Die Niederlage gegen einen der Mitkonkurrenten im Abstiegskampf könnte schon der Sargnagel für die Gastgeber gewesen sein. "Dieses Match müssen wir unbedingt gewinnen, wollen wir die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufrechterhalten", sagte TSV-Coach Rigo Wagner im Vorfeld. Wer allerdings so viele individuelle Fehler macht, darf sich über ein weiteres Match ohne Punktgewinn nicht wundern. Ein erstes Versäumnis war bereits nach drei Minuten zu besichtigen, als TSV-Angreifer Stephan Kuhn nach einer flachen Hereingabe von Matthias Dees das Kunststück fertigbrachte, das Leder am leeren Tor vorbeizuschieben. Der nächste Lapsus der Wagner-Elf brachte die Frankonen in Führung. Nach einer Freistoßflanke von Marcus Hein ließen drei TSV-Verteidiger die Kugel passieren, die dem am langen Pfosten postierten Dominic Schmitt ans Knie sprang. Von dort flog sie flog Richtung Tor, wo sich Keeper Steffen Rauh und Verteidiger Sebastian Dees gegenseitig irritierten. "Wir besiegen uns doch schon wieder selbst", ärgerte sich TSV-Betreuer Roland Zimmermann.

Immerhin gelang den Gastgebern der zügige Ausgleich, dessen Zustandekommen allerdings heftige Proteste auf der SC-Bank auslöste: Beim Freistoß von TSV-Defensivmann André Schmitt aus der eigenen Hälfte soll der Ball nicht geruht haben, was Nunzio DeDonato allerdings egal war. Der erlief sich den weiten Schlag, überlief seinen Gegenspieler, passte nach innen und fand den mitgelaufenen Kuhn. Die Parteien beschränkten sich bis zur Pause auf das Verhindern von Gegentreffern. "Da fehlt mir der letzte Zug, es wird zu oft der besser postierte Nebenmann nicht angespielt", mokierte sich der Ex-Diebacher Coach Adolf Brandenstein.

Ins gleiche Horn stieß da der TSVler Elio Trasente, der zu diesem Zeitpunkt noch angeschlagen auf der Bank saß und auf "eine bessere zweite Halbzeit" seines Teams hoffte. Tatsächlich kamen die Platzherren besser aus der Kabine, "weil ihr euch zu weit nach hinten fallen lasst", so Diebachs verletzter Trainer Michael Hammer. Dessen Sorgenfalten wurden größer, als sich sein Sturmführer Patrick Schmähling bei einem Sprint eine Leistenzerrung einhandelte und fortan von Dominic Hugo ersetzt wurde. Jener Hugo war es auch, der am Zustandekommen des 1:2 beteiligt war. Hinter einem zu weit geschlagenen Ball hinterher rennend, erreichte er das Spielgerät knapp einen Meter vor der Torauslinie. Eigentlich hatte er mit dem Ball nichts anfangen können. Zum Glück des Diebachers grätschte ihn allerdings André Schmitt um, was den Unparteiischen Lukas Lürzel sofort auf den Kreidepunkt deuten ließ.

Zwei Minuten später war die Sache endgültig gegessen, als Keeper Steffen Rauh einen Freistoßball von Marcus Hein über die Hände flutschen ließ. Warum sich der bereits verwarnte Sebastian Dees dann zu einem Wortgefecht mit dem Referee hinreißen ließ, war unklar, hatte jedoch die Ampelkarte zur Folge. In der Schlussphase kam große Hektik auf, bei einigen Szenen hätte man durchaus "Rot" zücken können. "Das war Abstiegskampf pur", wusste Diebachs Reserve-Coach Bernd Resenberger. "Unser Abstieg wird kaum noch zu vermeiden sein", sagte Nunzio DeDonato frustriert nach Spielende, "wer so schlecht spielt wie wir momentan, darf auf keine Erfolgsserie hoffen".

Torfolge 0:1 Dominic Schmitt (7.), 1:1 Stephan Kuhn (14.), 1:2 Dominic Schmitt (68./Foulelfmeter), 1:3 Marcus Hein (70.)

Gelb-rote Karten Sebastian Dees (70.), Elio Trasente (89./beide Ebenhausen)

Schiedsrichter Lukas Lürzel (Sulzdorf)

Ebenhausen Rauh - S. Dees, Schmitt, Bausewein, Schraud - J. Wahler, DeDonato, Haut (65. Trasente), Engert - M. Dees, Kuhn (75. Andreicovits).

Diebach Neder - Fischer - Ullrich, S. Meder, S. Franz - Schaupp, F. Neuland, Halbritter, Schmitt - Hein, Schmähling (50. Hugo).


SC Diebach - SV Niederlauer 0:4 (0:3) - Torfolge: 0:1 Thorsten Bauer (11.), 0:2 Alexander Mohler (22.), 0:3 Manuel Knaier (Foulelfmeter/32.), 0:4 Thorsten Bauer (80.).

Einen - zumindest fußballerisch - rabenschwarzen Ostermontag erwischten die Diebacher, die am Wochenende eigentlich sechs Punkte einheimsen wollten, um mit dem Abstiegskampf nicht mehr in Berührung zu kommen. Doch drei Standardsituationen warfen gegen den SV Niederlauer alle Planungen über den Haufen. Zunächst traf Thorsten Bauer per Freistoß, nur rund fünf Meter von der Eckfahne postiert. Gut zehn Minuten später setzte Alexander Mohler noch einen oben drauf und verwandelte eine Ecke direkt. Als dann Manuel Knaier vom Kreidepunkt aus erfolgreich war, gab's für die Platzherren nichts mehr zu erben. Die Diebacher versuchten zwar den Druck zu verstärken, fingen sich aber kurz vor Schluss noch einen Konter-Treffer ein. bit

SV Ramsthal - FC Westheim 0:1 (0:0) - Tor des Tages: Phi lipp Vierheilig (Foulelfmeter/90.).

Die dritte Niederlage in Folge kassierte der SV Ramsthal gegen den Abstiegskandidaten, der diszipliniert in der Abwehr stand und mit Kontern stets gefährlich war. So besaßen die Ramsthaler in der ersten Halbzeit nur eine echte Torchance durch Dominik Vierheilig. Auf der Gegenseite zeigte sich Daniel Wendel als ständiger Unruheherd. In der 28. Minute schien das 1:0 der Waster fällig, doch Christian Kress klärte gegen Wendel für seinen bereits geschlagenen Keeper Fabian Schliebs auf der Torlinie. Nach der Pause wurde Ramsthals Offensive stärker mit etlichen Chancen für Timo Kaiser und Sascha Ott. Da stand bereits Sven Hengstermann für den verletzten Pascal Kümmert zwischen den TSV-Pfosten. Dem Tor des Tages ging ein Blackout von Steffen Kaufmann sowie ein Foul von Fabian Schliebs an Daniel Wendel voraus. Den Elfer vollstreckte Philipp Vierheilig nervenstark. ksei

BSC Lauter - DJK Ginolfs/Sondernau 1:0 (1:0) - Tor des Tages: Daniel Metz (18).

Lauters "Fritzlichs" haben ihre Talfahrt in einer Momentaufnahme gestoppt, die Abstiegssorgen bleiben freilich dennoch akut. Einem frühen Treffer von Marco Rost wurde aufgrund einer Abseits-Stellung die Anerkennung versagt. Nichts zu beanstanden hatte die Schiedsrichterin dafür beim Treffer von Daniel Metz auf Zuspiel von Tobias Heilmann. "Wir waren die aktivere Mannschaft und haben verdient gewonnen", kommentierte Marco Rost, der die Trennung von Spielertrainer Oliver Schönwiesner zum Ende der Verbandsrunde bekanntgab. ksei

FC Bad Brückenau - VfR Stadt Bischofsheim 3:2 (1:2) - Torfolge: 1:0 Markus Schumm (23.), 1:1 Markus Rehn (25.), 1:2 Matthias Tratt (42.), 2:2 Daniel Gleißner (50.), 3:2 Markus Schumm (75.).
Mit einer Energie-Leistung drehten die Sinnstädter den Pausenrückstand in einen Sieg. Nach dem Seitenwechsel kämpfte sich die Elf von Artur Trebacz mit Willen, Wucht und körperlicher Präsenz ins Spiel zurück. Nach einem Flankenball von Markus Klüpfel verlängerte Stefan Wich das Leder auf Daniel Gleißner, der per Kopf das 2:2 markierte. Danach wurde die Partie ruppiger, Nickeligkeiten bestimmten den zweiten Durchgang. In der 75. Minute der verdiente Siegtreffer durch Markus Schumm nach Freistoß von Daniel Gleißner. ksei
RSV Wollbach - SV Riedenberg 2:0 (0:0) - Torfolge: 1:0 Florian Manger (47.), 2:0 Julian Peschke (54.).

Die "Störche" vermochten von der Sensation in Ramsthal nicht zu profitieren und blieben am Osterwochenende ebenfalls ohne Punktgewinn. Ursächlich war laut Wollbachs Pressesprecher Erich Greier die "fehlende Durchschlagskraft", von der allerdings beide Seiten befallen waren. Es dauerte eine geschlagene halbe Stunde bis zur ersten torgefährlichen Aktion, die der RSVler Thomas Dietz allerdings kläglich vergab. Beim ersten Angriff nach dem Seitenwechsel lag die Kugel umso überraschender im Tor. Aus Sicht von Riedenbergs Schlussmann Florian Dorn ein unglücklicher Treffer, denn vor dem Kopfball von Florian Manger wurde das Spielgerät zweimal abgefälscht. Die Grün-Weißen änderten sofort ihre defensiv ausgerichtete Taktik, wurden wenig später aber kalt erwischt. Nach einem 30-Meter Freistoß von Kevin Endres kümmerte sich niemand um Julian Peschke, der ohne Mühe flach einschob. sbp

TSV Nordheim/Rhön - FC Bad Kissingen 3:2 (2:2) - Torfolge: 1:0 André Abe (5.), 1:1 Benjamin Knappke (35), 1:2 Matthias Karch (40.), 2:2 André Fischer (44.), 3:2 André Fischer (89.).
Durch den eigenen Erfolg und dank der Patzer der Konkurrenz grüßen die Herbert-Schützlinge plötzlich als Tabellenführer. Der Aufsteiger aus Nordheim begann wie aufgedreht und ging früh durch ein Kopfballtor von André Abe nach Eckball von Martin Felsburg in Front. Ab Mitte der ersten Halbzeit ließ der Gast mehr und mehr sein spielerisches Können aufblitzen. Insbesondere wenn Ervin Gergely und Stefan Heinich ins Geschehen eingriffen, herrschte Alarmstufe eins im Nordheimer Strafraum. Einer der blitzschnell vorgetragenen Angriffe führte zum 1:1 durch den Weitschuss von Benjamin Knappke, ehe Matthias Karch die Gäste per Abstauber in Führung schoss. Drei Minuten später verhinderte TSV-Keeper Marcel Heinrich mit einer klasse Parade nach einem Freistoß von Benjamin Knappke das 1:3. Dafür klingelte es auf der anderen Seite kurz vor dem Seitenwechsel. André Abe lupfte das Leder über die Gästeabwehr zu André Fischer und dieser knallte das Leder im Fallen zum 2:2 ins Bad Kissinger Gehäuse. Sichtlich beflügelt vom Ausgleich legten die Nordheimer nach der Pause los wie die Feuerwehr und verdienten sich den späten Siegtreffer durch André Fischer, der das Leder aus 16 Metern genau in den Winkel jagte. Ein echtes Traumtor. spion