Lukas Katzenberger besticht mit Leistung. Der 23-jährige Burghausener, der von Kindesbeinen an beim TSV Münnerstadt kickt, trägt nicht umsonst seit dieser Saison die Kapitänsbinde beim Bezirksligisten. Co-Trainer Simon Snaschel lobt: "Lukas hat sich in den letzten Jahren gerade in Sachen Persönlichkeit sehr weiterentwickelt. Er ist sowohl bei jüngeren als auch älteren Spielern angesehen und bringt sich unheimlich viel in verschiedenen Bereichen ein. Er hat sich die Kapitänsbinde absolut verdient und wir sind sehr zufrieden damit, wie er das Amt bisher ausfüllt."

Vor dem Spiel beim SV-DJK Unterspiesheim stand der linke Offensivspieler, der bei der Firma Preh GmbH in Bad Neustadt als Prozess-Ingenieur arbeitet, im Interview Rede und Antwort.

Herr Katzenberger, am vergangenen Wochenende hat der TSV Münnerstadt mit dem 2:0-Sieg gegen den TSV Forst und davor dem 0:0 gegen Oberschwarzach gegen einen Titelaspiranten gepunktet. Sind Sie selbst schon reif für den Kampf um die vorderen Plätze?

Lukas Katzenberger: Ich glaube, wir haben in diesem Jahr eine sehr ausgeglichene Liga. Daher gehe ich davon aus, dass es relativ lange möglich sein wird, den Anschluss an die oberen Tabellenplätze zu halten und das ist auch unser Anspruch. Ich traue das unserer jungen Mannschaft auf jeden Fall zu. Allerdings fehlt an der ein oder anderen Stelle noch die notwendige Erfahrung; daher bin ich gespannt, welchen Tabellenplatz wir erreichen können.

Was war ausschlaggebend für den Heim-Dreier?

Forst hat sehr gute, individuelle Spieler, die aber als Mannschaft nicht optimal harmoniert haben. Wir hingegen haben an dem Wochenende eine sehr starke Teamleistung gezeigt. Zusammen mit dem Kampfgeist, den wir an den Tag gelegt haben, haben wir das Spiel letztendlich verdient gewonnen. Schade, dass wir unsere Konter am Ende nicht sauber zu Ende gespielt haben, sonst wäre ein noch höherer Sieg möglich gewesen.

Unter der Woche haben Sie und Ihr Team die Pflichtaufgabe beim A-Klassisten Rothhausen/Thundorf mit 6:1 souverän gelöst. Welchen Wert hat für Sie der Pokal?

Nach einem etwas holprigen Start ist es uns gelungen, überlegen in die nächste Runde einzuziehen. Ein Spiel ist immer effektiver und intensiver als eine Trainingseinheit und es ist eine sehr gute Möglichkeit für die Spieler, die am Wochenende nur bedingt zum Einsatz gekommen sind, Spielpraxis zu sammeln. Für viele Spieler aus dem Team ist es die erste Saison seit langem, in der man mal wieder am Pokal teilnimmt. Daher würde ich sagen, dass es uns schon sehr wichtig ist, eine gute Figur im Pokal abzugeben und so weit wie möglich zu kommen.

Sie wurden vor der Saison als sehr junger Spieler zum Kapitän ernannt. Was dachten Sie, als die Trainer auf Sie zukamen und Ihnen das mitgeteilt haben?

Nach der langen Pause hatte ich mir für die Saison vorgenommen, insgesamt mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ich dann jedoch gemeinsam mit Sebastian Köhler als Kapitän vorangehen soll, hat mich doch anfangs etwas überrascht. Ich habe aber mit meinen Mitspielern und Trainern gesprochen und dabei das Vertrauen und große Unterstützung aus der Mannschaft gespürt. Ich bin stolz, dass ich diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen darf und versuche so gut wie möglich, die Aufgaben zu erfüllen.

Wie versuchen Sie, das Amt auszuführen? Sind Sie eher ein "Lautsprecher" wie Kahn oder "Diplomat" wie Lahm?

Ich will mich hier nach so kurzer Zeit nicht mit irgendwelchen großen Namen vergleichen. Ich sehe es als meine Aufgabe, auf dem Platz Leistung zu bringen und die Mannschaft anzutreiben. Dabei unterstützen mich die erfahreneren Spieler sehr gut, da ich in dem Bereich noch nicht so viel Erfahrung habe. Neben dem Platz ist mir der Zusammenhalt der Mannschaft sehr wichtig, daher versuche als Bindeglied zwischen jüngeren und älteren Spielern zu fungieren und die Stimmung stets positiv zu halten.

Am Sonntag geht es für den TSV nach Unterspiesheim. Vergangene Saison verloren sie zuhause 2:3, dort gar 0:4. Derzeit kommen die "Spesemer" nicht wirklich vom Fleck. Eine vermeintlich leichte Aufgabe?

Solche Aufgaben haben unsere Mannschaft in der Vergangenheit vor die größten Herausforderungen gestellt. Den Gegner darf man auf keinen Fall unterschätzen. Das zählt für alle Mannschaften in der diesjährigen Bezirksliga. Hier möchte ich aber der Philosophie meines Trainers folgen und nicht so sehr auf den Gegner schauen. Wir haben in den letzten beiden Spielen sehr gute Leistungen gezeigt und wollen daran in Unterspiesheim anknüpfen. Wenn uns das gelingt, bin ich sicher, dass wir die nächsten drei Punkte einfahren.

Charakterisieren Sie doch mal ihr Team.

Wir haben eine gute Mischung aus jungen, talentierten und erfahreneren Spielern. Nach einer intensiven Vorbereitung und den bisherigen Spielen sind wir auf einem guten Weg zu einer sehr guten Mannschaft zusammenzuwachsen. Auch das Trainer-Duo hat daran - mit Gorans fachlicher Kompetenz und Simons neuen Ideen und Ansätzen - einen wesentlichen Anteil. An der einen oder anderen Stelle fehlt noch etwas die Erfahrung, Konsequenz und der absolute Siegeswille. Das sind aber alles Dinge, an denen wir arbeiten und die mit der Zeit immer besser werden. Ich freue mich jedenfalls auf den weiteren Verlauf der Saison.

In einem Satz gesagt, warum gewinnen Sie in Unterspiesheim?

In Unterspiesheim gewinnen wir, weil wir sowohl offensiv, als auch defensiv die bessere Mannschaft sind.

SV-DJK Unterspiesheim - TSV Münnerstadt (Sonntag, 15.00 Uhr) Formcheck: Die "Nägelsieder" gehen favorisiert in die Partie. Beim Gegner läuft es nicht; vor allem aber stimmt derzeit die eigene Form beim TSV, auch wenn Niklas Markart (Muskelverletzung) und Jannik Schmittzeh (Knieprobleme) weiter ausfallen. Zudem ist der Einsatz von Lukas Schmittzeh und Philipp Müller (beide muskuläre Probleme) fraglich. In den Kader zurück kehrt Diego Rosero.

Gegnercheck: Vor einer ganz schweren Saison steht der SV-DJK Unterspiesheim. Die Ergebnisse lassen nichts Gutes verheißen. Lediglich im Heimspiel gegen Rödelmaier (1:1) kam die Truppe von Sebastian Brendler zu einem Punktgewinn. Ansonsten setzte es bisher teilweise herbe Niederlagen wie zum Beispiel das 0:8 bei Aufsteiger Ettleben/Werneck. Schwer wiegen natürlich die Abgänge von Spielertrainer Dominik Seufert (TSV Eßleben) sowie von Thomas Sternecker und Martin Seubert (beide DJK Schwebenried/Schwemmelsbach).

FC 06 Bad Kissingen - TSV Ettleben/Werneck (Samstag, 16.00 Uhr) Formcheck: Zwei Siege in Folge und damit Tuchfühlung zur Tabellenspitze: Das sollte FC-Spielertrainer Daniel May durchaus gefallen. Dementsprechend sprach er seiner Truppe (5./7) nach dem 2:0-Erfolg in Hirschfeld ein Riesenlob aus: "Nach guter erster Halbzeit haben wir in der zweiten Hälfte in Unterzahl eine riesige Moral an den Tag gelegt und verdient die drei Punkte mit nach Hause genommen." Überraschenderweise taten sich die 06er dafür im Pokal unter der Woche beim B-Klassisten SG Waldfenster/Lauter viel schwerer und siegten nach einer laut May "unerklärlichen Leistung in der zweiten Hälfte" erst im Elfmeterschießen. Vor dem Spiel gegen Ettleben/Werneck will sich Bad Kissingens Coach in Sachen Kader nicht zu sehr in die Karten schauen lassen und spricht nur von zwei Urlaubsrückkehrern.

Gegnercheck: Mit dem TSV Ettleben/Werneck (4./7) steht den Kurstädtern eine Hausnummer bevor. Nach der 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen die DJK Altbessingen blieb die Mannschaft von Mario Schindler zuletzt dreimal ohne Gegentor und holte sieben Punkte. Mit Maximilian Mosandl (FT Schweinfurt), Frederik Weiß (SV Euerbach/Kützberg) und Christian Sokal (SG Sömmersdorf/Obbach) wurden drei Kracher verpflichtet, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können. Daniel May: "Ettleben ist für mich der erwartet gute Aufsteiger. Sie haben eine junge, willige Mannschaft und sich punktuell gut verstärkt. Um die drei Punkte im Sportpark zu behalten, müssen wir eine Topleistung abrufen."

Das Spiel zwischen der DJK Dampfach und dem FC Thulba wird aufgrund mehrerer positiver Corona-Fälle unter Thulbas Akteuren nicht stattfinden. Über einen Ausweichtermin wird mit der DJK verhandelt. Indes wurde die Partie offiziell abgesetzt.