TV/DJK Hammelburg - TSV Niederviehbach.
Nach einer fast schon unheimlichen Erfolgsserie zuvor sind bei den Hammelburgern (1./40) jetzt Nehmerqualitäten gefragt. Die überraschende 2:3-Niederlage in Freising musste verdaut und analysiert werden, um möglichst schnell zurück in die Erfolgsspur zu finden. Trainer Tado Karlovic sieht dem Heimspiel gegen den TSV Niederviehbach (4./31) an diesem Samstag mit unerschütterlichem Optimismus entgegen. "Das Gefühl, ein Spiel zu verlieren, in das man als Favorit gegangen war, ist für die Jungs ungewohnt. Doch das trägt zur Entwicklung jedes einzelnen Spielers und des Teams bei. Wenn wir das richtig verarbeiten, machen wir hoffentlich wieder einen Schritt nach vorne", sieht der Coach die positiven Seiten der Niederlage. Sein Schützling Mario Radman war nach dem Ausrutscher natürlich enttäuscht.
"Aber wir hatten einen schlechten Tag erwischt, es hat nichts funktioniert, und die Gegner hatten viel Glück", so seine kurze Analyse, die er mit einer Kampfansage verbindet. "Wir wollen am Samstag unbedingt gewinnen."

Die Abwehr ist gefordert

Tado Karlovic erwartet allerdings einen Gegner, der seinem Team um Kapitän Felix Bendikowski alles abverlangen wird. "Vor allem der Block und die Abwehr um Mario Radman, Friedrich Fell und Michi Schottdorf muss so gut positioniert werden, dass sich wenig Räume ergeben." Tragende Säule im Spiel der Gäste ist Florian Tafelmayer, der schon höherklassig in Eltmann und Bamberg gespielt hat. "Ihn vollständig auszuschalten, ist kaum möglich", weiß der TV/DJK-Coach. "Aber eine Quotenreduzierung ist machbar, das haben wir im Hinspiel bewiesen, das wir 3:0 gewonnen haben." Die Stimmung ist nach der bisher so großartigen Saison bestens. "Wir sind total motiviert, weil wir aufsteigen und die nächsten Spiele gewinnen wollen", betont Mario Radman die hoch gesteckten Ziele der Saalemänner.

Ultraschneller Mittelblocker

Der Neuzugang aus Bosnien spielt seit 17 Jahren Volleyball, davon neun Jahre hochklassig, und ist schnell zu einer festen Größe im Team geworden. Der Kontakt zu Tado Karlovic kam über Radmans ehemaligen Trainer zustande. "Tado hat mir ein gutes Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte", sagt Mario Radman lachend in Anlehnung an den legendären Film "Der Pate". Seinen neuen Coach hat er von seinen Qualitäten längst überzeugt. "Mario ist einer der schnellsten Mittelblocker, die ich je gesehen habe, und ein absoluter Gewinn für das Team. Mit seiner Präsenz am Netz und seiner wahnsinniger Blockhöhe sorgt er für viel Stabilität im Block und in der Abwehr"

Hilfreich bei seiner schnellen und problemlosen Integration sind Mario Radmans sehr gute Deutschkenntnisse. "In Hammelburg habe ich nur gute Erfahrungen gemacht und mich gut eingelebt", berichtet der über zwei Meter große Bosnier. Bei der Firma Josef Bindrum & Sohn hat er eine Arbeitsstelle gefunden und macht eine Ausbildung zum Betonbauer. "Ich bin stolz, für diese Firma zu arbeiten", betont er, auch wenn sich die Arbeit und Volleyball in diesem Fall schwer unter einen Hut bringen lassen. Dementsprechend bleibt Mario Radman kaum Zeit für andere Aktivitäten. "Ich schraube aber in meiner Freizeit gerne an Autos rum", verrät er.
Bei der vermeintlich "wichtigsten Nebensache der Welt" bleibt Mario Radman so was wie der Außenseiter im Team. Mit der Fußball-Leidenschaft seiner Mitspieler kann er nicht viel anfangen. "Ich bin kein großer Fußball-Fan", gesteht er freimütig. Doch hier geht es ja um Volleyball, und da ist er ein Ass. Ein Sieg gegen Niederviehbach wäre übrigens das perfekte Geburtstagsgeschenk für Mario Radman, denn er wird am Sonntag 28 Jahre alt.

TV/DJK Hammelburg - VfL Nürnberg II.
Vor den Männern gehen die Saaledamen (3./29) ans Netz. Gegen den Vorletzten aus Nürnberg (9./5) sind drei Punkte fest eingeplant. "Obwohl es bezüglich der nächsten Saison noch viele Fragezeichen gibt, sind alle Spielerinnen engagiert und motiviert im Training", berichtet Tabea Lang von einer intakten Moral in der Mannschaft, die an diesem Samstag wieder von Oliver Möller aus der 1. Männer-Mannschaft gecoacht wird. Nicht mit dabei sind die Jugendspielerinnen Lena Bindrum, Selina Helfmann und Paula Hepp, die bei der 2. Damenmannschaft zum Einsatz kommen, um deren Meisterschaftschancen zu wahren. Ansonsten treten die Saale damen in Bestbesetzung an. "Es müssen drei Punkte her, und gerade deswegen wird es kein einfaches Spiel werden", betont Tabea Lang.