Wenn der Tabellendritte, in diesem Fall das Team von Neutrainer Dominik Schönhöfer, das Schlusslicht empfängt, ist die Favoritenrolle klar gegeben. Das gibt auch der Coach des TSV Großbardorf unumwunden zu, der in den ersten vier Saisonspielen stets seine Mannschaft als Außenseiter gesehen hatte. "In diesem Heimspiel sind wir sicher Favorit. Es wird aber ein äußerst schwieriges Match."

Die Schützlinge von Trainer Hans-Jürgen Heidenreich holten am vergangenen Wochenende ihren ersten Punkt durch das torlose Unentschieden gegen Ammerthal, haben immer noch kein einziges Tor erzielt, aber bereits acht Gegentreffer erhalten - während die Grabfelder erst einen hinnehmen mussten.
Sicher auch ein Verdienst von Julian Schneider, der im ersten Spiel in Ammerthal ins kalte Wasser in der Bayernliga geworfen wurde, da sich Stammkeeper Klaus Freisinger den Daumen gebrochen hatte.

"Natürlich war ich etwas aufgeregt und nervös. Ich hatte aber wenig Zeit zum Nachdenken", erinnert sich der 20-jährige Zollsekretär. "Außerdem hat mir unser Torwarttrainer mit auf den Weg geben: Spiel so, wie du immer spielst. Mach es wie im Training. Durch seine positive Einschätzung hatte ich keine Bedenken und habe mir die Bayernliga zugetraut." Und Schneider, ein echter Großbardorfer, hat seine Sache bisher sehr gut gemacht, wie auch sein Trainer bestätigt. "Für sein Alter ist er schon sehr abgeklärt und spielt erstaunlich ruhig. Er macht seine Arbeit super. Gut ist auch, dass er das gesamte Team hinter sich weiß." Das bisher einzige Gegentor gegen Hof hinterfragt Schneider immer wieder. "Hätte ich auf der Linie bleiben sollen?" Weder er noch sein Torwarttrainer Otto Dietz sind sich sicher, was da richtig gewesen wäre.

Gegen Memmelsdorf peilen die Bardorfer den zweiten Heimsieg und ihren dritten Dreier im fünften Match an. Sowohl Schneider als auch Schönhöfer sind sich aber sicher, dass die Partie kein Selbstläufer wird. "Das wird für uns ein schweres Spiel, da unsere Regenerationsphase sehr kurz war, während Memmelsdorf zwei Tage mehr Zeit hatte", befürchtet der Torhüter. "Wir mussten in Regensburg beim 1:0 am Sonntag mächtig viel ackern. Da hat man wieder gesehen, was ein Team als Einheit leisten und erreichen kann." Und sein Coach stimmt seinem Schützling voll und ganz zu. "Die Frage wird die körperliche Fitness meiner Mannschaft sein. Ich erwarte eine tief stehende Gästeelf. Da müssen wir versuchen, unser Spiel durchzuziehen und vor allem über die Außenpositionen kommen. Die Gäste werden mit aller Macht versuchen bei uns zu punkten, wir wollen aber auf jeden Fall gewinnen."

Von einem Erfolg ist Schneider voll überzeugt. "Wir behalten die drei Punkte in Großbardorf", behauptet er im Brustton der Überzeugung. Ob allerdings Mannschaftskapitän Manuel Leicht bei diesem Unterfangen mitwirken kann, ist noch fraglich. Denn der 27-Jährige plagt sich schon seit einiger Zeit mit einer Knieverletzung herum. "Es ist eine ältere Verletzung. Ob er auflaufen kann, werden wir kurzfristig entscheiden", sagt Schönhöfer, der sonst auf den Kader der letzten Partien zurückgreife kann.