Die Geschichte wiederholt sich. Zumindest für den SC Diebach, der wie in der vergangenen Saison in die Relegation geht. Diesmal aber am Sonntag (18 Uhr, Oberthulba) um den Aufstieg spielt, also in die Kreisliga Rhön zurückkehren könnte. Bitter war der Abstieg im Vorjahr, als der punktgleiche TSV Ebenhausen im Stechen zwar besiegt werden konnte, dann aber gegen den späteren Aufsteiger SV Burgwallbach verloren wurde (0:2) - ausgerechnet in Waldberg. Hängen ließ die Elf von Michael Hammer die Köpfe nicht. In der Kreisklasse Rhön 1 fühlten sich die Frankonen von Beginn an wohl mit vielen Derbies und fünf Siegen in Folge. Der Titel ging letztlich zwar nach Oberthulba, also just in den Ort der heutigen Austragung, doch die aktuelle Form der Diebacher passt. "Wir gehen in das Match gegen Waldberg mit viel Schwung nach elf Spielen in Folge", sagt Pressesprecher Karsten Heurung.
Der es natürlich schade findet, dass Patrick Oftring berufsbedingt wohl ausfallen wird. Aber weiß, dass der Sturm mit 40-Tore-Mann Patrick Schmähling immer noch hervorragend besetzt ist. Damit hat der SC-Goalgetter mehr Treffer erzielt als alle Waldberger zusammen (38.). "Ich erwarte ein enges und kampfbetontes Spiel. Auch der Gegner wird um jeden Grashalm fighten", glaubt Heurung. "Der Druck liegt aber mehr auf Waldberg. Die können absteigen, wir dagegen nur gewinnen."

Einen heißen Tanz prophezeit auch Ludwig Weisenseel. "Wir werden unser Bestes geben. Aber so ein Spiel ist ein Tagesgeschäft, bei dem man vorher nie sagen kann, wie es ausgeht. Man braucht auch das nötige Quäntchen Glück", sagt der Waldberger Abteilungsleiter. Ist aber guter Dinge, dass Interimscoach Thorsten Ziegler für ein weiteres Spiel gegen den Sieger Arnshausen - Hausen/Rhön in der Verantwortung steht. Schließlich hat der "Lange" dem ehemaligen Landesligisten vom Fuße des Kreuzbergs seit seinem Amtsantritt Mitte April bei einer persönlichen Bilanz von vier Siegen und vier Niederlagen wieder Selbstvertrauen eingeimpft. Verzichten müssen die Rhöner auf Urlauber Jonas Metz und den gesperrten Stammkeeper Daniel Bühner, für den Marc Beck zwischen die Pfosten rückt. Sollte die DJK Waldberg verlieren und absteigen, wäre das der Absturz in die Kreisklasse, in der sie letztmals vor 36 (!) Jahren spielte. In der Saison 76/77 war die DJK in der B-Klasse 6 (heute Kreisklasse) Meister geworden und hatte ihren Höhenflug mit einigen Jahren Landesliga gekrönt.

Hochspannung herrscht heute ab 18 Uhr auf dem Platz des VfL Bad Neustadt, wenn mit dem TSV Hausen/Rhön und dem TSV Arnshausen die beiden Vizemeister der Kreisklassen Rhön 3 und Rhön 2 die Klingen kreuzen. Hausen/Rhön wurde in seiner Gruppe mit 75 Punkten und 122:32 Toren mit vier Punkten Rückstand Vizemeister hinter dem VfL/Spfr. Bad Neustadt. "75 Punkte hätten in den letzten Jahren wohl immer zum Titel gereicht, doch diesmal war eben der VfL noch den einen Tick besser und wurde deshalb verdient Meister", so das Statement von Spartenleiter Ralf Paul vor der heutigen Partie gegen den Vizemeister der Kreisliga 2. Dort lieferten sich Meister TSV Rannungen (60 Punkte), der TSV Arnshausen (57) und der TSV Steinach (56) einen Dreikampf bis zum letzten Spieltag. Dabei war das Saisonfinale für den TSV Steinach besonders bitter, der bis drei Spieltage vor Schluss an der Tabellenspitze stand und vom Aufstieg träumen durfte, doch Meister wurde Rannungen durch einen 1:0-Sieg im letzten Spiel gegen Steinach. Auf den letzten Drücker wurde der TSV Arnshausen durch seinen 5:1-Heimsieg gegen Poppenlauer noch Zweiter und hat jetzt die Chance, den Rannungern in die Kreisliga zu folgen.

"Sieben Spieltage vor Toresschluss waren wir bei sieben Punkten Rückstand auf Rang zwei eigentlich weg vom Fenster in Sachen Aufstiegsplätze", zieht der Arnshäuser Coach Detlef Schäfer Bilanz. "Wir haben uns in den letzten Jahren enorm verbessert und in der abgelaufenen Saison gezeigt, dass wir mit den Spitzenteams durchaus mithalten können. Bei solch einem jungen Team mit einem Durchschnittsalter von knapp 24 Jahren, wie wir es haben, sind Schwankungen ganz normal und deshalb ist uns in der letzten Saison der ganz große Wurf noch nicht gelungen." Die 75 Punkte und nicht zuletzt die 122:32 Tore der Hausener haben sich natürlich bis in den Bad Kissinger Ortsteil herumgesprochen. "Bei einem Blick auf die Tabelle und vor allen Dingen auf das Torverhältnis der Hausener kann man schon Angst bekommen", so Schäfer weiter. Er hat den heutigen Gegner zwar selber nicht beobachtet, sich über Stärken und Schwächen aber bei seinen beiden Trainerkollegen Rainer Graumann (FC Ober-/Mittel streu) und Matthias Gerhardt (VfL/ Spfr. Bad Neustadt), die er aus gemeinsamen Zeiten beim FC 06 Bad Kissingen kennt, informiert. "Die drei Hautzinger-Brüder haben zusammen, glaube ich, 86 Tore geschossen. Dazu gesellt sich mit Sebastian Jackisch noch ein vierter torgefährlicher Akteur, da kommt auf meine Abwehr wohl eine Menge Arbeit zu", zeigte sich der Arnshäuser Coach bestens im Bilde über den heutigen Gegner, dem er mit einer offensiven Aufstellung Paroli bieten will. spion

Dass der SV Garitz II gegen den TSV Ebenhausen II gewonnen hatte, damit kann Glen Jobs ganz gut leben. Der Pressesprecher des SCK Oberwildflecken hatte das Match zusammen mit der kompletten Mannschaft vor Ort in Oerlenbach verfolgt - und wertvolle Erkenntnisse gewonnen. "Ich fand die Garitzer zwar spielerisch stärker, aber in der Abwehr nicht überragend. Da könnte mit unseren schnellen Leuten vorne etwas gehen", erhofft sich Jobs offensive Impulse von Robert Adam (25 Saisontore), Spielertrainer Alexander Latus (15) und Lukas Krzyzowski (13.). Während die Rhöner ausgeruht und in Bestbesetzung antreten können, muss die Bezirksliga-Reserve nach dem Kraftakt am Donnerstag schnell regenerieren. Und greift sicher wieder auf Verstärkung aus der Ersten Mannschaft zurück. Gute Stimmung wird auf dem neutralen Platz des TSV Wollbach am Sonntag ab 15 Uhr sicher sein. Mit einem Fanbus reisen die Kreuzberg-Kicker an, während die Garitzer bereits an Fronleichnam auf große Unterstützung bauen konnten. "Wir müssen nicht um jeden Preis aufsteigen. Aber wir sind gut drauf und können uns für eine starke Saison belohnen", so Jobs. Nur der Sieger aus dem Duell der B-Klassen-Vizemeister wahrt seine Aufstiegs-Chance.