Sein Trainer Daniel May beschreibt ihn als "super Typ, der talentiert und ehrgeizig zugleich ist". Ein Torwart der neuen Generation, mit "feinem Füßchen". Die Rede ist von Jan Hofmann. Der in Nüdlingen wohnhafte, angehende Kaufmann für Büromanagement steht im Kasten des Bezirksligisten FC 06 Bad Kissingen. In der Jugend kickte er ebenfalls für die 06er, aber auch für den TSV Großbardorf und den TSV Nüdlingen, wo er den Weg ins Tor fand, weil schlicht kein anderer da war. Vor dem Duell beim SV Rödelmaier unterhielten wir uns mit dem FC-Keeper.

Herr Hofmann, Sie und Ihr Team holten in der Liga drei Siege in Serie. Es scheint zu laufen, oder?

Jan Hofmann: Vom holprigen Start haben wir uns nicht beunruhigen lassen und kommen nun so langsam in die Spur. Es war klar, dass der für alle Mannschaften ungewisse Start in die Saison kein Zuckerschlecken wird und wir uns alle erst wieder an Pflichtspiele gewöhnen müssen. Mit dem TSV Trappstadt als Liganeuling hat gleich ein eher unbekannter Gegner auf uns gewartet, in Dampfach haben wir es schon mit einer der Top-Mannschaften der Bezirksliga zu tun bekommen. Der Derbysieg gegen Thulba sowie die aktuellen Erfolge gegen Hirschfeld und Ettleben haben uns natürlich Selbstvertrauen gegeben.

Woran haperte es in den ersten beiden Partien, als lediglich ein Zähler heraussprang?

Die Trappstädter standen defensiv sehr gut. Wir taten uns schwer, die richtigen Räume zu erarbeiten, um zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Nach früher Führung gegen erwartet starke Dampfacher konnten wir die eigene Überzahl nicht ausspielen, stellten mit eigener gelb-roter Karte selbst Gleichzahl her und gingen letztlich als Verlierer vom Platz.

Zuletzt siegten Sie mit 3:2 gegen Ettleben. War es der prognostiziert gute Aufsteiger?

Ja, definitiv. Wir wussten nach den Eindrücken, die die Ettlebener in ihren ersten Spielen abgegeben hatten, was uns erwartet. Vor allem in der Offensive haben sie enorme Qualität. Zusammen mit ihrer großen Fan-Base sind sie für die Bezirksliga sicherlich ein Gewinn.

Was war ausschlaggebend für den Sieg?

Nach dem 0:1-Rückstand haben wir ruhig weitergespielt und auf unsere Chancen gewartet. Dass wir mit 2:1 in die Pause gehen, hat uns natürlich in die Karten gespielt. Dabei hätten wir nach dem 3:1 sogar noch erhöhen können. Dann wäre der Deckel auch früher drauf gewesen. So siegten wir am Ende zwar knapp, aber insgesamt verdient.

Beim 2:0-Sieg in Hirschfeld stand Torwarttrainer Florian Rottenberger im Kasten. Was war der Grund?

Nach einer Blessur musste ich leider pausieren. Da Felix Friedlein im Urlaub war, ist "Rotte" eingesprungen und hat den Kasten sauber gehalten. Es ist für uns natürlich ein Glücksfall, dass er aus Ramsthal zurückgekehrt ist und neben seiner Funktion als Torwarttrainer auch als erfahrener Bezirksligakeeper parat steht. Mit Felix verstehe ich mich super, auch wenn wir beide junge Keeper sind, die im Tor stehen wollen. Allgemein kann man sagen, dass das Miteinander in der gesamten Mannschaft großgeschrieben wird und wir uns sowohl auf, als auch neben dem Platz sehr gut verstehen.

Nebenbei gefragt...Torhütern werden ja sämtliche Marotten nachgesagt. Haben Sie auch welche?

Keine, die mir bewusst sind. Da müssen Sie ansonsten mal meine Mannschaftskameraden fragen (lacht).

Am Sonntag geht es für Sie und Ihr Team zum SV Rödelmaier.

Gegen den SV Rödelmaier haben wir uns in den letzten Aufeinandertreffen immer schwergetan. Ich habe sie als bissige Mannschaft in Erinnerung, die von ihrem Trainer immer gut eingestellt war. Wir müssen wieder zu hundert Prozent bei der Sache sein, um was zu holen. Das gilt aber sowieso für jeden Gegner, denn die Bezirksliga ist meiner Meinung nach in dieser Saison ziemlich ausgeglichen.

Letzte Frage - wie geht's am Sonntag aus und wo landen die 06er am Ende?

Wir wollen den Rückenwind nach den guten Ergebnissen der letzten Spiele und dem Pokalsieg in Schondra unter der Woche nutzen und fahren mit breiter Brust nach Rödelmaier. Dort möchten wir wieder unser bestes Spiel zeigen. Falls das gelingt, dann können wir auch etwas Zählbares mitnehmen. Eine Saison-Prognose kann und möchte ich nach fünf Spieltagen noch nicht abgeben. Dafür ist diese Liga, wie schon angesprochen, einfach zu ausgeglichen. Wir geben aber unser Bestes und schauen, was am Schluss dabei rauskommt. Falls wir oben mitspielen können, umso besser.

SV Rödelmaier - FC 06 Bad Kissingen (Sonntag, 15 Uhr)

Formcheck: Die Qualität im Kissinger Team ist vorhanden und die Form passt. Unter der Woche gelang ein 4:1-Erfolg im Pokal beim starken Kreisklassenaufsteiger DJK Schondra. Schon da kehrten Christian Heilmann und Felix Friedlein in den Kader zurück. Fehlen wird Lukas Rottenberger aufgrund einer muskulären Verletzung.

Gegnercheck: Der zuletzt spielfreie SV Rödelmaier holte davor beim 2:1 über Aufsteiger Stadtlauringen/Ballingshausen den ersten Saisonsieg. Trainerfuchs Werner Feder konnte einige Neue aus den unteren Klassen in seinem Team begrüßen, die aber allesamt zu kicken wissen. Marcel Mölter und Daniel Beker kamen aus Burgwallbach, Stürmer Nico Rauner aus Salz. Er traf bereits doppelt. FC-Coach Daniel May: "Die letzten Begegnungen gegen Rödelmaier waren immer umkämpft und wir sahen oft nicht gut aus. Das wollen wir ändern."

TSV Münnerstadt - SG Stadtlauringen (Sonntag, 15 Uhr)

Formcheck: Der TSV Münnerstadt grüßt als Tabellendritter. Fünf Spiele ohne Niederlage, die letzten beiden Partien wurden jeweils zu Null gewonnen. Beim jüngsten 3:0-Erfolg in Unterspiesheim sah Simon Snaschel einen weiteren Schritt nach vorn: "Der Schock der frühen Verletzung von Nico Weber wurde gut verdaut und das Spiel danach gut angenommen. Hintenheraus hätte das Ergebnis höher ausfallen können, aber wir waren total zufrieden mit dem Auftritt." Personell stehen hinter einigen Spielern Fragezeichen. Nico Webers Einsatz ist ebenso auf der Kippe wie der von Lukas Schmittzeh und Tobias Kröckel. Wegen Knieproblemen länger ausfallen wird Jannik Schmittzeh. Niklas Markart stieg wieder ins Lauftraining ein. Wieder dabei ist Philipp Müller.

Gegnercheck: Die Aufsteiger aus Stadtlauringen/Ballingshausen sind derzeit die Remis-Könige der Liga mit vier Punkteteilungen in sechs Partien. Beim 1:1 gegen den TSV Bergrheinfeld erzielte Stürmer Stefan Guthardt bereits seinen vierten Saisontreffer. Für den TSV Münnerstadt ist das Team von Ex-Rannungens Coach Klaus Seufert eine völlige Unbekannte. Co-Trainer Simon Snaschel: "Sie sind für uns als Aufsteiger sehr schwer einzuschätzen. Jedoch konzentrieren wir uns gar nicht so sehr auf die anderen Mannschaften, sondern darauf, an unsere jüngsten Leistungen anzuknüpfen."

TSV Trappstadt - FC Thulba (Samstag, 16 Uhr)

Formcheck: Corona und Verletzungen dezimieren den Kader des FC Thulba derzeit bis aufs Äußerste. Da die zweite Mannschaft zeitgleich in der Kreisklasse spielt, müht sich FC-Coach Oliver Mützel überhaupt eine Mannschaft zusammenzubekommen. "Mir stehen gerade einmal elf Spieler zur Verfügung. Wir werden aber dennoch alles daran setzen, in Trappstadt etwas zu holen."

Gegnercheck: Zwar hat Aufsteiger TSV Trappstadt nach fünf Spieltagen erst einen Zähler auf der Habenseite, doch bei genauerer Betrachtung relativiert sich diese Negativserie. Dem 0:0 zum Auftakt gegen Bad Kissingen folgten vier Niederlagen mit jeweils einem Tor Unterschied gegen weitere Spitzenteams der Bezirksliga. Jüngst gab es ein 2:3 gegen Dampfach, bei dem Frankonen-Spielertrainer Oliver Mützel vor Ort war: "Aufgrund der Chancen kann Trappstadt das gewinnen. Das ist eine robuste und fitte Mannschaft. Sie werden gegen uns alles reinhauen, um ihren ersten Dreier einzufahren."