Michael Kast ist ein zufriedener Vorsitzender. "Die Mannschaft hat das Potenzial für die Bezirksliga. Sie hat sich den Aufstieg wirklich verdient", sagt der Vereinsboss des SV Riedenberg. Auch Stefan Dorn, Abteilungsleiter der SV-Fußballer, ist von der Spielstärke des jungen Teams überzeugt: "Wir werden mit einer unveränderten Mannschaft in die neue Saison gehen. Verpflichtungen von neuen Spielern sind nicht geplant."

Dorn sieht in der Ausgeglichenheit ein großes Plus: "Das sind alles gute Fußballer auf ihren Positionen." Fast alle Kicker kennt Dorn noch aus der A-Jugend. Schon vor einigen Jahren ahnten die SV-Verantwortlichen, dass ein ganz großes Team in den Startlöchern steht, das bei entsprechendem Training sportliche Erfolge feiern kann. "Die Umstellung auf eine Viererkette in der Abwehr hat manche Gegner doch sehr überrascht", erläutert Dorn. Die taktische Disziplin des Teams schreibt Vorsitzender Kast in erster Linie Trainer Charly Storch zu: "Als wir ihn nach Riedenberg geholt haben, da hofften wir natürlich auf den Aufwärtstrend."

In nur vier Jahren führte der Bad Brückenauer den SVR von der Kreisklasse in die Bezirksliga. "Wir müssen auch in der kommenden Saison keine Angst haben. Wenn das Team so weiterspielt, werden wir unsere Punkte machen", ist Kast überzeugt. Die Philosophie des Vereins, mit jungen, einheimischen Spielern langfristig zu arbeiten, möchte Kast nicht verändern. "Wir sind ein kleiner Verein und hätten auch gar nicht die finanziellen Mittel, Spieler von anderen Vereinen abzuwerben", so Kast. Weil einige Kicker erst Anfang 20 sind, könne das Team in der derzeitigen Besetzung noch einige weitere Jahre zusammenspielen.

Die attraktive und erfolgreiche Spielweise der Storch-Elf lockte auch immer mehr Zuschauer an den Spielfeldrand. "In der Endphase der Saison, als es richtig um was ging, da sind teilweise 60 bis 70 Fans sogar zu unseren Auswärtsspielen gekommen." In der Bezirksliga müsse der Verein bei den Partien in der Fremde angesichts großer Entfernungen wohl mit etwas weniger Fan-Unterstützung rechnen.

Die große Beliebtheit der jungen Mannschaft habe sich unter anderem durch die Gründung einer eigenen "Ultras"-Fangruppe und die dauernde Unterstützung durch die SVR-Spielerfrauen gezeigt. Die Mannschaft verstehe sich untereinander sehr gut und könne auch gut zusammen feiern. Glücklich ist Kast über die vielen Glückwünsche von den Nachbarvereinen. Dass zum Beispiel vom FC Thulba ein Brief kam, macht den SV-Vorsitzenden richtig stolz: "Als ich noch Spieler war, da haben wir doch alle zum großen FC Thulba aufgeschaut. Das war schon immer ein Vorzeigeverein in der Umgebung." Nun ist der SVR selbst zu einer Ausnahme-Erscheinung im Brückenauer Raum geworden. "Man muss sich ja nur in der Gegend umschauen, allzu viele höherklassige Mannschaften haben wir ja nicht mehr."

Ein großes Lob hat Kast für die breite Unterstützung der Fußballer durch den ganzen Ort parat. So wurde die Meistermannschaft bei ihrem Jubelzug durch Riedenberg vom Musikverein begleitet, auch die Böllerschützen standen bereit, um das Team würdig zu empfangen. In Riedenberg gibt es sogar einen eigenen Meisterbalkon mitten im Ort bei der Bäckerei.

Dort ließen sich die Kicker gebührend feiern. Es hat vor vier Jahren viele Experten überrascht, dass Charly Storch ins kleine Riedenberg gekommen ist. Aber er wusste wohl selbst am besten, dass aus der Mannschaft was zu machen ist. Und dass die Sensationsmeisterschaft gleich im ersten Jahr nicht das Ende der Fahnenstange sein sollte, war bei den Grün-Weißen ein offenes Geheimnis.