Als Torwart beherrscht Franz-Xaver Roßhirt natürlich den weiten Abschlag, den es auch braucht, um die Distanz zwischen Steinach und Riedenberg zu überbrücken. Dort verarbeitet Kilian Markart den Ball mit bemerkenswerter Sicherheit. Kein Wunder, denn der 23-jährige Student des Wirtschaftsingenieurwesens beherrscht die feine Klinge. An Kondition scheint es dem Oehrberger auch nicht zu fehlen, der Skifahren und Mountainbiken als weitere Hobbys nennt.

Wer hat Sie angespielt?

Kilian Markart: Franz und ich kennen uns schon ziemlich lange. Wir waren gemeinsam in der Schule, zudem haben wir beide die Ausbildung zum Industriemechaniker bei ZF in Schweinfurt absolviert. Wir haben schon früher in der Jugend gegeneinander gespielt, da gab es montags in der Schule immer einiges zu erzählen.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Fußball spiele ich, seit ich denken kann. Angefangen hat alles bei der SG Geroda-Platz, da Oehrberg damals noch keine Jugendmannschaft hatte. Später bin ich zur DJK Schondra gekommen aufgrund der gemeinsamen Jugendarbeit mit Oehrberg. In Schondra habe ich alle Jugendmannschaften bis hin zur ersten Mannschaft durchlaufen. Nach vier Jahren Kreisklasse in Schondra, kam 2018 der Wechsel in die Bezirksliga zum SV Riedenberg. Die Zeit in Schondra war klasse, allerdings habe ich auch schon immer die Spiele des SV Riedenberg verfolgt. Und durch die JFG Sinntal-Schondratal in der U19 hatte ich bereits Kontakt zu vielen Riedenbergern.

Mit der DJK Schondra haben Sie einige Relegationsspiele erleben dürfen. Was ist an Erinnerungen hängengeblieben?

Relegationsspiele sind immer etwas ganz besonderes, vor einer solchen Kulisse spielt man ja nicht jeden Tag. Daran erinnert man sich immer gerne. Leider hat es damals nie ganz für den Aufstieg in Kreisliga gereicht.

Sie gelten als Edeltechniker, haben in Schondra auf der "10" gespielt. Und dann sieht man Sie als Innenverteidiger beim SV Riedenberg auflaufen. Was ist da denn passiert?

Das ist eine gute Frage. Wir hatten zu Beginn der Rückrunde den ein oder anderen Verletzten zu beklagen, so haben wir das ausprobiert. Wahrscheinlich habe ich es nicht ganz so schlecht gemacht als Innenverteidiger, sonst würde ich dort auch nicht mehr spielen. Dass dies nicht meine Lieblingsposition ist, weiß auch mein Trainer. Aber das spielt in solchen Situationen erst einmal keine Rolle, da versucht man seiner Mannschaft zu helfen, wo man kann.

Im Spiel gegen die SG Oerlenbach/Ebenhausen mussten Sie ausgerechnet ihren Kumpel Florian Heller bewachen - mit Erfolg. Hat die Freundschaft darunter gelitten?

Nein, die Freundschaft hat natürlich nicht darunter gelitten. Wir wissen doch, was Flo für Qualitäten im Abschluss hat, deshalb war es umso wichtiger, dass er kein Tor gegen uns macht. Seit wir beide nicht mehr in Schondra spielen, sieht man sich zwar nicht mehr so oft. Jedoch kicken wir meistens jedes Jahr zusammen mit den Oehrberger Jungs in der Halle.

Sie klingen am Telefon nahezu dialektfrei. Versteht man Sie denn überhaupt in Riedenberg?

Ja, das denke ich schon (lacht). Aufgrund meines Alltags hat sich das wahrscheinlich so eingeschlichen. Im Freundeskreis oder mit Mannschaftskollegen wird dann aber doch noch das ein oder andere Wort im Rhöner Dialekt gesprochen.

Dann wurde uns zugetragen, dass der Asco-Tower gar kein Turm ist. Erzählen Sie mal...

Nein, kein Turm (lacht). Ich habe vor zwei Jahren von meinen Freunden eine Trinksäule mit Zapfhahn geschenkt bekommen. Diese wird zu besonderen Anlässen oder nach einem erfolgreichen Spieltag schon mal mit einem alkoholischen Getränk befüllt: bevorzugt Asbach-Cola, daher Asco-Tower.

Aufklären müssen wir noch, warum Sie offensichtlich so gerne Zeit auf der Autobahn verbringen. So heißt es jedenfalls augenzwinkernd in Mannschaftskreisen.

Gern vielleicht nicht, aber das stammt vermutlich daher, dass ich unter der Woche meistens in Schweinfurt bin, weil ich dort studiere und meine Freundin aus der Nähe kommt. Also fahre ich oft dienstags und freitags von Schweinfurt aus nach Riedenberg zum Training. Da kam es öfters mal vor, dass ich im Stau stand oder einfach nur zu spät losgefahren bin (lacht) und dann etwas zu spät zum Treffpunkt kam.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele weiter an Peter Leitsch von der DJK Schondra. Wir kennen uns schon ewig und haben jahrelang zusammen gekickt. Zwar spielen wir nicht mehr in einer Mannschaft, trotzdem treffen wir uns regelmäßig für eine Bike-Tour oder einfach nur zum Fußballschauen, um das ein oder andere Bier zu trinken (lacht).

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!

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