angetretenen Gastgeber hatten sich in der Schlussphase mit toller Moral in die längst verloren geglaubte Partie zurückgekämpft. In der 56. Minute erzielte Lukas Heil den überraschenden Treffer zum 24:24-Ausgleich. Zuvor hatten die Schweinfurter immer wieder ihre sehr deutliche körperliche Überlegenheit in die Waagschale geworfen und sich zwischenzeitlich einen Vier-Tore-Vorsprung herausgespielt. In den vogelwilden Schlussminuten spielte die physische Wucht der Gäste keine allzu große Rolle mehr. Paul Mösleins Treffer zum 24:25 konnte Tom Schumm in der 59. Minute mit viel Durchsetzungskraft ausgleichen. Dann zog MHV-Coach Marcus Thalhäuser eine Auszeit. Dass die Schweinfurter nun Ballbesitz hatten, war von spielentscheidender Bedeutung. Mit ganz viel Cleverness und Abgezocktheit provozierten die MHVler einen finalen Strafwurf, dessen Entstehung einstudiert und choreografiert daherkam. Der gut aufgelegte Simon Zwiazek behielt vier Sekunden vor der Schlusssirene die Nerven und versenkte den Siebenmeter eiskalt.

Faire Verlierer

Die Bad Brückenauer Spieler erwiesen sich als faire Verlierer. Dass die jungen Unparteiischen Marcel Förster und Marcel Ludwig einen sehr schweren Stand im "Hexenkessel" hatten, lag sowieso nicht am spielentscheidenden Siebenmeter-Pfiff, sondern in erster Linie daran, dass man im Eifer des Gefechts doch etliche unsportliche Handgriffe durchgehen ließ und gleichzeitig den keineswegs unfair agierenden Bad Brückenauer Max Puschner mit einer roten Karte bedachte, nachdem er einem Schweinfurter Angreifer wiederholt eigentlich nur im Weg gestanden war. Die dritte persönliche Zeitstrafe gegen den zierlichen FCler schoss dann doch ordentlich über das Ziel hinaus. Fazit: Das kompromisslosere Team mit der größeren Erfahrung hat sich in der Römershager Dreifachturnhalle keineswegs unverdient durchgesetzt. Für die Bad Brückenauer steht spätestens jetzt fest: Der Kampf gegen den drohenden Abstieg wird ein echter Kraftakt.

Tore für Bad Brückenau: Georg Hoch (5), Tom Schumm (5), Simon Dietrich (5/2), Nick Schumm (4), Lukas Heil (3), Max Puschner (2), Ben Schumm (1).

HSV Bergtheim II - FC Bad Brückenau 24:24 (11:12).

Wer in der Willi-Sauer-Halle gegen die jungen Bergtheimerinnen punkten will, der muss das hohe Tempo der HSVlerinnen über 60 Minuten lang mitgehen können. Da traf es sich ganz gut, dass mit Anna Pragmann und Jana Gebhard zwei Spielerinnen ins Bad Brückenauer Team zurückkehrten, die auf den Außenbahnen ordentlich Gas geben und außerdem Zug zum gegnerischen Tor haben. Die Bayernliga-Reserve geriet zwar zehn Minuten vor Schluss mit vier Toren in Rückstand (18:22), gab sich jedoch zu keiner Phase der Partie auf und blieb den Sinnstädterinnen auf den Fersen. Mit einer Serie von vier Treffern in Folge glichen die Gastgeberinnen bis zur 55. Spielminute etwas überraschend aus (23:23), um dann alles daran zu setzen, die Partie noch zu ihren Gunsten zu drehen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen, denn die Bad Brückenauerinnen legten durch Jana Gebhard zwei Minuten vor Schluss noch einmal vor, um nur Sekunden später prompt den erneuten Ausgleich zu kassieren. In der turbulenten und hochdramatischen Schlussminute zogen die Gastgeberinnen eine taktische Auszeit, jedoch blieb es beim leistungsgerechten Remis. Für die Mannschaft von Thomas König und Yvonne Paul geht es am Samstag im traditionsreichen Derby gegen die SG Garitz/Nüdlingen um Wiedergutmachung vor den heimischen Fans. Schließlich hatten die FClerinnen im Hinspiel in der Schlossberghalle eine desolate und von extremer Nervosität geprägte Leistung abgeliefert.

Tore für Bad Brückenau: Jana Gebhard (6), Marie König (5), Anna Pragmann (4), Lena Übelacker (4/2), Jennifer Frank (3/1), Madeleine Henkel (2).

DJK Nüdlingen - MHV Schweinfurt II 27:16 (13:9).

Arg begrenzt waren Nüdlingens personelle Alternativen. Was aber so gar nichts war im Vergleich zu den Schweinfurtern, die gerade mal sechs Spieler mit in die Schlossberghalle gebracht hatten und trotz Unterzahl zumindest in Halbzeit eins ordentlich Paroli bieten konnten. Dank der größeren Kraftreserven kamen die Nüdlinger nach dem Wechsel zu einem ungefährdeten Erfolg in einem wohltuend fairen Spiel. Kurios: Nach dem Wechsel verzichteten die Nüdlinger gegen den unterbesetzten Gegner freiwillig auf einen Spieler, traten damit ebenfalls nur zu sechst an, trotzdem wurde besser gespielt als in Halbzeit eins.js

Tore für Nüdlingen: Vincent Przybilla (7), Julius Rauch (6), Andreas Petsch (4), Ralph Sittler (3), Jonathan Kaim (2), Kai Kunzmann (2), Jonas Rendl (2), Felix Planetosch (1).

HSG Volkach II - FC Bad Brückenau II 33:12 (18:4).

Gegen eine verstärkte Volkacher Zweitvertretung stand die FC-Reserve auf verlorenem Posten. Nur wenige Minuten im ersten Durchgang konnten die Sinnstädter ausgeglichen gestalten, dann zogen die HSGler ein effektives Konterspiel auf. Erhebliche Probleme hatten die Bad Brückenauer vor dem gegnerischen Kasten. Immer wieder wurden freie Würfe versemmelt oder zur sicheren Beute des Volkacher Keepers. Nach der Pause klappte es im Brückenauer Angriff etwas besser, auch wenn die Durchschlagskraft weiterhin fehlte. Die Volkacher lauerten bei jedem kleinen Fehler der Gäste auf Tempogegenstöße und überzeugten mit einer zielstrebigen zweiten Welle.

Tore für Bad Brückenau: Lukas Heil (4), Patrick Lieb (4/1), Nico Schöller (2), Ben Schumm (1), Frederik Schumm (1/1).