"Wahnsinn, dass er es so weit geschafft hat", sagt Andreas Lampert, PR-Manager des Fußball-Bayernligisten TSV Großbardorf, über Johannes Geis. Der 21-jährige Oberstreuer, derzeit mit der deutschen U 21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Tschechien am Ball, wechselt innerhalb der Bundesliga für vier Jahre vom 1. FSV Mainz 05 zu Europa-League-Teilnehmer FC Schalke 04. Die genaue Ablösesumme ist nicht bekannt. Die Kosten für den Klub aus Gelsenkirchen sollen zwischen maximal zwölf (Schalke) und 15 (Mainz) Millionen Euro liegen.

Seit 2013 in Mainz

Nach den ersten fußballerischen Gehversuchen beim TSV Oberstreu und dem TSV Mittelstreu hatte sich Johannes Geis 2004 dem TSV Großbardorf angeschlossen, für den er vier Jahre lang bei den D-Junioren und den C-Junioren in der Bayernliga Nord kickte.
Dann schloss er sich der SpVgg Greuther Fürth an, 2013 siedelte er nach Mainz über. Steht den Grabfeld-Galliern als einem von Geis' Ausbildungsvereinen nun ein Teil der Transfersumme zu? "Nein", sagt Lampert kurz und knapp. Als vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) lizenzierter Spielervermittler weiß der 45-Jährige, wovon er spricht.
"Als Johannes seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat, haben wir ein paar tausend Euro bekommen", sagt Lampert, "damit ist bei Wechseln innerhalb der Bundesliga alles erledigt. Jetzt gäbe es für den TSV Großbardorf nur noch Geld, wenn Johannes zu Juve, Lazio oder nach Manchester wechseln würde." Bei allen internationalen Transfers greift der sogenannte Solidaritätsmechanismus des Fußball-Weltverbands FIFA. Demnach werden Vereine, für die ein Spieler zwischen seinem zwölften und 23. Lebensjahr gekickt hat, nach einem festgelegten Schlüssel an fünf Prozent der Ablösesumme beteiligt. So soll beispielsweise Rot-Weiß Essen für den 18 Millionen Euro wertvollen Wechsel von Mesut Özil von Werder Bremen zu Real Madrid 270 000 Euro bekommen haben und noch einmal 800 000 Euro, als der deutsche Nationalspieler das weiße Trikot für 50 Millionen Euro gegen das des FC Arsenal eingetauscht hat.
Ob sich Lampert da nicht gewünscht habe, dass Johannes Geis statt zu Schalke zu Lazio nach Rom gewechselt wäre, das ebenfalls Interesse an einer Verpflichtung geäußert haben soll? "Nein. Entscheidend ist, was Johannes will. Wir sehen das ganz entspannt und drücken ihm die Daumen, dass er einen guten Weg macht. Er ist ein guter Junge, hat ein gutes Umfeld und kommt aus einem guten Elternhaus. Mit 21 Jahren ist er schon ganz oben angekommen. Er hat sich das verdient."